Staubsturm auf dem Mars / Bitte mitmachen!

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Hallo Rudolf.
Solange es möglich ist mit 6" und der ASI290mc solche Ergebnisse erzielen zu können, ist doch alles im grünem Bereich, oder?
CS Jozef.
P.S: meine Sternwarte ist gleich auf dem Balkon stazioniert... sind nur ein par Corona freie Meter um dahin zu kommen. ;)
Keine Frage Jozef. Top für 6".
Ich meinte damit aber eben auch, dass ein RGB noch ein Sahnehäubchen oben drauf geben kann, weil zum einen noch einmal ein kleiner Zugewinn an Auflösung möglich sein kann, zum anderen die Feinabstimmung gerade zu den Wolken dort deutlich besser geht. Da sind die Farbkameras einfach alle zu blauschwach.
 
Und gleich noch ein Beispiel für Beides:
Bin am Sonntagabend nach dem Laufen Schwimmen im Pool (wer zweifelt da noch am Klimawandel; mit Wärmepumpe geht das bei uns sogar noch am 13. Dezember bei 23° Wassertemperatur). Als ich wieder rauskomme (ist überdacht, der Pool), seh ich Mars. Unerwartetes Aufklaren. 15 min später war ich in der Sternwarte und einsatzbereit. Das Seeing durchaus ansehnlich. Das Filterrad ein echter Gewinn. Es geht alles viel schneller und ohne Anfassen, was auch die Gefahr des Verdrehens ausschließt. Schnell RGB gemacht, dann die IR-Pass. Schon im Livebild war viel zu sehen. Anbei zwei Ergebnisse von 20:53 MEZ, einmal RGB, einmal IR-RGB, wobei die Luminanz vorsichtig eingearbeitet wurde unter Erhalt der Wolken. Ergebnis: Mehr als sehenswert für gerade mal 12,6".
Zum einen: Auf den Berg gefahren wäre ich nicht.
Zum anderen: Ein Farbbild wäre schneller gegangen, aber nie so gut geworden.
CS
Rudolf
 

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Die kleine Privatsternwarte ist schon beeindruckend!! Sicher auch sehr komfortabel.
Und zum Mars: Staub scheint keiner mehr gross unterwegs. Vielleicht noch etwas in der Atmsophäre, lässt sich schwer beurteilen. Sieht aber so aus, als gäbs in südl. Breiten einen Dunstring, es schimmert jedenfalls da etwas bläulich auf den Bildern.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Während andere hier schon Jahresrückblicke zusammenstellen, bin ich noch immer mit den Auswertungen d. Staubsturm-Aufnahmen befasst :). Mittlw. habe ich genug Marse zusammen für eine "Staubsturm-Matrix". Horizontal nach Tag, vertikal nach m.o.w vergleichbarer Ansicht bzw. ZM angeordnet (mit etwas Abweichung, v.a. in der ersten Reihe, aber ich wollte nicht noch eine 5. Reihe hinzufügen.)
mars_staubsturm_2020-11-18b30.jpg

[ 6" ED Apo, Okul.Proj., RGB Filter]

Der Sturm begann um den 13.Nov. herum (od. sogar früher?) u.a. im Vallis Marineris, später kamen in der Chryse-Region lokale Zellen hinzu, und im südlichen Mare Erythräeum (ME). Auf ALPO gibt es davon schöne Aufnahmen, zu der Zeit war diese Mars-Seite bei uns noch nicht sichtbar. Rotations- und wetterbedingt kam erst am 18.Nov. der Sturm bei uns ins Blickfeld. Da sah man noch -perspektivisch stark verkürzt -die Zellen über der Chryse-Region als Verdichtungen in der Wolke, sowie auch eine Wolke im südl. ME. Am auffälligsten waren aber 2 neue Zellen bei Solis Lacus (SL), deren Staubfahnen in (Mars-)östliche Richtung wehten. Später rückte die grosse Wolke im südöstl. ME ins Blickfeld, während bei SL schnell Ruhe einkehrte. Insgesamt schien sich alles ostwärts zu verlagern. Zw. dem 21. und 25. fehlen -wetterbedingt- Aufnahmen, in der Zeit hat sich der Staub wohl langsam i.d. Atmosphäre ausgebreitet, was zeitweise zu einer grossflächigen Eintrübung führte. Die klang aber dann überraschend schnell wieder ab, am 27. waren schon wd. viele Oberflächendetails gut sichtbar, auch wenn die Trübung v.a. östlich von ca 40° noch erkennbar blieb, inkl. einzelner lokaler Verdichtungen. Die Atmosphärentrübung zeigte sich auch durch einen halbringförmige Aufhellung am P-Rand ("C-Ring"), das war auch visuell gut zu sehen. Gerade am 27. sah man gut, wie der eingetrübte Teil im Laufe d. abends wegdrehte. Ab und inkl. SL und (Mars-)westlich davon war alles wd. normal. Gegen Ende der Serie am 30. Nov war dann nur noch südöstl. Sinus Sabaeus eine konzentriertere Staubwolke übrig geblieben.

