US Rückkehr zum Mond

Sauberer Start, wenn auch kameratechnisch noch Luft nach oben ist. Vielleicht mal bei SpaceX ein Praktikum machen?
 
ArtemisII StageSep.jpg

(Quelle)
 
Das erste Perigee Raise Manöver wurde erfolgreich durchgeführt.
Das heißt sie kommen vorerst mal nicht gleich wieder runter.

Das nächste Manöver, Apogee Raise, sollte etwa um 02:22 stattfinden.
Da gehts dann in den 24-Stunden Orbit.

Gute Nacht!
Thorsten
 
Was haben die 4 ausgefressen, dass sie in so eine Kapsel gesperrt werden. Wozu überhaupt 4, wenn nicht mal Platz für einen ist. Keine Kaffeeküche, kein Schlafraum und keine Toilette.
 
Guten Morgen!

Die Toilette scheint repariert zu sein (ein Gebläse wollte wohl nicht so recht), die Crew schläft, muss das aber in etwa 1½ Stunden unterbrechen für den Perigee-Raise Burn. Sonst würde der Flug (erneut) vorzeitig enden. Diese Triebwerkszündung erfolgt im Apogäum, also maximaler Entfernung von der Erde. Ich glaube so um die 70000km immerhin. Danach weiterschlafen, und heute Nacht kurz nach 02h dann der Einschuss in die Mondtransferbahn (TLI = Trans Lunar Injection). Danach für ein paar Tage nicht viel Action. Ankunft am Mond Nacht von Montag auf Dienstag.

Gruss
Thorsten
 
Die NASA hat einen live tracker eingerichtet.
Verschiedene Ansichten, Perspektiven und Daten.
 
Und hier noch ein ausführlicher Artikel in der New York Times

Highlights From the Launch of NASA’s Artemis II Moon Mission​

allerdings mit einigen fragwürdigen "firsts":
  • On Monday, it will reach the moon and swing around, passing over the far side. The astronauts will spend hours making observations of the lunar surface, including portions of the far side that have never been seen by human eyes before.
Ob die Artemis-II Crew bei der Umrundung des Mondes wirklich Teile der Rückseite "sehen" wird, die von Menschenaugen vorher noch nie direkt gesehen wurden? Immerhin hatten sowohl Apollo-8 als auch Apollo-13 ähnliche Umrundungen, und die Piloten der im Mondorbit verbliebenen Command Modules von Apollo-8 bis Apollo-17 hatten natürlich reichlich Gelegenheit, auch die Rückseite des Mondes zu betrachten.

Wobei die Rückseite des Mondes während der Apollo-Missionen allerdings weitgehend im Schatten lag. Aber das gilt ja auch für die Passage von Artemis-II am 6. April, wenn die Vorderseite des Mondes zu 83% beleuchtet ist.

Auch hört man, dass die Artemis-II Crew die möglichen Landestellen am Südpol "erkunden" soll. Wie naiv ist das denn!

Des weiteren wird jetzt ein großer Trommelwirbel um den erwarteten neuen Entfernungsrekord für bemannte Raumflüge gemacht:
  • As it passes behind the moon, Artemis will set a distance record for the farthest that any humans have traveled from Earth: 252,799 miles, or 4,144 miles farther than the Apollo 13 astronauts traveled when they had to make an emergency return to Earth.
Das ist gerade mal 1,6 % mehr, wobei es der Mannschaft von Apollo 13 sicherlich herzlich egal gewesen sein dürfte, dass sie ihren "Entfernungsrekord" irgendwann mal verlieren würden. Immerhin hat er 56 Jahre gehalten.

Was die bemannte bzw. befraute Raumfahrt zweifelsohne von der robotischen Raumfahrt unterscheidet, ist ein "Waste Disposal Management" oder im Klartext eine funktionierende Toilette. Und da gibt es anscheinend immer noch Herausforderungen und Probleme. Darüber berichtet ja auch die NYT in erschöpfendem Detail.

