Thema: Jupiter und Saturn mit kleinen Öffnungen

Für mich alles ein klarer Fall von Wolkenkoller... o_O
Hoffentlich wird bald mal wieder Wetter, damit alle hinter oder neben die Rohre an die Luft kommen. Dann wird es sicher wieder ruhiger hier im Forum. ;)

In diesem Sinne... Clear Skies.
 
Zuletzt bearbeitet:
Schau doch mal nach Schott GG 455.

Dass die Nachbearbeitung durch das Hirn schon mit drin ist, erscheint mir nicht sinnvoll, denn die ist bei jedem Menschen etwas anders.
Generell ist übrigens auch die Wahrnehmungsgrenze unterschiedlich.
Für manche ist bei 680nm Schluss, für ander erst bei 780nm.
Der eine sieht bei 400nm nix mehr, der andere sieht auch noch 370nm als deutlich violettes leuchten.
Aus diesem Grund find ich auch die Debatte über die "korrektheit der Farbdarstellung von Jupiter" etwas Sinnfrei.
Jeder nimmt Farben anders wahr.

Zu der Arbeitsplatzbeleuchtung, ja, blau blendet. Und zwar sehr.
Und zwar mehr als nur 5%. Und es macht einen großen Unterschied in der empfundenen Blendwirkung ob man 3500K Glühlampe oder 3500K LED alter Generation (starker Blaupeak) oder 3500K moderne LED (geringer Blaupeak) hat, trotz gleicher Lumen.

LG
Olli
Auch dem muss ich widersprechen. Die Höhe des Blaupeaks relativ zum Rest des Spektrums hängt in erster Linie von der zu erzielenden Farbtemperatur ab. Je niedriger diese wird, desto mehr Licht wird im Phosphor zu längeren Wellenlängen verschoben und desto höher wird der Buckel von Grün über Gelb zu Rot relativ zum Blaupeak. Nur hatten ältere Weißlicht LEDs meist sogar 4000K oder darüber, um überhaupt brauchbare Helligkeiten zu erzielen, mittlerweile aber sind die Phosphore so effizient, dass auch bei niedrigen Farbtemepraturen relativ hohe Luminanzen erreicht werden können. Wegen Balulichtschutz haben viele warmweiße LED Leuchtmittel mittlerweile sogar 2700K.
 
Jupiter mit 4 Zoll

Hallo zusammen,
bei dem schlechten Wetter habe ich mal ein paar ältere Jupiteraufnahmen herausgesucht, die ich mit meinen beiden 4 Zoll Refraktoren (Fraunhofer und Fluorit) gemacht habe. Im Laufe der Zeit fanden unterschiedliche Kameras, Filter und Software Verwendung- die Teleskope blieben.

Jupiter-2007-2019.jpg


1 und 2: 2007-07-18/19
102mm f/15 FH-Refraktor
Kamera: Philips ToUcam, 1/25 s, 5 fps
5% aus 3000 Frames mit Giotto

3: 2016-04-20
102mm f/15 FH-Refraktor mit Celestron 2x Barlow
Kamera: ALccd5L-IIm, 1/50 s, 14 fps
Filter: Rot Wratten#24 und IR-Block
25% aus 2000 Frames mit AVIstack

4: 2019-06-29
102mm f/9 FL-Refraktor mit Baader VIP Barlow 2.18x
Kamera: ALccd5L-IIm, 10 ms, 80 fps
Filter: ZWO RGB, ZWO Filterrad
60% aus 1780 Frames mit AutoStakkert


Gruß
Michael
 
Auch dem muss ich widersprechen. Die Höhe des Blaupeaks relativ zum Rest des Spektrums hängt in erster Linie von der zu erzielenden Farbtemperatur ab. Je niedriger diese wird, desto mehr Licht wird im Phosphor zu längeren Wellenlängen verschoben und desto höher wird der Buckel von Grün über Gelb zu Rot relativ zum Blaupeak.
Da gibts schon noch ein paar mehr Kniffe.
Eine blaue LED nur mit Phosphor allein hat im türkisen Bereich ein ziemliches Loch, will man mit dem Ra hoch muss man sich als Hersteller schon ein wenig mehr ins Zeug legen als das.
Was hältst du von weißen LEDs mit 5000K nahezu völlig ohne Blaupeak?