Insgesamt war's ein schönes Spekatakel, das Onkel Mars uns noch geboten hat :), kurz bevor der Vorhang nun langsam fällt :(.
-cb
 
Hallo.
Ein kurzes Aufklaren heute Abend, Saturn und Jupiter rücken immer näher zusammen (was ich aber leider nicht aus der Sternwarte ablichten kann).
Dafür hatte ich Gelegenheit, vor dem Zuziehen noch etwa 40 min Mars abzulichten.
Trotz unterdurchschnittlich schlechten Seeings und der schrumpfenden Größe geht weiterhin noch eine Menge. Das Bild von heute 17:40 MEZ bestätigt wie schon vor drei Tagen die beiden Bilder, dass sich in südlich-mittleren Breiten ein polumkreisendes Wolkenband gebildet hat. Es zeigt die kräftigste Ausdehnung am aufgehenden Rand (rechts) und wird nach Westen zum Marsabend hin dünner. Vermutlich durch die Tagessonneneinstrahlung.
Staub ist gewiss immer noch in der Atmosphäre, die leicht trüb wirkt. Der linke Rand ist deutlich heller und gelblich, was für Staub spricht.
Links unten ist ein deutlich gelber Fleck auffällig, der direkt an die bläulich-grüne NPH angrenzt. Da scheint lokal immer noch deutlich mehr Dreck aufgewirbelt als anderswo.
Ansonsten wird es - vor allem bei miesem Seeing - jetzt immer schwerer, die Restpolkappe am Südpol noch sauber abzulichten.
CS
Rudolf
 

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Echte Mars-Mainacs geben halt so schnell nicht auf :) Interessant, dass dein Eimer noch beide Ohren des Warzenschweins auflöst, das grössere hatte ich vor einigen Wochen noch grad so abbilden können, jetzt geht nix mehr. Auch die Südpolkappe lässt sich mit 6" nicht mehr auflösen, u.U. kann man sie mit viel Willen im Blau-Kanal Bild hineininterpretieren. Dafür zeigt sich das Dunst/Wolkenband in hohen südlichen Breiten gut, was für dessen Grösse spricht. In den RGB Bildern erkennt man es wie immer nur auf den 2. Blick, daher habe ich die Blau-Kanäle dazugestellt.
mars_2020-12-16.jpg

[6" ED Apo, Okul.Proj. RGB ]

Bei der Rotation in den Vormittag scheint das Dunstband sich tw. aufzulösen, und es kommt wohl auch nicht gleichviel nach, gg. 16:37 UT erschien es deutlich dichter als später. Die Nordpolhaube ist sehr prägnant, auf dieser Mars Seite war sie noch vor Wochen nur gerade so zu sehen.
Der helle Ring am P-Rand spricht dafür, dass noch Staub i.d. Atmoshpäre ist. Weiter südlich ist der Ringe aber bläulich, d.h. im Norden mehr Staub, und im Süden mehr Dunst ?? Last but noch least ist die Region nördl. d. Mare Sirenums hell, in allen Kanälen. Das dürfte die Tharsis-Ebene sein, die ist ja immer für Sepcial Effects gut.
-cb
 
PS: Seeing war ld. eher schlecht bis mittelmässig, wie immer am frühen abend. Wurde später etw. besser, aber dann ld. auch schnell wd. schlechter..
 
Was gute Bedingungen doch ausmachen, hier eine Aufnahme von einem Tag später (vgl zu obigem Post). Das Seeing hatte zwar noch etwas Luft nach oben, aber es war definitv gut. Man kann jetzt im RGB Komposit sogar noch die Ohren des Warzenschweins erahnen, und auch die kleine Südpolkappe, und das mit 6" Öffnung. Das Dunst/Wolkenband in südl. Breiten kommt auch viel besser 'raus, möglich natürlich, dass es auch an Dichte/Ausdehnung zugenommen hat. Evtl. wirkt da Staub aus dem Sturm als Kondensationskeime ??
Im Bereich des Morgenterminators scheint übrigens noch mehr Dunst zu wabern.