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Im Prinzip schon (automatisch).
Aber ich kann mir auch ein paar Gründe vorstellen warum sie trotzdem wach sein sollten:
  • Irgendwas geht schief und sie müssen schnell eingreifen. Dazu gehört insbesondere eine Unterbrechung der Funkverbindung oder dass die Triebwerke zum vorgesehenen Zeitpunkt nicht an- bzw ausgehen. Ich meine bei Apollo sind sie auch stets mit der Stoppuhr dagesessen bzw geschwebt mit dem Finger am Knopf falls die Automatik nicht funktioniert.
  • Lärm? Die pulsierenden Lageregelungstriebwerke sind meistens ziemlich hämmernd laut. Bei so einem konstanten Burn dürfte das eher nicht so sein, aber zumindest bei der Zündung?
  • Aussicht. Immerhin ist es das erste Mal seit >50 Jahren dass jemand 70000km von der Erde entfernt ist. Das will man doch nicht verschlafen, oder? :)
Gruss
Thorsten
 
Ob die Artemis-II Crew bei der Umrundung des Mondes wirklich Teile der Rückseite sehen wird, die von Menschenaugen vorher noch nie direkt gesehen wurden?
Vermutlich stimmt das technisch, denn Apollo ist ja immer bei zunehmendem Mond geflogen, während wir jetzt abnehmenden Mond haben. Auch ist die Flughöhe dieses Mal viel grösser, d.h. die Perspektive ist eine andere. Aber natürlich ist das alles relativ belanglos, denn zum einen haben das automatische Sonden ja schon zigmal fotografiert, und zum andern ist die Mondrückseite auch nicht wirklich spektakulär.

Was hübsch sein dürfte ist die gute Sicht auf's Mare Orientale, und dass sie die Emotion rüberbringen können die ein Lunar Orbiter nicht unbedingt versprüht. Halt der Unterschied zwischen Mond auf dem Monitor und Mond im Okular, wobei das physische Erlebnis der Nähe noch dazu kommt.

Gruss
Thorsten
 
Was die bemannte bzw. befraute Raumfahrt zweifelsohne von der robotischen Raumfahrt unterscheidet, ist ein "Waste Disposal Management" oder im Klartext eine funktionierende Toilette. Und da gibt es anscheinend immer noch Herausforderungen und Probleme. Darüber berichtet ja auch die NYT in erschöpfendem Detail.
Was die bemannte bzw. befraute Raumfahrt übrigens besonders kostspielig macht:

NASA Spent $23 Million on a Space Toilet ...
 
Was die bemannte bzw. befraute Raumfahrt übrigens besonders kostspielig macht:
Verstehe nicht, warum man nicht menschenähnliche Roboter nimmt. Die können doch inzwischen fast alles, z.B. Treppen steigen, Saltos etc. Und ein Klo brauchen die eben nicht.
Überhaupt: der Mensch und seine Ausscheidungen. Für eine Schöpfung durch ein höheres Wesen kann ich da nur sagen: ich bin nicht beeindruckt.
 
Hallo,
Was hübsch sein dürfte ist die gute Sicht auf's Mare Orientale, und dass sie die Emotion rüberbringen können die ein Lunar Orbiter nicht unbedingt versprüht. Halt der Unterschied zwischen Mond auf dem Monitor und Mond im Okular, wobei das physische Erlebnis der Nähe noch dazu kommt.
Ehrlich gesagt gebe ich nicht viel auf die Emotionen fremder Menschen. Viele finden Dinge toll, die ich gar nicht mag (Hip Hop Musik, Intimpiercings, Kiffen, Strandurlaub, … ) oder umgekehrt. Was soll ich mit deren Beschreibung der Mondrückseite anfangen?

Entweder ich kann eigenen Eindrücke bekommen oder man zeigt mir möglichst umfangreiche Meßdaten, aus denen ich mir ein eigenes Bild machen kann.

Der Mond ist nicht für Menschen gemacht und Menschen nicht für den Mond.

Grüße
Maximilian
 
Ihr scheint hier ja insgesamt keine besonders große Fans der bemenschten Raumfahrt zu sein... ᷄ \_(ヅ)_/᷄


Verstehe nicht, warum man nicht menschenähnliche Roboter nimmt.
Naja, Roboter fliegen ja viel mehr als Menschen.
Nennt sich Raumsonde.
Die haben dann halt nicht diese unpraktische Form.

Ansonsten plant Elon Musk ja genau das für die ersten Starship Flüge zum Mars (und vermutlich wohl auch zum Mond).
Da sollen etliche von den Optimus von Tesla mitfliegen.
Allerdings darf man sich das nicht zu einfach vorstellen, auch humanoide Roboter unterliegen den Naturgesetzen.
Und in der Raumfahrt heisst das Vakuum, Thermal- und Energiemanagement.

