Probleme mit Star Adventurer und MGEN - Einnorden/Scheinern/Polar Alignment | Seite 13 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Probleme mit Star Adventurer und MGEN - Einnorden/Scheinern/Polar Alignment

MeisterDee

Mitglied
Hallo Norbert,
Anden............Mann, das wird bestimmt interessant. (Auch will)
Und die Anden sind nicht nur wegen wenig bis garnicht Lichtverschmutzung
bekannt, sondern auch wegen der nicht zu unterschätzenden Vorteile
durch die Höhe. Weniger Atmosphäre - bessere Sicht.
Auch wenn noch etwas früh, wünsch ich Dir eine schöne Zeit dort!
Ich gehe davon aus, daß wir auf Bilder hoffen dürfen........

CS

Dietmar
 

Norbert-A

Mitglied
Danke Dietmar!

Vergangene Nacht habe ich schon mal etwas geübt:
Schwan, IC 1318, Sadr, Schmetterlings- und Crescent-Nebel,
von 102 Aufnahmen mit 150 Sek. 52 gestackt, f/4, ISO 3200, plus 15 Darks.
SA, MGEN, 5DsR unmod., SSS, PS

Aber da ist in jeder Hinsicht noch viel Platz nach oben ;)

Beste Grüße und CS
Norbert
 

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Norbert-A

Mitglied
Hallo Leute,

vergangene Nacht habe ich das erste Mal den PoleMaster zu besseren Einnordung auf dem SA genutzt und bin sehr angetan (um nicht zu sagen - begeistert).
Belichtungszeiten von 180 Sek. und mehr sind bei 200mm nun kein Problem mehr. Besonders in Verbindung mit dem MGEN eröffnen sich mit dem SA nun völlig neue Möglichkeiten.
Gut, ich gebe zu, dass das "Zubehör" wie PoleMaster und MGEN jetzt deutlich über dem Preis des SA liegt, aber ich habe nun ein wirklich transportables Setup, was richtig Spaß macht.

Abschließend aus meiner Erfahrung der letzten 7 Monate Testphase, folgende Tipps für alle Star Adventurer Nutzer, die ihr Setup ausreizen wollen:

1. Optimiert die Polhöheneinstellung (Wedge) auf optimale Haltekräfte.
2. Verwendet ausschließlich sehr schwere und hochwertige Stative - bodennah.
3. Verringert das Traggewicht soweit es geht und verwendet keinen Kugelkopf.
4. Balanciert die RA-Achse sehr sorgfältig.
5. Kümmert Euch intensiv um die Balance der DEC-Achse auf der L-Schiene.
6. Nutzt den PoleMaster zu Einnordung.
7. Nehmt den MGEN um die Nachführung zu verbessern.

Dann klappt das auch mit längeren Belichtungszeiten bei höheren Brennweite.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

Norbert-A

Mitglied
Hallo Leute,

zugegeben, der Anhang ist keine Schönheit.
Soll auch eher als Beweismaterial für meinen letzten Beitrag gesehen werden.
Bei dem Mond aktuell, bleibt eh nicht viel übrig als zu testen.

Das angehängte Fotos ist gerade mit dem Objektiv EF 200 f/2.8 L mit einem 2 fach Konverter
(also zusammen 400mm Brennweite) und einer Belichtungszeit von 300 Sek. auf dem Star Adventurer
unter Mithilfe des PoleMaster und des MGEN entstanden.
Zusätzlich wurde die Einzelbelichtung auf 200% vergrößert.

Das hätte ich mit dem Setup vor einigen Wochen noch für unmöglich gehalten ;)

Beste Grüße und CS
Norbert
 

Anhänge

MeisterDee

Mitglied
Hallo Norbert,
es scheint, als wärst Du bei Deinem Projekt „Staradventurer“ am Ziel.
Möglicherweise sogar noch viel weiter.
Der ursprüngliche Wunsch war ja „200 mm, 4 Minuten“.
Jetzt bist Du bei sage und schreibe 400 mm und 5 Minuten angekommen,
und siehst offenbar noch Luft nach oben.

Das zeigt mir wieder einmal, daß es sich durchaus lohnen kann,
hartnäckig zu sein, nichts unversucht zu lassen ,
und auch einmal Dinge in Frage zu stellen,
die bislang augenscheinlich über jeden Zweifel erhaben waren.

Einen erheblichen Teil hat aber hier Deine Ausdauer geleistet.
Die Meisten hätten schon sehr früh die sprichwörtliche Flinte
ins Korn geworfen. Das verdient Respekt.