mars_2020-12-17.jpg


[6" ED Apo, Okul.Proj., RGB ]
-cb
 
Hallo,
am 1. Weihnachtstag gab's hier ein eiskaltes Aufklaren. An sich nicht die besten Voraussetzungen für gutes Seeing, doch weil es sich wohl um eine Absinkzone handelte, in der die Wolken sich auflösten, fand ich am Teleskop fast das beste Jahres-Seeing 2020 vor. Selbst im Livebild waren auf dem winzigen Mars eine Menge an Details erkennbar, darunter sogar die Polkappe, die im scharfen Rotbild ca. 0,3" Durchmesser hat.
Im Süden gibt es weiter ein ausgeprägtes Wolkenband in mittleren Breiten rund um den Pol, das wie gehabt vom Aufgangs- zum Untergangsrand schmaler wird.
Auch im Norden und erst recht dem Westrand links ist einiges an Dunst unterwegs. Das beigefügte R-RGB wirkt da noch deutlich kontrastreicher als das reine RGB.
Gut zu sehen Solis Lacus und Umgebung und unten rechts den erscheinenden Oly Mons sowie darüber als Punktereihe die drei Vulkane Ascraeus, Pavonis und Arsia (von links nach rechts). Zahlreiche weitere Details sind noch aufgelöst, und das trotz gerade mal noch 11,1".
Von Staub ist nicht wirklich was zu sehen, es soll aber nach Beobachtungen weiter westlich noch solcher in der Südhemisphere unterwegs sein. Dies ebenfalls in mittleren Breiten, was gut zur Theorie passen würde, dass der Staub auch den Dunstgürtel auslöst.
Ich bleibe weiter dran.
CS
Rudolf
 

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Zuletzt bearbeitet:
Schon toll, was mit entsprechender Ausrüstung immer noch an Details sichtbar gemacht werden kann. Das südl. Dunst/Wolkenband hat sich scheints etwas aufgeweitet, es fällt auf im B-Kanal Bild,, auch visuell (mit Blaufilter), ist aber wohl etw. weniger dicht als noch vor Tagen, weswegen es im RGB dann weniger gut herauskommt.
Die Bedingungen waren auch hier unerwartet gut, ich habe mehrere Aufnahmen machen können. Einen Weihnachtsmars habe ich schonmal in die Galerie gestellt.
-cb
 
Das hängt aber auch immer ein bisschen von der Abmischung der Farbkanäle ab. In diesem Bild, das nur wenig später als das weiter oben gezeigte aufgenommen wurde, sieht man die Wolken deutlicher. Zum einen, weil der Blau- wie auch der Grünkanal da so gut waren wie seltenst. Zum anderen auch, weil es ein IR-RGB ist, und dann natürlich, wie ich gemischt habe. Auf jeden Fall deutlich mehr "Wetter"...
CS
Rudolf
 

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Sicher spielt das Seeing, bzw. die resultierende Qualität der Daten eine Rolle, und die RGB Komposition erfolgt auch weitgehend 'nach Gefühl' :) . Aber mit der Zeit hat man ja eine gewisse Routine b.d. Bearbeitung entwickelt, die am Ende dann doch für eine Vergleichbarkeit sorgt. D.h. mit Schwankungen pendeln sich die Resultate in einem gewissen Korridor ein.
Mittlerweile habe ich alle Marse vom 1. Weihnachtstag fertig, mit über 4h war das zwar nicht die längste, aber doch eine der längsten Reihen des vergehenden Jahres, und das ganz unerwartet zu dieser Zeit.
mars_2020-12-25.jpg

[6" ED Apo, Okul.Proj., RGB (oben), B-Kanal (unten, verkleinert) ]

Man sieht denke ich schon, dass sich das Dunst/Wolkenband verglichen mit Aufnahmen vor ein paar Tagen (z.B.17.12., s.o.) stellenweise aufgeweitet hat. Natürlich schaut man rotationsbedingt auch auf unterschiedliche Bereiche. Übrigens lässt auch die erste Aufnahme trotz schlechterer Qualität darauf schliessen, dass - wie von @Canonist oben schon erwähnt- im Süden auch (mars-)östlich v. Solis Lacus weiterer Dunst unterwegs ist, der dann allerdings wegrotiert.
-cb
 
Danke für die schöne Zeitreihe.
Was mir bei Deinen Bildern immer wieder auffällt, ist der sehr auskragende Überschwinger an der rechten Seite. Mit welcher Filtergröße gehst Du da beim Schärfen ran, und was käme raus, wenn Du ggf. mal mit kleineren schärfst?
 
