Neues Stacking-Software-Projekt "PlanetarySystemStacker"

tatanka

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Hallo Rolf,
Hallo PSS Fangemeinde,

Mir geht es zunächst einmal darum, PSS stabil ans Laufen zu bekommen.

Getestet auf folgenden Betriebssystemen:

Win 7 Pro 64bit SP1
Win 10 Pro 64bit, alle Updates bis zum heutigen Tag.

Mein Fazit:

Bei beiden Betriebsystemen gibt es eine 2GB-Grenze der AVI-Files .

In Win7 verarbeitet PSS keine 8bit-Grayscale sondern nur 24bit-RGB.

In Win 10 verarbeitet PSS auch 8bit-Greyscale, so konnte ich ein 1600-Bilder AVI der ASI120MM stacken.


Werde jetzt mal auf Win 7 Pro das SP2 updaten und mal sehen, ob PSS dann auch 8bit-Greyscale verarbeitet.

Viele Grüße
Achim
 
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tatanka

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Hallo,

Bin noch einen Schritt weiter gekommen.

Autostakkert3 speichert 16bit Tiff
PSS speichert 48bit Tiff

dementsprechend ist bei gleichen Stackingparametern das PSS-Tiff größer.

Der Kontrastumfang ist größer was man sehr gut in den Schattenpartien sehen kann, auch im 8bit Jpg.

Hier eine Demo:
Mond mit Williams TMB FLT110/7 und TIS DMK-31
jeweils 200 Frames gestackt von 1000.
Gleicher Schärfungsalgorithmus.

Habe einen Ausschnitt gewählt und auf 150% scaliert.

Viele Grüße
Achim
 

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tatanka

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Hallo Rolf,

Habe gestern auch mal den Batchmodus probiert.
Wunderbar, läuft alles stabil.....einfach klasse.

Meine Gratulation.

Viele Grüße
Achim
 

Rolf_Hempel

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Hallo Achim,

vielen Dank für Deine Testberichte.

Die Einschränkungen beim Videoimport sind ja bekannt und werden in der Produktionsversion bereinigt. Dadurch bedingt ist das Ergebnisbild bei PSS im Moment immer in Farbe und daher 48 Bit pro Pixel. Wenn der Videoimport S/W-Videos richtig bearbeiten kann, funktioniert der gesamte Rest von PSS auch konsistent in S/W.

Es freut mich zu lesen, dass der Batchbetrieb auch bei Dir problemlos funktioniert. Man kann sogar während des Batchbetriebs das Häkchen bei "Automatic" entfernen und damit in den interaktiven Modus umschalten (und zurück).

Schöne Grüße
Rolf
 

Der_Peter

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Hallo Rolf,

Du solltest überlegen, ob Du nicht eine kleine Lizenzgebühr ähnlich wie APT oder SharpCap verlangst.

Dann muss Dir keiner "danke" sagen und Du wirst nicht durch die ganzen Freibier-Gesichter, die alles für lau haben wollen, demotiviert und stellst nicht Support/Weiterentwicklung, ähnlich wie bei Registax, Autostakkert etc., irgendwann ein.
 

DocHighCo

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Hallo,

da würde ich auch nichts dagegen sagen. Für APT und Sharpcap zahle ich schon brav meine bescheidene Lizensgebühr. Den Preis einer Pizza wäre mir die Unterstützung der Weiterentwicklung wert. Ich finde, so viel Mühe darf honoriert werden, auf daß der Support möglichst lange erhalten bleibt.
Die "ganz umsonst"-Mentalität führt am Ende nur dazu, daß es keine Auswahl an (fast) freien Programmen mehr gibt. Dann kann man nur auf teure kommerzielle Programme zurückgreifen.

