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Starlink - der Supergau für Astrofotografen?

APM_Pietsch

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Starlink - der Supergau für Astrofotografen?

Starlink
ist ein vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX unter Elon Musk und Gwynne Shotwell geplantes weltumspannendes Satellitennetzwerk, das ab Mitte 2020 Internetzugang in den USA bieten soll,[1] später auch weltweit. Derzeit befinden sich 122 Starlink-Testsatelliten im Erdorbit. Darüber hinaus bestehen bis zum Jahr 2027 befristete Genehmigungen für den Start von maximal 11.867 weiteren Satelliten[2] sowie Anträge von SpaceX für nochmals bis zu 30.000 Satelliten. Insgesamt entspricht dies dem fünffachen aller von 1957 (Sputnik 1) bis 2019 gestarteten Satelliten.
Quelle: Wikipedia Starlink – Wikipedia

Am 11.11.2019 wurden 60 Satelliten mit einer Falcon 9 Rakete ins All geschossen. Orbit ca. 550 KM
Gestern (und auch vorgestern) hat meine Meteor Radar-Antenne folgendes Bild registriert.

spaceX Satelliten.jpg


Die schräg verlaufenden Linien sind Satelliten-Spuren des Starlink-Clusters. Auf drei Aufnahmen (hier nur die mit den meisten Spuren gezeigt) konnte ich 58 Satelliten-Spuren nachweisen. Dieser Vorgang, so kann man es aus der Aufnahme von vorgestern ermitteln, wiederholt sich alle 24Std. + 4Min. Die Satelliten werden sich, durch eigenen Antrieb noch räumlich verteilen.
Zeitgleich wurden diese Satellitenspuren auch von Österreich aus registriert (Fritz Lensch, der die Spuren als erster erkannt hat) .
Weitere Infos kann man in der Facebookgruppe "Amateur Radioastronomie" finden.

Bei 60 Satelliten - okay.
Wie aber sieht unser nächtliche Himmel bei 12.000 Satelliten aus? Geschweige denn mit 30.000 Satelliten?
Vielleicht so, wie hier auf dem Bild zu sehen ist.

StarlinkSatelliteTrails[1].jpg


Telescopes at Lowell Observatory in Arizona captured this shot of galaxies May 25. Their image was marred by the reflected light from more than 25 Starlink satellites as they passed overhead.
Quelle: Global astronomy groups say they’re concerned about SpaceX’s Starlink

Was für eine Horror-Vorstellung!

Was meint ihr?

~Andreas (bei APM im Team, hier aber mehr privat)
 

Winzi

Mitglied
Es ist NICHT NUR Starlink, die diese Satelitten ins All bringen wollen. Amazon und weitere Unternehmen planen das auch, so dass Internet in jeder erdenklichen Region der Erde verfügbar ist.

DAS ist der Tod der Amateurastrofotografie.

In naher Zukunft werden 30, 40, 60.000 Satelitten in relativ geringer Höhe über uns schwirren und egal wie diese reflektieren oder selbst leuchten, den Himmel definitiv NICHT mehr so aussehen lassen, wie er jetzt aussieht.

Ich kann mir auch so gar nicht vorstellen, dass das KEINEN IMPACT auf die professionelle Astronomie haben soll und ich frage mich, WO ist der Aufschrei der Organisationen/Institute und Sprecher?!?!?
 

Haramir

Mitglied
Hi,

wir müssen dann kürzer belichten :)
Ne im Ernst ... Für uns Fotografen der Horror aber wir werden es nicht verhindern können.

Gruß Jens
 

HermannvonEiff

Mitglied
Hallo Kollegen,
sind die Satelliten eigentlich geostationär?
Elon Musk sagt, dass die Satelliten keinen Einfluss auf die Astronomie haben werden.
Schau'n mer mal

VG
Hermann
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo zusammen,

alles kein Problem. :cool:

Irgendwann von Musk die Teleskope zum Mond bringen lassen. Ist eh viel besseres Seeing dort. Da kann man dann ganz ungestört weiterfotografieren....