LG
Olli
 
Ich fände dieses Spektrum sogar sehr gut, fast schon zu gut...
Hast Du diese Spektren mal messtechnisch verifizieren können?
Wenn ich mir nämlich die Datenblätter direkt beim Halbleiterhersteller ansehe, sieht die 2835 selbst mit CRI=0,95 nicht ganz so gut aus.

https://www.mouser.de/datasheet/2/723/JSeries_2835_3V_Consolidated-2940268.pdf (Seite 37 und Seite 38 in diesem Datenblatt beispielsweise)
Die genannte 5000K LED würde hier am ehesten die LED mit CRI 0,95 und 4000K oder 3500K treffen.

LG

Markus
 
Die eine "2835" gibts ja auch so nicht, das ist ja nur ein Formfaktor, wie A4
Ich verstehe nur nicht warum ich jetzt in der Pflicht bin das zu verifizieren?

Ich habe meine Arbeitsplatzbeleuchtung von 4000K und Ra 80 mit laut Datenblatt fiesem Blaupeak auf eine 4000K mit Ra 97 aufgerüstet, die diesen Blaupeak im Datenblatt so nicht hat, und ebenso nicht das krasse Loch im türkisen.
Und das beobachtete passt dazu, die Lichtquelle selbst wirkt weniger blendend, das Arbeiten ist weniger ermüdend, und die Farbwiedergabe ist bedeutend besser.

LG
Olli

LG
Olli
 
Zuletzt bearbeitet:
Dem will ich auch garnicht widersprechen. Stimmt, Du hast recht, die 2385 ist nur eine Bauform. Da bin ich voll drauf reingefallen, sorry. Hätt ich eigentlich wissen müssen. Danke für die Aufklärung. Was mich aber verwundert, ist die Tatsache, dass das Blau bis zu einem zusätzlichen Peak bei 410nm runterreicht (kenn ich so nicht bei 460nm angeregten InGaN-Emittern) , wo die blauen Zapfen eigentlich maximal empfindlich reagieren (siehe Farbstoffabsorption, die Du verlinkt hattest) und Du trotzdem das blaue Anregungsspektrum weniger störend empfindest. Daran sieht man aber auch, dass nicht alles an Wahrnehmung rein und schlüssig über Spektren und spektrale Empfindlichkeiten abgebildet werden kann. Oder wie Du schon geschreiben hast: Das Hirn macht da auch noch mit...
Ich für meinen Teil fand aber unsere Diskussion super interessant!
Darf ich fragen, ob Du vielleicht in der LED-Entwicklung arbeitest oder zumindest in der Applikation von LEDs?

LG

Markus
 
Zuletzt bearbeitet:
Dafür ist das Forum ja da.
Austausch.

Ich mach das zwar nicht beruflich, aber ich hab mich damit viel beschäftigt, vor allem wegen dem Wohlbefinden sowohl am Arbeitsplatz als auch zu Haus.
Aber ich kenne das durchaus, wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, dann ist es das meist auch nicht.
Gilt eigentlich überall.
Andererseits, oft hängt es ja auch vom Kenntnisstand ab, was man sich als wahr vorstellen kann und was nicht.
Wäre tatsächlich sehr interessant das mal unabhängig messen zu lassen.
Ich habe die Mittel dafür nicht.
Meine einzige Spektralanalyse sind meine Augen (und dazu maximal ein Handspektroskop)
Ich hab auch in meiner Wohnung auf die angegebenen Spektren und Farbwidergabeindizes geachtet, letztes Jahr einmal ALLES neu.
2700K.
Früher fand ich die Lichtqualität selbst von Warmweißen LEDs mindestens schlecht, oft sogar regelrecht unangenehm. Aber die jetzigen sind von Glühlampen fast gar nicht mehr zu unterscheiden. Tolle Entwicklung.
In dem Fall war das Vertrauen in die Angaben (scheinbar) gerechtfertigt.
Gab dann natürlich auch nach einem Jahr ne gute Rückzahlung (hatte noch ein paar Halogen, ausgerechnet in der Küche).
Gerade bei Tiefrot und Türkis merkt man den Fortschritt sehr deutlich, da einfache LEDs daran sichtbar scheitern.