Nun, mit diesem Zwiebelring habe ich mich vorerst mal arrangiert. Man erkennt aktuell ja visuell deutlich eine Aufhellung am beleuchteten Rand. Dass diese am Ende so ringförmig abgesetzt herauskommt, ist natürlich ein Artefakt, aber es entbehrt nicht vollkommen einer realen Grundlage, von daher akzeptiere ich es im Moment, zumindest solange bis ich eine bessere Methode gefunde habe. Mit konventionellen Schärfungstools (Wavelet/Deconvolution/Unsharp Mask) kommt dieser Ring -bei mir zumindest - auch immer und unvermeidbar. Um dagegenzuhalten, habe ich die gleiche Idee entwickelt wie auch von @komposer hier im Forum beschrieben, d.h. ich arbeite am Rand eine weniger geschärfte Variante ein. Sonst wäre der Randartefakt noch stärker sichtbar.
Aktuell verwende ein Mischung aus Deconvolution (mit einer alten SIRIL-Version), Wavelets (Registax) und am Ende bei der Zusammenstellung mit Gimp noch -u.U.- Unsharp Mask, wenn's die Qualität erlaubt. Bei den Registax Wavelets verwende ich meist nur die erste Ebene, und auch Step Increment 0. Bei der Deconvolution mit der alten SIRIL Version Kernel Sizes von 3-4 für die ersten Iterationen, später noch eine Runde mit ca. 2. Das neue, aktuelle SIRIL hat ein aufwändigeres Deconvolution-Modul, mit mehr Einstellmöglichkeiten, damit komme ich aber igrdw. noch nicht richtig klar.Leider fehlt mir noch mehr Detailkenntnis über die Parameter, ob z.B. die 'Kernel-Size' des Deconvolution Filters wirklich eine räumliche Grösse ist, od. anderweitg die Stärke des Effekts beschreibt. Mit gehts es oft so, dass ich nur wenig deutlich nachvollziehbare Effekte der ganzen Filter und Tool Parameter erkennen kann. D.h. Hautsache, man zieht ein paar Slider auf, egal welchen, kommt am Ende eh alles gleich 'raus. Etwas ironisch überspitzt ausgedrückt :)
Ich nehme die Idee aber mal auf und probiere nochmal mit den Deconvolution-Einstellungen herum, vielleicht erkenne ich dann ja die Magic dahinter doch noch.
Was mir in den letzten Woche noch aufgefallen bzw. als Idee eingefallen ist, vor allem beim Betrachten des Livestreams: Auch ein ungünstiges Zusammenwirken von Seeing und Belichtungszeit könnte den Randartefakt verstärken. Das Seeing produziert ja ein permanent verzerrtes Bild, d.h. auch einen fluktuierenden Rand. Die Luftunruhe verhält sich zwar stochstisch, eine gewisse 'Quasi-Periodizität' lässt sich trotzdem ab und zu erkennen. Wenn jetzt die 'Frequenz' der Verzerrung unglücklich mit der Belichtungszeit korrelliert, könnten bestimmte verzerrte Positionen öfters im Stack landen als andere, und die wirken dann als Keim für Schärfungsartefakte. OK, gewagte Theorie :) :)
Müsste man alles mal mit ausführlichen Testreihen näher untersuchen.
Ich habe in weiser Vorraussicht die meisten Rohdaten inkl. der Streams der letzten Monate noch aufgehoben, so dass ich das Postprocessing noch optimieren kann. Wenn Mars demnächst so weit weg ist, dass es sich wirklich nicht mehr lohnt.
-cb
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wow. Das ist ja mal eine ausführliche Antwort. :cool:
Ich bin noch old fashioned mit Giotto unterwegs, weil ich bislang auf keiner anderen Software einen vergleichbar leichten Weg zur Schärfung gefunden habe. Mex hat ist recht easy zu bedienen, und ich brauch ebenfalls wenige Regler, die schnell Wirkungen zeigen. Das klappt da bislang für mich am besten. Daher kann ich aber eben auch nur für Giotto reden.
Randüberschwinger bilden sich bei Mars in der Regel am hellen Rand. Vor der Opposition war das genau der andere als jetzt. Der subsolare Punkt liegt perspektivisch für uns ja etwas verschoben, das erklärt die aufgehelltere Atmosphäre am Marswestrand.
Bei "Mex hat" kann ich als am geringsten aggressives Filter die Kritische Dämpfung wählen. Sie vermeidet sehr effektiv Überschwinger. Dafür ist eine Feinschärfung damit kaum möglich, aber eben ein gutes "Randergebnis" zum Einarbeiten später. Wenn ich mit Bessel- oder Butterworth-Filter (nur in Fällen sehr schlechter Unruhe auch mal Quadratfilter) an die Schärfung feiner Details gehe, bilden sich die Überschwinger. Grundregel: Je besser das Seeing, desto kleiner kann der Filterwert in Pixeln bleiben, desto kleiner auch der Überschwinger. Schlechteres Seeing - alles größer und Ring dicker.
Gerade dann ist aber vor allem bei randnahem Dunst zum Beispiel die Gefahr der Überbetonung groß, weil auch die Kontraste an den Überschwingern deutlich ansteigen. Ich nutze daher auch oft die Möglichkeit, weichen Rand aus einem Ergebnis mit härteren Details im Innenbereich zu mischen, um zum realistischsten Bild zu kommen. Generell gehe ich mittlerweile deutlich weicher dran als früher oft, wo mir das Maximum an Detail vor Schönheit ging.
Die "Überschwinger" haben manchmal aber durchaus realen Hintergrund. Nämlich dann, wenn ein dunkles Albedodetail randnah steht und die Atmosphäre darüber aufgehellt ist und einen zweiten hellen Rand über dem dunklen Boden bildet. Kommt derzeit des öfteren mit dem Niliacus Lacus zum Beispiel vor.
Nicht zu vergessen, dass Du vermutlich mit deutlich kleineren Bildern einer kleineren Optik arbeitest, wo das alles noch schneller an die Grenze getrieben ist.
Am Ende hilft nur, viel rumzuprobieren, um den besten Weg zu finden. Auch ich komm da immer wieder auf neue Methoden.
CS
Rudolf
 