Gruß

Heiko
 

Rolf_Hempel

Mitglied
Hallo Peter, hallo Heiko,

glaubt mir: Ich habe mich sehr bewusst für Open Source entschieden. Mein Institut ist im DLR Vorreiter dieser Softwarestrategie, und auch da ist das immer sehr erfolgreich gewesen. Das Bisschen Geld, das ich mit Lizenzeinnahmen verdienen könnte, würde mich auch nicht glücklicher machen. Ich entwickle meine Software, weil mich die Herausforderung reizt, ein schwieriges Softwareproblem zu lösen, und ich mit den existirerenden Lösungen nicht zufrieden bin.

Ich stelle die Ergebnisse der Allgemeinheit vollständig zur Verfügung, damit die Entwicklung eben nicht immer wieder bei Null anfangen muss. Als Wissenschaftler unterscheide ich mich darin grundlegend von den Autoren von AutoStakkert, AviStack, Registax & Co. Wenn diese Leute keine Lust mehr haben (was vielleicht mit Ausnahme von AutoStakkert bei allen anderen Stackingprogrammen längst der Fall ist), dann sind die Projekte mausetot. Wenn ich irgendwann keine Lust mehr habe, kann jemand anderes meinen Source-Code weiterentwickeln oder meine gut dokumentierten Algorithmen für ein neues Projekt nutzen. Das ist der einzige Weg, eben nicht in eine Sackgasse zu laufen. Schon heute haben die Entwickler von SIRIL meine Algorithmen übernommen, so dass dort gerade eine Softwarealternative zu PSS entsteht.

Die einzige Enttäuschung, die ich bei PSS bisher erlebt habe, ist das völlig ausbleibende Echo auf meine Suche nach Mitstreitern. Ich habe jetzt beim Videoimport nochmal einen Anlauf gemacht und einen Bekannten um Mithilfe gebeten. Ich fände es viel schöner, wenn PSS eine Gemeinschaftsaktion würde. Aber notfalls mache ich auch alleine weiter. Nur dauert es dann etwas länger.

Schöne Grüße
Rolf
 

komposer

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Hallo Rolf,

Mithilfe bei der Programmierung bedingt natürlich auch das nötige Know-How und das habe ich leider nicht. Daher kann ich da nur beim Testen der Software helfen und eventuell Anregungen geben.

Den Batch Prozess habe ich jetzt noch nicht getestet aber ich kann Dir da nur zustimmen. Das ist wirklich das Besondere an PSS.
Ich erstelle ja sehr häufig größere Mondmosaike und da kommen bei 1500mm Brennweite und dem kleinen Sensor der Asi120mm schon sehr viele Teile zusammen.
Bisher jage ich jedes Avi seperat durch Autostakkert und mache immer wieder die selben Klicks. Also Datei laden, analysieren, place AP in grid und dann stacken. Ich verändere also nichts und muss dennoch immer manuell eingreifen, da wäre ein automatischer Batch-Prozess wirklich eine enorme Erleichterung.

Gruß,
Holger
 

Rolf_Hempel

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Hallo Holger,

1500 mm Brennweite ist ja noch gar nicht so viel. Ich verwende die ASI120MM-S am C11 mit 2800mm Brennweite. Da hat ein Mondpanorama schon fast 100 Kacheln. Das geht von Hand eigentlich gar nicht mehr. Viele machen es bei Autostakkert dann so, dass sie es erstmal automatisch durchlaufen lassen, wohl wissend, dass bei einigen Kacheln die Ankerrechtecke ins Leere zeigen. Das hoffen sie dann am Ergebnis zu erkennen und wiederholen diese Kacheln von Hand.

Ich hatte das eine Zeit lang auch so gemacht und war es irgendwann leid. Auch fragte ich mich oft, ob gelegentliche Artefakte (z.B. ausgefranster Mondrand) bei den Kacheln, wo AutoStakkert eigentlich durchgelaufen war, auch von einem suboptimalen Anker kamen. Ich glaube, dass die Automatik bei PSS so gut funktioniert, dass so etwas nicht passieren sollte.

Meine "Roadmap" sieht zur Zeit so aus:
  • Umbau des Frame-Imports
  • Monitoring des verfügbaren RAM, um Abstürze zu vermeiden
  • Hinzufügen von Flats / Darks
  • Installer für Linux
Dann gibt es ein neues Release.