Nun hast Du Dein Ergebnis, und wir hatten ein unterhaltsames Thema!
Jetzt warten wir nur noch auf schöne Bilder von Dir.........

CS

Dietmar
 

Norbert-A

Mitglied
Hallo Dietmar,

in dem Fall kann man schon mal den alten Spruch benutzen:
Der Weg ist das Ziel :unsure:

Nicht zuletzt möchte ich mich sowohl bei Dir, als auch bei allen anderen Mitwirkenden für Eure Hilfe und Ausdauer bedanken!

Nun brauche ich, brauchen wir nur noch besseres Wetter.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

mosofreund

Mitglied
Moin Norbert,

ich habe diesen langen Thread in wesentlichen Zügen mit Interesse verfolgt und es freut mich sehr, dass du nun zu diesen mehr als vorzeigbaren, kaum zu glaubenden Ergebnissen gelangt bist. Du hast aber auch wirklich alles gegeben, Respekt! (y)
Auch wenn man, wie du selber sagst, was die Kosten dieses Zubehörs wie Mgen und polemaster anbelangt, in einem Bereich landet, wo man getrost eine andere Montierung nehmen könnte.
Obwohl Mgen und polemaster wären ja auch dafür zu gebrauchen....
Aber unter dem Gesichtspunkt der Mobilität ist es so halt sicher das Optimum.
Danke auch noch einmal für deine 7 Punkte-Zusammenfassung.

Bezüglich Punkt 5 habe ich noch mal eine Frage.: Balance der Dekl.-Achse auf der L-Schiene.
Was gibt es da tatsächlich zu beachten bzw. zu optimieren?
Da ich ja seit kurzem auch mit der SA arbeite, allerdings ohne Mgen und polemaster, oder ist der Punkt dann einfach nicht mehr so relevant?

lg
Wolfgang
 

Norbert-A

Mitglied
Hallo Wolfgang,

Danke für Dein Respekt!

Die Balance der DEC-Achse war in der Tat "der" entscheidende Durchbruch, da man die Klemmung und somit die Haltekräfte der Dec-Achse auf der L-Schiene leider nicht richtig gut beeinflussen kann.
Daher hilft genau dort "nur" die saubere Balance!

Ich habe dafür eine Acra-Schiene aus dem eh schon vorhandenen Nodalpunkt-Adapter genommen.
Diese Acra-Versatz-Schiene
(Beispiel: )
gibt es in der Bucht für schmales Geld und hilft bei "jeder" Objektiv-Kamera-Kombination den Schwerpunkt genau in die Mitte zu bekommen.
Den Hinweis habe ich übrigens im Forum Cloudy Nights Home aus Australien bekommen. In diesem Forum gibt es zahlreiche lesenswerte Beiträge zum Thema Star Adventurer.

Klar, die Investition in MGEN und PoleMaster scheint für den SA stark übertrieben. Allerdings ist die Anschaffung einer größeren Montierung für mich auch nur noch eine Frage der Zeit. Ich habe mich im Vorfeld natürlich genau darüber informiert, ob diese zusätzlichen Investitionen langfristig Sinn machen und mich erst dann dafür entscheiden.

Zum PoleMaster kann ich nur sagen, das Teil ist sein Geld wert!
Rein optisch ist es mir niemals zuvor gelungen so sauber einzunorden.
Selbst der "TS-Optics 90° Winkeleinblick" mit seiner 2,5 fach Vergrößerung ist dagegen ein Witz.
Allerdings muss man sich mit dem PoleMaster ein sehr eigenartiges Vorgehen antrainieren um den Vorteile wirklich zu nutzen ;)

Da ich auch als Reisefotograf weltweit gut unterwegs bin, war und ist mir ein transportables Setup sehr wichtig und bin echt sehr froh, dass ich mit dem SA jetzt nicht nur auf Brennweiten bis 50mm beschränkt bin :)
Wer Interesse hat, sieht hier mehr: Norbert Achtelik (@norbert_achtelik) • Instagram photos and videos

Beste Grüße und CS
Norbert
 

mosofreund

Mitglied
Danke Norbert,

jetzt ist es mir klar geworden mit der Balance auf der Dekl-Einheit. Ich arbeite mit meinem Sigma 150 mm an Canon ja mit der Stativschelle an der Dekl.-Einheit. Damit bekomme ich den Schwerpunkt von Cam und Objektiv zumindest halbwegs ins Gleichgewicht. Besser als nichts denke ich.

