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Neues vom JWST: Erster Spiegel kann poliert werden
5 Mikrometer ist ja die maximale Wellenlänge welche die NIRCAM, mit welcher die Kalibrierung durchgeführt wurde, detektieren kann. Ich nehme an, dass also die Beugungsgrenze für diese Wellenlänge erreicht wurde. Das Teleskop ist also beugungsbegrenzt für diese Wellenlänge - mehr geht nicht. Allerdings hat JWST auch ein Öffnungsverhältnis von f/20.2. Bei einem "schnelleren" Öffnungsverhältnis, also z.B. f/10 könnte man auch schärfer fokussieren, da der Durchmesser des Beugungsscheibchens proportional zum Öffnungsverhältnis ist. Es wird aber sicherlich praktische Gründe (z.B. Sensorgröße, Pixelgröße) für dieses Öffnungsverhältnis geben.
Bei dem abgebildeten Stern im neuen Testbild handelt es übrigenss nicht mehr um den hellen Stern HD 84406 sondern um einen Stern der Größe Magnitude 11, TYC 4212-1079-1 alias 2MASS J17554042+6551277 (Quelle: SPIEGEL) im Sternbild Drache. Der ursprüngliche Stern war wohl viel zu hell für diese Feinfokussierung.
Jeder optische Parameter habe den Erwartungen entsprochen oder sie sogar noch übertroffen, heißt es von der Nasa. Die Spiegel des leistungsstärksten Teleskops der Welt funktionieren einwandfrei, wie ein Testbild beweist.
Gute Frage. Es gibt ja viele Surveys von Galaxien. Diese hier sind ja im Infraroten aufgenommen und da gab es ja auch schon andere Weltraumteleskope. Kann also sein, dass die eine oder andere dieser Galaxien schon katalogisiert wurde. Ich habe bei Twitter einen Thread zu dem Thema gefunden:
sofern es sich tatsächlich um TYC 4212-1079-1 (bzw. 2MASS J17554042+6551277) handelt, so ist zumindest seitens SIMBAD von einer eher unerforschten oder unauffälligen Region auszugehen.
Oder JWSTs Fähigkeiten weisen bereits im Ansatz phänomenalste Qualitäten auf.
Worauf ich auch hinaus wollte, allein der Brennweite wegen entführt dieses neue Testbild den Betrachter zeitlich und räumlich in neue Dimensionen.
Allerdings kann ich dieses unbekannte, rot markierte Objekt (Quelle: SIMBAD, 90° gedreht) auf dem Testbild nicht nachvollziehen, hellblau markiert die Deiner Ansicht nach benannte Galaxie [SIK2013] J175537.4+655229.3.
Viele Grüsse
Markus
EDIT: Bin in Ferien, habe einen Internetzugriff wie 2001, daher konnte ich erst jetzt Deinen Twitter-Link nachvollziehen. Der klärt manches... Danke fürs Feedback!
Wo kommen den diese Spikes her?
Bei drei unsymmerisch angeordneten Fangspiegelstreben erwarte ich andere Beugungsmuster........
Welchem Irrtum sitze ich da auf?
Die Fugen zwischen den Spiegelsegmenten sind wohl für die hexagonale Symmetrie der Haupspikes verantwortlich. Dann ist da noch der horizontale Spike der wohl (ich vermute) von der asymmetrischen Anordnung der Fangspiegelstreben herstammt. Im folgenden Tweet (nebst Untertweets) wird genauer erklärt:
Bei dem abgebildeten Stern im neuen Testbild handelt es übrigenss nicht mehr um den hellen Stern HD 84406 sondern um einen Stern der Größe Magnitude 11, TYC 4212-1079-1 alias 2MASS J17554042+6551277 (Quelle: SPIEGEL) im Sternbild Drache.
Wie ich schon vermutete geistert jetzt in den sozialen Medien und Youtube die Vorstellung herum, dass es sich bei dem Stern um den ursprünglichen Teststern HD84406 handelt. Der ist aber mit der Helligkeit Mag 6.94 ca. 40 mal heller als der neue Teststern TYC 4212-1079-1 mit Mag 10.95. Außerdem befindert dieser sich im Sternbild Drache - etwa die gleiche Deklination aber auf der anderen Seite vom Himmelspol.
Die Vorstellung, dass man in einer Art Vorher / Nachher den gleichen Teststern verwendet liegt allerdings nahe und ich dachte zuerst auch daran... Kein schlimmer Kommunikationsfehler, aber das Kind scheint jetzt ins Wasser gefallen zu sein.
Hier mal noch ein sehr gutes Video, was genauer auf die Details des Ausrichtens der Spiegel eingeht. ( @MeisterDee ) Auch auf die Entstehung und Form der Spikes wird genau eingegangen:
Und für alle, die wie mich, die ingenieurstechnische Ebene interessiert, hier noch ein Video, in dem beschrieben wird, wie genau diese feine Einstellbarkeit mit den Aktuatoren auf Nanometer-Ebene gelingt. Das Design und die gleichzeitige mechanische Kopplung von Grob und Feineinstellung finde ich megaclever!
The cryogenic mirror actuators on JWST are amazing feats of engineering. Capable of long travel and nanometer precision, able to survive rocket launch, cryog...
Weiß man eigentlich ob dieses gesamte Alignment-Prozedere ein Novum ist, welches mit dem JWST entwickelt wurde (mir war als hätte ich sowas mal gehört).
Prinzipiell müssten die segmentierten Großteleskope auf der Erde ja mit einem ähnlichen Prinzip kalibriert werden? Oder ist das tatsächlich ein neuer Prozess wovon jetzt auch zukünftige erdgebundene Systeme profitieren?
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