Nun, mit diesem Zwiebelring habe ich mich vorerst mal arrangiert. Man erkennt aktuell ja visuell deutlich eine Aufhellung am beleuchteten Rand. Dass diese am Ende so ringförmig abgesetzt herauskommt, ist natürlich ein Artefakt, aber es entbehrt nicht vollkommen einer realen Grundlage, von daher akzeptiere ich es im Moment, zumindest solange bis ich eine bessere Methode gefunde habe. Mit konventionellen Schärfungstools (Wavelet/Deconvolution/Unsharp Mask) kommt dieser Ring -bei mir zumindest - auch immer und unvermeidbar. Um dagegenzuhalten, habe ich die gleiche Idee entwickelt wie auch von
@komposer hier im Forum beschrieben, d.h. ich arbeite am Rand eine weniger geschärfte Variante ein. Sonst wäre der Randartefakt noch stärker sichtbar.
Aktuell verwende ein Mischung aus Deconvolution (mit einer alten SIRIL-Version), Wavelets (Registax) und am Ende bei der Zusammenstellung mit Gimp noch -u.U.- Unsharp Mask, wenn's die Qualität erlaubt. Bei den Registax Wavelets verwende ich meist nur die erste Ebene, und auch Step Increment 0. Bei der Deconvolution mit der alten SIRIL Version Kernel Sizes von 3-4 für die ersten Iterationen, später noch eine Runde mit ca. 2. Das neue, aktuelle SIRIL hat ein aufwändigeres Deconvolution-Modul, mit mehr Einstellmöglichkeiten, damit komme ich aber igrdw. noch nicht richtig klar.Leider fehlt mir noch mehr Detailkenntnis über die Parameter, ob z.B. die 'Kernel-Size' des Deconvolution Filters wirklich eine räumliche Grösse ist, od. anderweitg die Stärke des Effekts beschreibt. Mit gehts es oft so, dass ich nur wenig deutlich nachvollziehbare Effekte der ganzen Filter und Tool Parameter erkennen kann. D.h. Hautsache, man zieht ein paar Slider auf, egal welchen, kommt am Ende eh alles gleich 'raus. Etwas ironisch überspitzt ausgedrückt
Ich nehme die Idee aber mal auf und probiere nochmal mit den Deconvolution-Einstellungen herum, vielleicht erkenne ich dann ja die Magic dahinter doch noch.
Was mir in den letzten Woche noch aufgefallen bzw. als Idee eingefallen ist, vor allem beim Betrachten des Livestreams: Auch ein ungünstiges Zusammenwirken von Seeing und Belichtungszeit könnte den Randartefakt verstärken. Das Seeing produziert ja ein permanent verzerrtes Bild, d.h. auch einen fluktuierenden Rand. Die Luftunruhe verhält sich zwar stochstisch, eine gewisse 'Quasi-Periodizität' lässt sich trotzdem ab und zu erkennen. Wenn jetzt die 'Frequenz' der Verzerrung unglücklich mit der Belichtungszeit korrelliert, könnten bestimmte verzerrte Positionen öfters im Stack landen als andere, und die wirken dann als Keim für Schärfungsartefakte. OK, gewagte Theorie

Müsste man alles mal mit ausführlichen Testreihen näher untersuchen.
Ich habe in weiser Vorraussicht die meisten Rohdaten inkl. der Streams der letzten Monate noch aufgehoben, so dass ich das Postprocessing noch optimieren kann. Wenn Mars demnächst so weit weg ist, dass es sich wirklich nicht mehr lohnt.
-cb