Schlechteres Seeing - alles größer und Ring dicker.
Das sieht man sogar anschaulich in obiger Reihe, bei der ersten Aufnahme war das Seeing gerade mal mittelmässig, wurde dann aber zunehmend besser. Entsprechend erscheint der Randartefakt im ersten Bild richtig fett und wird dann schmäler. Zudem spielt noch die Öffnung eine Rolle (habe ich hier im Forum irgendwo aufgeschnappt), d.h. der Überschwinger skaliert auch mit der erreichbaren Auflösung. Und, last but not least, an einem 11" Mars fällt das natürlich nochmal stärker auf als im Okt. bei 22".
Auch die Tatsache, dass Filter, die schwache Kontraste verstärken, bei starken Kontrasten dann verzerren, lässt sich noch mit gesundem Halbwissen verstehen. In einem anderen Metier machen sich das z.B. alle Heavy-Metal Gitarristen zu Nutze, nur eben umgekehrt. Bei denen kann quasi der Randartefakt nicht fett genug sein :) Hier zeigen dann sicher auch verschiedene Algorithmen die selbe grundlegende Charakteristik. Ich habe jetzt z.B. mal ein wenig mit den Deconvolution 'kernel-sizes' probiert, das Ergebnis passt zu deiner -mit anderen Tools gewonnenen - Beschreibung. Mit kleineren kernel sizes tritt der Randring weniger stark in Erscheinung -- weil eben alles nur schwächer geschärft wird :-(.
Es wird wirklich Zeit, dass ich mich mal näher mit den ganzen Filtern & Schärfungstools befasse. Bis zur nächsten wirklich guten Marsopposition 2033 od. 35 ist sicher genug Gelegenheit dafür. Für den Moment aber schonmal Danke für's Teilen deiner Erfahrungen, und wiegesagt, ich arrangiere mich aktuell erstmal mit dem Zwiebelring.
-cb
 
"Keeenn iiich" (Hella von Sinnen in einer Fernsehshow)

Ja, kommt mir wirklich bekannt vor, Frank.
Und ich all immer wieder mal auf diesen blöden Trick rein.
Ich geh mal davon aus, dass auch Du mit AS3 stackst?
Falls ja: Ggf. mal einen Absturz gehabt und AS3 neu installiert?
Falls ja: Dann steht oben rechts im Bedienfeld unter Stack-Options links so ein Farbsymbol. Damit kann man festlegen, dass entweder automatisch entschieden wird, ob Graustufen oder RGB abgespeichert wird.
Mit RGB-Bildern wird Giotto vermutlich nicht zicken.
Hast Du aber ein Graustufen-TIFF, wie ich es aus der ASI290MM an sich bekäme, stürzt Giottoo damit grundsätzlich ab.
Lösung: Oben in AS3 immer angeben "Force RGB output", also auch Graustufenbilder imm,er als RGBs ausgeben lassen. Und schon funz Giotto wieder.

Sollte ich das alles jetzt erzählt haben, und Du benutzt nicht AS3, gilt dies vermutlich analog für alle anderen Stackingsprogramme vielleicht auch: Mach die Ergebnisse alle als RGB, dann müsste es auch immer gehen.
CS
Rudolf
 
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