lg
Wolfgang
 

Okke_Dillen

Mitglied
Hi Norbert,

freut mich, daß es nun endlich klappt!! Ich wünsche viel Spaß und viele tolle Bilder, die wir natürlich auch sehen wollen! :cool:

Viele Grüße und CS!!
Okke
 

Norbert-A

Mitglied
Hallo Wolfgang,

falsch - halbwegs reicht nicht!!!
Das muß wirklich sehr genau sein - wie alles am SA, da die ganze Konstruktion sowieso schon sehr wackelig ist.
Tipp: Schraub die Acra-Schiene an die Objektivschelle unter Deine Kamera und finde den "genauen" Schwerpunkt, so dass die Kamera-Objektiv-Kombination auf der Stirnseite eines einzigen Auszugs von einem Zollstock (also auf einem Millimeter) in Waage zu liegen kommt. Dann die Zahl von der Acra-Schiene für diese (und alle anderen) Objektiv-Kombinationen aufschreiben und ab in die Kameratasche damit.
******************************************************
Hi Okke,

Du glaubst garnicht wie mich das freut :)
Fotos werden folgen - versprochen.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

Sternenfee123

Mitglied
Hallo Norbert,

Gratulation, durch Deine Hartnäckigkeit hast Du nun einen für Dich gangbaren Weg zu richtig langen Belichtungszeiten gefunden. (y)
Kannst Du bitte ein aktuelles Bild vom Aufbau zeigen?
 

Norbert-A

Mitglied
Hallo Fee,

gerne - siehe Anhang.
Der PoleMaster fehlt da zwar noch, aber das werde ich zeitnahe nachholen.

Das weglassen des Kugelkopfes ist ebenfalls sehr hinderlich bei der Ausrichtung und der Wahl des Ausschnittes. Der Kugelkopf an sich ist dabei auch vollkommen unschuldig gewesen. Allerdings bekommt man die Kamera mit dem Objektiv auf einem Kugelkopf nicht mehr genau in DEC ausbalanciert. Das hat in erster Linie mit der minderwertigen Konstruktion der DEC-Achse auf der L-Schiene zu tun. Da muss ich mir auch noch was bessere ausdenken bzw. optimieren.

Am optimalen workflow mit dem PoleMaster experimentiere ich momentan noch.
Das ist mit dem SA alles andere als einfach.
Sobald ich einen Standard-Arbeitsweg mit dem PoleMaster gefunden habe,
werde ich den hier auch veröffentlichen.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

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Zuletzt bearbeitet:

Optikus

Mitglied
Hallo Norbert,

bin mal Deinem Link gefolgt - echt tolle Aufnahmen. Ich muss allerdings (als Katzenhalter), meine Favoriten deutlich unter den #gepunktete Miezekatzen setzen ;), nix für ungut :beobachten:...
 

Okke_Dillen

Mitglied
:oops: Ui! Na dem schenkst du ja richtig ein, Respekt!

Ich sehe gerade, daß du da einen wireless Auslösetimer montiert hast. Da ich mit den wireless-Qualitäten meines Exemplars so gar nicht zufrieden war (Aussetzer), würde mich interessieren, ob du mit diesem zufrieden bist und was das für einer ist.

Danke dir!
Grüße,
Okke
 

Norbert-A

Mitglied
Hi Okke,

richtig, der ist voll bezahlt - also darf der SA jetzt auch voll arbeiten.
Momentan sind 180 Sek. bei 400mm kein Problem, aber ich teste noch.
Der PoleMaster zusammen mit dem MGEN geht gut!

Den Fernauslöser Pixel TW-282TX benutze ich jetzt gut 8 Jahre intensiv (für alle nur denkbaren Anwendungen wie Timelapse usw.) und hatte noch "nie" Probleme.
Da schwirren am SA & Co mittlerweile eh schon genug Kabel rum auf die man aufpassen muss ;)
Außerdem darf man dem Wackelkandidaten SA während der Arbeit nicht zu nahe kommen und der Fernauslöser geht zuverlässig bis 15 Meter Abstand (wahrscheinlich sogar wesentlich mehr).
Was man bei solchen Geschichten auf jeden Fall meiden sollte ist WLAN.

