Ehemaliges Mitglied 31195
Hallo,
ich hatte mir überlegt, was man braucht, um die besten schlechten Deep-Sky-Aufnahmen zu machen und möchte es hier zeigen. Gute Aufnahmen zeigen hier ja viele Leute.
Also:
- Vollmond -> ✓
- Kleine Öffnung -> ✓
- Billigste Alt/Az-Goto-Montierung -> ✓
- Kleine Pixel -> ✓
- Ungekühlter Sensor -> ✓
- Keine Guidekamera -> ✓
- Keine Darks -> ✓
- Keine Flats -> ✓
- Hoher Gainwert -> ✓
Das hatte ich gestern alles da. Anbei das Ergebnis:
Das ist das beste schlechte Deep-Sky-Bild, was ich hinbekommen hatte. Zu sehen sind M81/82 und links unten noch die Garland-Galaxie. Nachbearbeitet habe ich mit PI (Croppen, Strecken, Entrauschen, etwas Schärfen).
Das Bild wurde mit einer ASI183MC an einem SW Evoguide 50ED auf einer Celestron LCM-Montierung gemacht. Es setzt sich zusammen aus 200 8-Sekunden Frames, 570 4-Sekunden Frames und 3060 1-Sekunden Frames, also fast zwei Stunden insgesamt unterteilt in etwa 3-Minuten Livestacks. Eigentlich wollte ich sehen, ob es wesentliche Unterschiede zwischen Stacks mit 1-Sekunden, 4-Sekunden und 8-Sekunden Frames gibt. Gestern konnte ich bei FWHM-Werten, Rauschen etc. aber keine Unterschiede festsellen. Das heißt die Variationen, die durch vermutlich durchziehend Schleierwolken sowieso erzeugt wurden, liesen da nichts erkennen.
Ich konnte aber festellen, daß selbst bei nur einer Sekunde Sharpcap genügend Sterne zum Livestacken findet und das in nur wenig mehr als einer Sekunde schafft. Man verliert dadurch also nur 20%-25% reine Aufnahmezeit und das beinhaltet schon das Platesolven und Repositionieren nach jedem Livestack.
Ohne Vollmond und mit richtigen Darks und Flats ist Livestacken auch eine Alternative zu "normalen" Langzeitbelichtungen, finde ich, wenn man nicht das letzte Quentchen Qualität will und sich dafür mit einem wesentlich einfacheren Setup zufrieden geben kann (funktioniert ohne Leitkamera auch auf Alt/Az-Montierungen). Das könnte auch für ein Reisesetup interessant sein.
Was für mich allerdings gegen eine Alt-Az-Montierung spräche, wären nicht die Nachführgenauigkeit sondern der Bildflächenverlust durch Croppen aufgrund der Felddrehung. Hier mal zur Veranschaulichung bei ca. 2,5 Stunden Bruttoaufnahmezeit:
Also da fällt schon ganz schön was weg. Kein Wunder, daß die Smartteleskope sich auf ein paar Minuten Livestacks beschränken (eVscope) bzw. auf maximal eine Stunde (Stellina). Bei einer Stunde hört beim Stellina der Felddrehungsausgleich auf.
Gefreut hat mich wieder, daß mein Evoguide bis in die Ecken schöne runde Sterne zeigt. Das ist auch nicht schlecht für ein besseres Guidescope.
Gruß
*entfernt*
ich hatte mir überlegt, was man braucht, um die besten schlechten Deep-Sky-Aufnahmen zu machen und möchte es hier zeigen. Gute Aufnahmen zeigen hier ja viele Leute.
Also:
- Vollmond -> ✓
- Kleine Öffnung -> ✓
- Billigste Alt/Az-Goto-Montierung -> ✓
- Kleine Pixel -> ✓
- Ungekühlter Sensor -> ✓
- Keine Guidekamera -> ✓
- Keine Darks -> ✓
- Keine Flats -> ✓
- Hoher Gainwert -> ✓
Das hatte ich gestern alles da. Anbei das Ergebnis:
Das ist das beste schlechte Deep-Sky-Bild, was ich hinbekommen hatte. Zu sehen sind M81/82 und links unten noch die Garland-Galaxie. Nachbearbeitet habe ich mit PI (Croppen, Strecken, Entrauschen, etwas Schärfen).
Das Bild wurde mit einer ASI183MC an einem SW Evoguide 50ED auf einer Celestron LCM-Montierung gemacht. Es setzt sich zusammen aus 200 8-Sekunden Frames, 570 4-Sekunden Frames und 3060 1-Sekunden Frames, also fast zwei Stunden insgesamt unterteilt in etwa 3-Minuten Livestacks. Eigentlich wollte ich sehen, ob es wesentliche Unterschiede zwischen Stacks mit 1-Sekunden, 4-Sekunden und 8-Sekunden Frames gibt. Gestern konnte ich bei FWHM-Werten, Rauschen etc. aber keine Unterschiede festsellen. Das heißt die Variationen, die durch vermutlich durchziehend Schleierwolken sowieso erzeugt wurden, liesen da nichts erkennen.
Ich konnte aber festellen, daß selbst bei nur einer Sekunde Sharpcap genügend Sterne zum Livestacken findet und das in nur wenig mehr als einer Sekunde schafft. Man verliert dadurch also nur 20%-25% reine Aufnahmezeit und das beinhaltet schon das Platesolven und Repositionieren nach jedem Livestack.
Ohne Vollmond und mit richtigen Darks und Flats ist Livestacken auch eine Alternative zu "normalen" Langzeitbelichtungen, finde ich, wenn man nicht das letzte Quentchen Qualität will und sich dafür mit einem wesentlich einfacheren Setup zufrieden geben kann (funktioniert ohne Leitkamera auch auf Alt/Az-Montierungen). Das könnte auch für ein Reisesetup interessant sein.
Was für mich allerdings gegen eine Alt-Az-Montierung spräche, wären nicht die Nachführgenauigkeit sondern der Bildflächenverlust durch Croppen aufgrund der Felddrehung. Hier mal zur Veranschaulichung bei ca. 2,5 Stunden Bruttoaufnahmezeit:
Also da fällt schon ganz schön was weg. Kein Wunder, daß die Smartteleskope sich auf ein paar Minuten Livestacks beschränken (eVscope) bzw. auf maximal eine Stunde (Stellina). Bei einer Stunde hört beim Stellina der Felddrehungsausgleich auf.
Gefreut hat mich wieder, daß mein Evoguide bis in die Ecken schöne runde Sterne zeigt. Das ist auch nicht schlecht für ein besseres Guidescope.
Gruß
*entfernt*