Achso, von der Erde aus gehen immer noch Sonne, Mond und Planeten, was will man denn mehr. Sind ja sowieso viel zu viele DS-Objekte die man immer so ablichten muss.:devilish:

Fazit: Vereinfacht alles erheblich.:ROFLMAO:

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt bearbeitet:

APM_Pietsch

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Hermann - die Satelliten sind nicht geostationär. Die fliegen alle zwischen 500 und 1325 KM Höhe um die Erde.
~Andreas
 

Shreevy

Mitglied
Hallo!

Irgendwie auch beängstingend ... vielleicht erledigt sich das Problem ja auch von selbst, wenn einer der Satelliten crasht und die Trümmerwolke eine Kettenreaktion auslöst (vgl. das Szenario in dem Film Gravity).

VG
Sharif
 

ThE_cORe

Mitglied
Es ist schade aber ich denk es wird alles darauf hinauslaufen das am Ende Bearbeitungstechniken herhalten müssen, um da gegen Zuarbeiten.
 

Astro Steve

Mitglied
Ich glaube nicht, dass das passieren oder erlaubt wird. Schon lange ist nämlich Weltraummüll ein bekanntes Problem sowohl für die ganze Raumfahrt als speziell auch für die Nasa und Esa. Ich lese sehr viele Fachbücher, anbei ein paar Seiten eines Buches vom Astronaut Ulrich Walter:
 

Astro Steve

Mitglied
Im Übrigen auch in sämtlichen Medien derzeit ein großes Thema und auch derzeit heiß von der ESA diskutiert, auch die Nasa würde sich ins eigene Knie schießen derartige Mengen dort hoch zu schießen, denn was erst mal da draußen ist, ist es dann auch für seeeehr lange Zeit
 

Winzi

Mitglied
Rausrechnen von Bildbearbeitungsprogrammen ist so eine Sache, denn man schaue sich mal die "Dicke" der Leuchtspuren an und auch die Dichte der Spuren nebeneinander. Wenn davon wirklich 40-80.000 herumfliegen am Himmel, wird praktisch jede Aufnahme > 10-30 Sekunden diese Spuren haben...
 

Felix

Mitglied
Das sieht auf den Bildern ja schon recht schlimm aus. Man stelle sich mal vor, wenn es nach den zehntausend "Internet-Für-Alle"-Satelliten dann kein halten mehr gibt? Wann schießt der erste Milliardär dann ein paar hundert Satelliten mit Festtagsbeleuchtung in den Himmel um seiner Liebsten einen Antrag zu machen? Wollten die Chinesen nicht auch mal große Spiegel installieren um in ihren Städten in der Nacht auch Tageslicht zu haben? An verrückten Ideen mangelt es nicht :(
 

KlausTietzel

Mitglied
Hm, die spektakulären Strichspuren sind doch recht kurz nach dem Start eines Clusters aufgenommen worden, korrekt? Das hat mit den Bildern die "in Zukunft" gemacht werden also erstmal nix zu tun - der endgültige Orbit ist ja noch nicht erreicht. Hat vielleicht jemand schon Aufnahmen von Spuren mit Starlink-Satelliten im endgültigen Orbit gemacht?
 

APM_Pietsch

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Ja, am 11.11 gestartet und am 12.11 habe ich die Teile mit meiner Meteorscatter-Anlage erstmals registriert.
Mittlerweile haben sich die einzelnen Satelliten deutlich voneinander entfernt. Nachweisen kann ich die Starlink Satelliten immer noch. Aber ich weiß nicht, wann der endgültige Orbit erreicht wird.
 

Okke_Dillen

Mitglied
Moin,

vorhin im Autoradio den ersten Beitrag des Deutschlandfunks zum Thema gehört, leider nur das Ende. Später mal die Mediathek durchgucken, da steht bestimmt was.... dauert ja immer ein paar Stunden, bis es verfügbar ist. Wenn ichs finde, stell ich nen Link rein.