Beste Grüße und CS
Norbert
 

Optikus

Mitglied
Hallo Norbert,

betreffend die Untauglichkeit von WLAN für Echtzeitanwendungen kann ich Dir nur beipflichten. Dafür wurde das uns bekannte WLAN nie gemacht. Nicht umsonst gibt es für solche Anwendungen Drahtlosnetze mit anderen Protokollen, allein der Aufwand, solche Netze zu etablieren und zu betreiben ist enorm. Bei manchen Sachen bleibt's besser klassisch.

CS
Jörg
 

Norbert-A

Mitglied
Eher zufällig bin ich auf diesen (nicht mehr ganz jungen) Beitrag gekommen und habe festgestellt,
dass ich ja noch Infos zu meinem Workflow (mit dem SA, MGEN-II und PoleMaster) beisteuern wollte - was ich hiermit nachhole.

Die Standardroutine des SA-Aufbaus verdient besondere Hingabe.
Guter Untergrund, stabiles Stativ, sauber ins Wasser stellen, ordentlich optisch einnorden, feinfühlig in beiden Achsen balancieren - halt die üblichen Verdächtigen.
Laptop an und mit Bathinov fokussieren.

Dann visiere ich mit der Kamera das Ziel zunächst grob an und bringe die Achsen in die entsprechende Start-Position. Diese Position merke ich mir (markiere evtl.) und nehme diese als home-position für den Wechsel zum PoleMaster.

Also wechsle ich einfach in die PoleMaster-Software und arbeite die genaue Einnordungs-Routine "in Ruhe" durch. Danach berühre ich das Setup nur noch mit Fingerspitzen, bringe die RA-Achse wieder in die home-position und richte genau aus.

Evtl. noch einen Schärfetest mit der im Hintergrund noch offenen Canon-Software um mit der Kabelverbindung die Fotos schnell auf 100% kontrollieren zu können.
Danach widme ich mich dem MGEN-II, Leitrohr für den MGEN evtl. noch minimal verstellen um ein geeigneten Guiding-Stern zu finden.
Dann die übliche Routine des MGEN durchgehen und schwups, schon ist die erste Stunde wie im Flug...
Bei den ersten Fotos der langen Belichtungen noch kurz Histogramm, Schärfe und Ausschnitt prüfen,
Laptop ausschalten und das ganze Sutup so lange laufen lassen, wie es irgendwie möglich und sinnvoll ist. (im angehängten Beispiel waren das durchgehend 6 Std.)
In der Zeit genießt man die Nacht, wechselt mal den Akku und guckt gelegentlich mal auf dem MGEN.
Gute Laune kommt auf, wenn sich der Leitstern bei dithern auf dem MGEN-Display komplett waagerecht bewegt und auch sonst in der Mitte bleibt ;-)

Anhang - Herz + Seelennebel
Netto 180 x 3 Min. Belichtungszeit mit der EOS 6Da (first light) plus 60 darks,
EF 200 II L f/2.8 bei f/3.5, ISO 1600, auf Star Adventurer mit MGEN und PoleMaster.
Sorgfältige RAW-Konvertierung in tif, sehr kritisches Stacking im Starry-Sky-Stacker und ansonsten ausschließlich PS.

Das Seeing war in der Nacht am 26.10.19 erstklassig auf der Winklmoosalm.
Auch die begleitenden Kollegen war von der Session sehr angetan :)

Beste Grüße und CS
Norbert

PS
Ich suche gerade eine gut erhaltene EQ6-R
 

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Okke_Dillen

Mitglied
Donnerwetter! Da hast du dein Equipment jetzt aber gut im Griff!! 3min mit 200mm BW und runde Sterne ist eine Ansage! Gratuliere! (y)
Die Farbsättigung scheint mir etwas übertrieben, rot ist hi und da bereits in Sättigung, die Bearbeitung insgesamt etwas "hart", aber das ist ja Geschmackssache ;)

Läuft! :cool:

Grüße und CS!!
Okke
 

Norbert-A

Mitglied
Vielen Dank Okke!

Zunächst muss ich mich in CaptureOne erst mal mit dem neuen Weißabgleich der modifizierten Kamera anfreunden, weil der Regelbereich in Adobe-RAW dafür leider nicht ausreicht ;-)
Grundsätzlich fühle ich mich bei der Bearbeitung dieser Astrofotos noch stark unsicher. Da ist sicher noch jede Menge Platz nach oben und ich bin dankbar für jeden Tipp.

Wer für Photoshop gute Tutorials kennt, darf die gerne empfehlen ;-)
Bisher hangele ich mich an den Empfehlungen von Trevor Jones entlang: AstroBackyard

Beste Grüße und CS
Norbert
 
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