Hallo Zusammen,
zunächst mal @Josef: Ich glaube zu dem Bild kann man nicht soviel sagen, die Sternabbildungen sind gleichmäßig über das Bild recht matschig, da könnte auch Defokus eine Rolle spielen. Außerdem zeigen die Sterne besonders zum Rand hin einen dunkleren Fleck in der Mitte... Obstruktion

Nun, einfachen fotografischen Ansprüchen genügt die Optik. Verkleinert auf eine typische 1280x1024 Bildschirmgröße sieht die Aufnahme gut auf, wenn auch nicht optimal weil die Sterne schon flächig erkennbar sind. Nur... diese Leistung wird der Konkurrenz bestimmt nicht das Genick brechen! Aber Farbrein ist es. Darf man mehr erfahren? Modifizierte Kamera? Filter (UV/IR-Anteile?).
Allerdings "kompakte Fotomaschine" - da schüttle ich wirklich den Kopf. Was ist denn an 4" mit f/7 bitte kompakt? Und für eine Fotomaschine ist das Teil zu langsam. Da wünscht man sich doch nicht nur f/6 sondern zusätzlich noch einen Reducer um f/5 oder gar schneller zu haben.
Ich komme zu einer anderen Einschätzung: APM hat vor einigen Monaten recht offen darüber gesprochen, dass es Lieferprobleme, Preissteigerungen und natürlich auch Umsatzrückgänge bei den hochpreisigen APOs gibt. Gewisse Geräte sind bereits eingestellt worden, nicht nur solche, die direkter China-Konkurrenz erlegen sind, sondern auch solche, die im Rattenschwanz an Folgen auf Probleme stießen. Z.B. TEC, wenn ich mich recht erinnere, hier war das Problem, dass benötigte Gläser nicht mehr erhältlich sind, und dass Ersatzgläser deutlich teurer sind, wodurch dann deren Preispositionierung im vergleich zu anderen Hochpreis-Firmen kaputt war. (Gruß an Steffi, von wegen "Fortschritt".)
Um nun diesen Umsatzverlagerungen auf günstige China-Optiken etwas abzugewinnen, muss es doch für APM verlockend sein, eine eigene Optikserie dieser China-EDs fertigen zu lassen. Nun gibt es davon bereits recht viele, man muss sich also abheben. Also wählt man ein Optikdesign, das bezüglich der optischen Eigenschaften wirklich vielversprechend ist. Ein Triplett mit relativ entspanntem Öffnungsverhältnis (natürlich hätte man auch f/9 bauen können, aber dann hätte man die Fotografen abgehängt und vielleicht ist das bei diesen Tripletts nichtmal nötig). Dazu noch schön darauf geachtet, dass Objektiv und Tubus zueinander justierbar sind, dann kann ein Werksjustiertes Objektiv vom Kunden nochmal nachgetuned werden, und gut ist. Jetzt braucht man noch etwas mehr "Beste-Wo-Gibt"-Würze. Man lässt das nun auf den vorhandenen TS-Flattener rechnen und vielleicht bekommt man sogar ein Extra-Qualitätsversprechen vom Hersteller dafür. Vielleicht bildet man sich das aber auch nur ein, das weiss man auf Kundenseite eigentlich nie, jedenfalls seit es Usus ist, uns Kunden das Blaue vom Restfarbfehler herunterzureden und im Zweifelsfalle auch mal einen "unabhängigen" Optiktester mit 75 Euro zu belohnen, dafür dass die ausgesuchte Optik halt nur auf 50% des Durchmessers ausgewertet wird, oder eben mit Asti und Koma Off.
Ob das alles so läuft? Weiß ich nicht! Aber aufgrund von gemachten Erfahrungen erwartet man das schlimmste, sobald das überreichte Informationspäckchen an einer Ecke schlecht riecht und an der anderen klebrig tropft.
Ich brauche gar nicht den Hersteller zu wissen - damit kann ich als Kunde gar nichts anfangen. Aber ein ehrliches Herkunftsland, das bitte ich mir aus. Und wenn es China oder Taiwan ist, dann frage ich eben nach, welche Form der Qualitätssicherung man anwendet. Und wenn man mir versichert, dass die Chinesen auch qualitativ hochwertige Sachen machen können, dann kenne ich durchaus Positivbeispiele dazu.
Wenn man mir aber von Anfang an dumm kommt, indem man da "Germany" draufpinselt, muss man sich nicht wundern, wenn ich dann auch fies zurückfrage. Wie es in den Wald hineinruft, so schallt es zurück!
@Steffi: Also mir ist das ganz ehrlich wurscht, ob Du das engstirnig nennst, aber den Fortschritt blockiert das nicht, es macht ihn erst möglich. Wie wollte man besser werden, wenn man Probleme nicht erkennt? Aber das ist nur eine Notausrede von Dir, denn uns beiden ist klar, dass es hier nicht um Fortschritt geht (denn so eine Optik ist technisch nichts neues, selbst für Amateurastronomen), sondern es geht um Kohle. Man hat einen Teleskoptyp (oder eine Variante eines Typs) hergestellt und das Ding muss nun verkocht werden, wie der Holländer sagt.
Everything is allowed in love and war. Und da Wirtschaft eine Form von Krieg ist, beinhaltet das auch, dass man über das Verschweigen von Informationen auch noch welche schönt oder schlicht fälscht. Das mag ich nicht. Da bin ich wohl engstirnig.
Dir scheint es hingegen zum Fortschritt dazuzugehören. Wenn sich die Welt in Deine Richtung entwickelt, dann sei besser nicht blöd und kaufe gleich beim Media Markt - oder bei Saturn. Tut sich ja nichts, die beiden Label sind ja eh der gleiche Laden, ist halt nur wieder so eine Form, dem Kunden vorzulügen, er hätte Alternativen...
Schließen möchte ich mit der Feststellung: Es kann ehrliche Werbung gestützt durch wahrheitsgemäße Angaben und Leistungsaussagen geben!
Clear Skies
Sven