Gruß
Okke
 

joetaiga

Mitglied
Hm, die spektakulären Strichspuren sind doch recht kurz nach dem Start eines Clusters aufgenommen worden, korrekt? Das hat mit den Bildern die "in Zukunft" gemacht werden also erstmal nix zu tun - der endgültige Orbit ist ja noch nicht erreicht. Hat vielleicht jemand schon Aufnahmen von Spuren mit Starlink-Satelliten im endgültigen Orbit gemacht?

Ich bin da nicht so optmistisch. Die Satelliten sollen 4-7 mag hell sein. Die ersten Satelliten fliegen allerdings ca. 500km hoch. Die Mehrzahl soll später nur ca. 350km noch fliegen. D.h. die könnten deutlich heller sein.

In der Form ist das etwas komplett neues. Eine einzelne Person schafft etwas, dass jeder Mensch auf der Erde sehen kann und vor allem sehen muss, wenn er nachts nach oben schaut. Mir ist absolut schleierhaft, wie so etwas ohne irgendeine Form der Diskussion einfach so möglich ist.

Warten ob es wirklich so schlimm wird, ist keine Option. Dann ist es zu spät. Ich kann jedem nur empfehlen sich in allen möglichen Sozialen Netzwerken Accounts anzulegen und seinen Unmut kund zu tun.
 

Okke_Dillen

Mitglied
Habs, es ging im Dlf um die mögliche Kollision zwischen Starlink#44 mit einem ESA-Satelliten und wie man Algorithmen finden will, die künftig Kollisionsvermeidungsmanöver selber auslösen sollen:
Hoffe, der Link funktioniert. Sonst: Dlf-->Mediathek-->29.11.2019-->16:36

;) Okke
 

astrozausel

Mitglied
hoffe das man das rausrechnen kann. Die Stacking Programme sind ja recht effektiv.
Hatte vor kurzen 3 kräftige Satspuren + ein fettes Flugzeug auf dem Bild drauf. Nach dem Stacken war alles weg.
Hier sind die Software Programmierer gefragt das ganze noch etwas zu modifizieren.

Verhindern kann man das Problem wahrscheinlich da oben nicht mehr.

Gruß Dieter
 

Okke_Dillen

Mitglied
Interessant ist auch der Verweis auf den Beitrag "Säbelrasseln im All" diesen Sonntag 16:30.

Das wird sicher noch lustig die nächsten Jahre :)
Jau! Das hab ich mir auch gedacht. Besonders, wenn wieder mal ein besonders begabtes Regime demonstrieren will, daß es sich in der Lage sieht, jeden beliebigen Satelliten "eliminieren" zu können. Aber andere holen auf, immer mehr Regimes finden sich auf dem Niveau ein...
Gerne auch, wo auf begangene Fehler eine jetzt-erstrecht-Attitüde folgt, weil ja sonst ein Gesicht verlorenginge... :rolleyes:
Die Grafik im Post#15 finde ich bemerkenswert, der Antisat-Test (absichtlich) und die Kosmos-Iridium-Kollision (eher hoppla, also unabsichtlich) haben die Trümmerteile mal eben mehr als verdoppelt :oops:

Immerhin, man kann auch eine Tendenz ablesen, daß dieser Eintrag kurz danach auch wieder einen Abwärtstrend einnimmt. Ein kleiner Trost. Die Grafik endet bei 2012 mit einer Zahl um 10000 total objects. Nun haben wir 2019 - noch - und es sind plus 42000 Starlinksats und mindestens nochmal soviel anderer Betreiber fürs kommende Jahrzehnt angesagt. Das ist fast eine Zehnerpotenz größer, netto.... tapfer!

Grüße und CS!!
Okke


PS: dithern nicht, aber Winzorized Sigma Clipping beim Stäkken, man braucht etwa 30 Lights aufwärts für befriedigende Ergebnisse.
 

ThE_cORe

Mitglied
Wenn dich die Grundlage wie das funktioniert interessiert such mal bei YT median stacking Photoshop ein um Menschen zu entfernen aus Bildern. Das ist quasi das was wir spezialisiert in der astrofotografie haben. Nur da ist es anschaulicher
Beispiel

Könnte so ein satelliten Netz eventuell auch ein Schutz darstellen für mittlere Asteroiden 😂
 
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