By the Way,wenn du beruflich damit zu tun hast, hast du einen heißen Tipp, wie ich als Privatperson an Niederdruck Natriumdampflampen kommen kann?

LG
Olli
 
Wenn Du mir so eine LED zukommen lässt, kann ich die gerne mal spektrometrisch vermessen. Ich hab ein Instrument Systems CAS-140 zur Verfügung...
Das würd mich nämlcih auch tierisch interessieren...
 
Hallo,

auch hierzu ein kleiner Beitrag von mir.

Ein alter Jupiter, fotografiert als Einzelbild (single-shot) durch meinen Telementor. Die Aufnahme ist vom 30. März 2004, also fast 20 Jahre alt. Benutzt habe ich damals eine Sony DSC-P1, eine der ersten Digitalkameras, noch aus der DM-Zeit.

telementor_jupi_2004.jpg
:)
Jupiter, 1/15 sec durch den C-63/840mm Telementor, Projektion mit Vixen LV 6mm

salü+cs, volker
 
Hallo alle,
Nach einer langen Durststrecke war es hier an der Ostsee für eine kurze Zeit klar. Diese konnte ich nutzen, um noch einmal Jupiter mit dem 150er MAK abzulichten.
Das Seeing war nicht dolle, aber hat zeitweise so einigermaßen mitgespielt. Die 19 Videos mit 4000 oder 10000 frames waren "so la la", bis auf eines, wo man sofort im Rohzustand sieht, dass es besser ist. Hab sie alle verarbeitet, aber dieses Eine ist das hier.

2024-01-12-1626_8-CPE-L-Jup_QHY5III715C_wwd-sat-LC-BW-WB-2-80p.jpg

Aufnahmedaten
INTES MK67 150/1800mm ohne Projektion (Kamera hat ja so winzige pixel 1,45µm)
QHY5III715C bei 400x400 pixel mit 2,3ms/frame gain 128 (ca 200 frames / sec)
SER video 10000 frames 50% verwendet, weil echt gut.
Firecapture, AstroSurface, Gimp
Mehr kriege ich aus dem 150er gerade nicht heraus ...
Gruß Christoph
 
Hallo ,

Nach sehr langer Durststrecke eine neue Aufnahme von mir mit neuer Kamera.
Die alte DMK21 hat ausgedient.
Das Seeing war noch nicht optimal, und an der Bearbeitung muss ich noch feilen.
Zum Vergleich noch eine alte Aufnahme.
An der Optik hat sich nichts geändert.
Immer noch der alte 5" MN56 .

Grüße
Andreas
 

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    Jupiter_127mm_MN56_RGB_2022_08_12_02_53.jpg
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Hab heute mit dem 150/900er Newton und der 2,25 Barlow zum Saturn geschaut. Mehr bekomm ich im Moment nicht hin.
Hallo Matthias,

das ist doch ganz gut. Die Schärfe ist auch immer eine Frage der Darstellung. Wenn du es zu groß darstellst, wirken auch scharfe Bilder unscharf. Reduzier es mal auf 50% und schaue es dir nochmal an.

Saturn habe ich schon ewig nicht mehr aufgenommen. Ich habe nur eine alte Aufnahme mit dem 125mm Apo mit offenen Ringen. Aber ich denke, da siehst du, was ich meine.
1756883764123.jpeg

Sat_20190723_000305.jpg


Bisschen was müsste noch gehen. Bei mir stand Saturn damals nur 17° hoch und das ist zwar mit Mono aber ohne ADC. Man muss natürlich auch Glück mit dem Seeing haben. Der Newton muss gut ausgekühlt sein. Idealerweise noch der Tubus belüftet. Letzteres ist überraschend wirksam.

Grüße
Joachim
 
Hallo Joachim,

vielen Dank für Deinen Kommentar.
Ja, vielleicht habe ich ihn etwas zu groß gemacht. Das versuch ich nachher nochmal.