Schöne Grüße
Rolf
 

Rolf_Hempel

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Hallo Freunde,

es gibt gute und schlechte Nachrichten.

Die guten zuerst: Ich habe die Dark- / Flatframe-Kalibrierung implementiert und getestet. Scheint alles wunderbar zu funktionieren. Aufgerufen werden die Funktionen (ähnlich wie bei der "Konkurrenz") über das Menü "Calibration".

Calibrate-Menu.PNG


Die Beschreibung, wie es genau geht, habe ich in den aktualisierten User-Guide aufgenommen (ab Seite 5). Die Software ist auf Github einstweilen nur im Source-Code auf dem "prototype"-Branch. Einen neuen Installer gibt es später.

Außerdem habe ich das RAM-Management verbessert. Wie auf Seite 9 unten beschrieben prüft PSS am Jobanfang, ob genügend RAM zur Verfügung steht. Wenn nicht, bekommt der Benutzer sogar einen Hinweis auf einen anderen Buffering-Level, mit dem es klappen müsste. Ich glaube, dass die meisten Programmabstürze bei längeren Videos darauf zurückzuführen waren, dass der RAM für den gewählten Buffering-Level (standardmäßig 2) nicht reichte.

Inzwischen hat mein Kumpel Michal Powalko die ernsthafte Implementierung der Klasse "VideoReader" übernommen. Wenn die fertig ist, werden alle denkbaren AVI- und SER-Formate unterstützt. Michal hat sich dagegen ausgesprochen, MOV auch zu unterstützen, und ich glaube, er hat recht. Die Kompressionsartefakte in MOV-Dateien sind Gift für Stackingprogramme. Damit möchte ich mich besser nicht herumschlagen müssen.

So, und jetzt die schlechte Nachricht: Nachdem PSS alle Tests an Mond und Sonne bestens bestanden hat, hat es erstmals bei einem Jupiter-Video gepatzt! Cyril Richard hatte von seinem Kollegen Jean-Luc Dauvergne ein zugegebenermaßen ziemlich seeinggeplagtes Video bekommen und mit PSS und AutoStakkert!3 verarbeitet. Unter vergleichbaren Bedingungen sind die beiden folgenden gestackten Bilder herausgekommen, zunächst PSS:
Jupiter-Pss.jpg


Und jetzt AS3:
Jupiter-AS3.jpg

Der Qualitätsvorteil von AS3 ist in diesem Fall unverkennbar! Ich habe noch keine Ahnung, woran das liegt. Ich hätte gedacht, dass eine strukturarme Marefläche auf dem Mond für das Stackingprogramm eine vergleichbare Aufgabe wie ein Jupitervideo ist. Das scheint aber nicht der Fall zu sein.

Also: Vorerst muss ich mein Programm eher "LunarAndSolarStacker" nennen. Dieser Rückschlag hat mir fast die Lust am Weitermachen genommen. Aber ich habe die Hoffnung nicht ganz aufgegeben, dass ich auch diese Nuss noch knacken werde.

Schöne Grüße
Rolf

PS: Ach ja, stört Euch nicht an dem Stackingergebnis des benachbarten Jupitermondes. Ich hätte bei PSS hier einen AP manuell setzen müssen. Dann wäre der unschöne Artefakt nicht entstanden.
 

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fly_n

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Hallo Rolf,
vielen Dank für dein Programm.
Ich wollte schon eine Weile lang wissen, wie ein Stacking Programm unter der Haube aussieht und kann nun meiner Neugierde freien Lauf lassen.

Viele Grüße, Norman
 

Rolf_Hempel

Mitglied
Hallo Norman,

es freut mich, dass Du Dich für die internen Details meiner Software interessierst. Den aktuellsten Source-Code findest Du auf dem "Prototype"-Branch. Wenn Dich mehr die Algorithmen interessieren, wirst Du hier fündig. Viel Spaß!

Schöne Grüße
Rolf
 
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