Hi,
vor einigen Wochen ist nun auch bei mir ein Exemplar des M-GEN eingetrudelt und Mitte voriger Woche hatte ich Gelegenheit,ihn am Nachthimmel zu testen.
Hier einige meiner Erfahrungen:
Verwendet wurde er an einer Vixen Atlux mit Skysensor 2000, Optik war (wegen starkem Wind) mein angejahrtes TV Genesis mit mod. OAG von Vixen, Kamera: Umgebaute Canon 20D.
Einige Tage vorher hatte ich bereits das DEC-Gehäuse der Montierung geöffnet und das Schneckenspiel so weit wie möglich mit Hilfe der Justierschrauben reduziert - gerade noch leichtgängig. Im Gegensatz zur RA-Schnecke lässt sich die DEC-Schnecke sehr feinfühlig einstellen. Den Wert f.d. "Backlash-Compensation" konnte ich so auf "50" reduzieren.
Grob fokussiert hatte ich die Kamera des M-GEN an einigen weit entfernten Straßenlampen mittels Live-View; die Feinfokussierung im Guide-Fenster war schwieriger (weil es ziemlich klein ist)und bereits kleine Bewegungen beim Fokussieren zum Auswandern der Lichtquelle führten.
Das beiliegende Kabel Steuergerät---MGEN entsprach dem Standard-ST4-Anschluß, musste also für den SkySensor in der PIN-Belegung geändert werden. Ich hab´s einfach durchgepitscht und die Drähte neu verlötet (Ging trotz meiner bescheidenen Lötfähigkeiten recht gut).
An die Buchse für den Stromanschluß passte der Stecker eines ausrangierten Ladegeräts (Lajos: Du könntest ruhig einen beilegen.....ist doch bloß´n Centartikel!).
Als Stromquelle nutzte ich die 14 Ah-Batterie meines Motorrads, die zusätzlich problemlos auch den Skysensor und die Canon versorgte. Eine später durchgeführte Messung ergab einen Stromverbrauch des MGEN von ca. 160 mA - also sehr gering. Soweit mir bekannt, brauchte ein ST-4 von SBIG damals etwa 10x soviel....
Nach dem üblichen Aufbau der Montierung verkabelte ich den MGEN, suchte aber vor dem Einsetzen der Nachführkamera das Feld mit dem Fadenkreuzokular nach Sternen ab.
Der Skysensor lief mit einer Korrekturgeschwindigkeit von 0.5x.
Nach einigen kurzen Versuchen stellten sich folgende Einstellungen als günstig heraus:
Gain: ca. 3-6, statt "Gain" zu erhöhen, verlängerte ich lieber die Belichtungszeit, weil dies zu deutlich weniger rauschenden Bildern führte. Meistens nutzte ich 3000 ms.
Hier muß natürlich erwähnt werden, daß der period. Fehler der Atlux mit +- 4-5 Bogensek. recht gering ausfällt, zudem kommt er sehr gleichmäßig ohne kurzperiodische Ausbrüche. Es ist keine besondere Kunst, mit dem Auge nachzuführen, trotzdem auf Dauer ziemlich anstrengend.
Aggressivnes: RA 80%, DEC 70%
Num: RA 2, DEC 3
Tolerance: 1.0
Mode: RA 0, DEC 0
Probeweises Reduzieren der Tolerance führte aufgrund der Windböen und des schlechten Seeings nicht zu besseren Resultaten. Vielmehr versuchte der M-GEN mit hektischen Korrekturversuchen auf das Seeing nachzuführen....
Nach der Autokalibration ergaben sich zumeist Fehlerwerte in Höhe von 3-5%.
Ich war doch ziemlich überrascht, wie leicht sich der Umgang mit dem M-GEN gestaltete. Von den insgesamt 29 Einzelaufnahmen
(Für drei Objekte) ist keine einzige mißlungen, trotz fetter Böen und schlechtem Seeing.
Zudem kann man sich jetzt viel besser auf dreiste Flugzeuge konzentrieren, die einem durchs Bildfeld sausen!
Das Abdecken des Teleskops lässt den M-GEN kalt.
Anbei noch drei 100%-Crops (Na ja, vielleicht nicht gerade ideale Objekte für 500 mm Brennweite....

)
Viele Grüße
Michael