Gruß Matthias
 
Hallo Matthias,

das sieht schon zeimlich gut aus aber alles steht und fällt mit den Bedingungen.
Die waren da bestimmt noch nicht optimal.

Bei 150mm Öffnung geht bei Top Seeing bestimmt noch mehr.
Bleib einfach dran, warte beim Livebild auf ruhige Momente und starte dann erst die Aufnahme.
Alle 15 Minuten immer mal wieder veruschen, manchmal ändert sich das Seeing schlagartig und es wird auf einmal besser oder leider auch umgekehrt.

Gruß,
Holger
 
Hab mich nochmal etwas ran gesetzt und es etwas kleiner entwickelt. Einen großen Unterschied seh ich jetzt nicht, aber es ist okay.

Danke nochmal!

Saturn43.jpg
 
Nach dem Qualitäts Graph konntest du auch locker die 35% verwenden.
Aber ich sehe da nicht wie viele Frames das Avi hatte ?

Ich versuche meist deutlich über 5000 zu sammeln.

Gruß,
Holger
 
Hallo Matthias!
Versuche einmal den Saturn über einen längeren Zeitraum zu filmen! Dabei deine 2 Minuten Dauer pro Aufnahme beibehalten. Alle Summenbilder in winjupos derotieren. Dabei das exakte Datum und Zeitpunkt der Aufnahme einstellen! Eine ASI Kamera macht das schon bei der Aufnahme,.. Zeitstempel.
Das geht ganz einfach, da dieses Programm eine Maske für Saturn bereithält. Danach alle derotierten Aufnahmen in winjupos verrechnen lassen! Wichtig ist der Wert der Randverdunklung, stelle ihn auf 65% ein.
Mit diesem Summenbild kannst du besser schärfen, als mit deinem Einzelbild!
Ich hänge mal ein Bild an, das ich mit meinem Maksutov Teleskop Mithilfe einer Mono Kamera, ADC, lrgb Filtern und einer simplen Barlow von meinem Balkon in Berlin gemacht habe. Bei deinem Graphen in AS3! würde ich 60% stacken! Bei den Planeten musst du ganz exakt und feinfühlig vorgehen. Das ist genauso mitentscheidend wie der richtige Moment der Aufnahme! Holger hat es bereits erwähnt. Ebenso bekommst du im Laufe der Zeit mit, wo an welchem Himmelsabschnitt deines Standortes die Planeten am wenigsten szintillieren. Bei mir ist das Kuriosum, das die Planeten genau über dem Heizkraftwerk Reuter stehen müssen, davor und danach ist nur Matsch zu sehen.
Viele Grüße Frank
 

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Mit winjupos hab ich mich noch nie beschäftigt. Werde mich da mal kundig machen. Ich denke, mit Videolängen von 60s(Jupiter) und 120s(Saturn) bin ich auf einem guten Weg.? Die Bedingungen müssen halt passen.
So ganz sicher bin ich mir noch nicht mit den Belichtungszeiten. Ich denke so 20ms für Saturn müsste das passen. Dann halt lieber etwas mehr gain.

Vielen Dank für die vielen und wirklich hilfreichen Tipps :y:
 
Ja, stelle den Gain mal ganz hoch und vergleiche dann mit Aufnahmen mit geringem Gain! Du wirst erstaunt sein! Nimm ihn nur auf, wenn er ganz ruhig dahinschwebt, nur ein ganz leichtes seichtes Bewegen des Ringes erkennbar ist.
Du musst Geduld haben, wie ein Jäger auf der Lauer! Bei Jupiter nehme ich nur 20-30 Sekunden auf. Saturn 60 Sekunden.

 
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Hallo zusammen,
ich bin auch wieder dabei. Saturn am 08.09.2025 mit kleiner Öffnung.
Daten: Apm Refraktor 140 mm, 2x Barlow, ADC, ASI 678mc, Belichtung ca. 18 ms
Bild 1) Aufnahme mit IR cut, 40% aus 6000 gestackt mit AS4, Registax, Fitswork
Bild 2) IR cut Bild wie zuvor / Proplanet 642 IR Filter Addition, Seeing mittel
jup080925RF5.jpg
jup080925RFad.jpg

Gruss Jan
 
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