D.h. man muss die Roboter wahrscheinlich etwas modifizieren.
Vakuum geht nicht mit allen Materialien, zB Schmierung von Gelenken.
Die Sonne scheint von einer Seite und erhitzt dunkle Teile (womöglich aus Plastik) auf 120°C.
Generell muss die Wärmedehnung beachtet werden, auch zB für Lötstellen auf Platinen (häufige Todesursache von Mondlandern).
Räder zB sind erheblich effizienter als Beine, deshalb gibt es die krabbelnden Mond- und Marslander bisher nur in der Science Fiction.

Hauptgrund, humanoide Roboter zu entsenden wäre also vor allem, die Hardware auf ihre Menschentauglichkeit zu testen.

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Heute Nacht um 01:49 Einschuss in die Flugbahn zum Mond!
Die Systeme sind GO!

Gruss
Thorsten
 
Es geht auch um die Erkenntis, wer wir sind, wo unsere Grenzen sind und wo unser Platz ist. Die Apollo Astronauten haben das damals schon wahrgenommen und waren tief beeindruckt als sie die Erde das erste Mal "aufgehen" sahen. Das wird heute nicht anders sein.

Eine Maschine ohne ein Selbstbewustsein bleibt eine Maschine. Das mag sich zukünftig ändern, aber heute ist es noch nicht so weit. Ob das erstrebenswert ist, ist eine andere Frage.

Viele Grüße

Günther
 
Es geht auch um die Erkenntis, wer wir sind, wo unsere Grenzen sind und wo unser Platz ist. Die Apollo Astronauten haben das damals schon wahrgenommen und waren tief beeindruckt als sie die Erde das erste Mal "aufgehen" sahen. Das wird heute nicht anders sein.
Und dazu muss man zum Mond oder Mars fliegen? Unsinn! Die Welt bereisen, fremde Kulturen kennenlernen und dabei "den gesunden Menschenverstand" bemühen ist viel, viel besser.
 
Solange die Welt nicht befriedet ist, ist ein Flug zum Mond sinnlos!! Und dann reden sie immer im Namen der Menschheit, welche Menschheit meinen sie denn? Der ganze Vorgang zeigt eigentlich die Widersprüchlichkeit der Nation USA.
Österliche Grüße Frank
 
Ich verstehe die Aufregung nicht.
Das ist doch nur ein Vorbeiflug. Keine Hexerei, da waren die Amis in den 60ern schon sehr viel weiter.
Mit heutiger Tech ist das doch keine Hexerei mehr.

Warum die USA das machen? Image (ist z.zt. ja nicht berauschend)? Führungsanspruch? Vielleicht eine Mondstation errichten? Wenn das aber die Finanzen nicht weit überstrapaziert... Oder mal nüchtern betrachtet: Ist eine Station auf dem Mond eine gewinnbringende Investition? Was hat der Mond, was wir nicht auch auf der Erde haben und unbedingt bräuchten? Irgendwie sehe ich hier keinen wirklichen Nutzen...
Vielleicht täusche ich mich, aber ich denke, das ist ein gigantisches Verlustgeschäft, das wir Europäer womöglich tüchtig mitbezahlen (Ölpreis?, Fraking-Gas?, Zollgebühren?). Vielleicht hat das jemand einmal genauer untersucht? Ich wäre sehr interessiert an Fakten und Infos hierzu.

Wir Europäer vergessen leider immer wieder unsere eigene sehr lehrreiche Geschichte und wiederholen die gleichen Fehler: Was lernen wir vom römischen Reich? Die Vasallen bezahlen und die Supermacht macht großartige Projekte (damals die ewige Stadt Rom), um die Vasallen zu beeindrucken und still zu halten.

Nun die Oster-Quizfrage: Wer sind die Vasallen heute?

Nachtrag:
Zitate ->
Prof. Dr.-Ing. Anke Kaysser-Pyzalla, Vorstandsvorsitzende des DLR. „Um auch auf die Zukunft der robotischen und astronautischen Exploration vorbereitet zu sein, beginnen wir aktuell mit dem Aufbau des Human Exploration Control Center HECC an unserem Standort in Oberpfaffenhofen. Durch konsequenten Wissensaustausch und Technologietransfer ist es uns gelungen, Kompetenzen aufzubauen, mit denen wir anerkannter internationaler Partner sind, aber auch die technologische Souveränität Deutschlands stärken.“

„Deutschland ist bei der Rückkehr der Menschheit zum Mond ganz vorne mit dabei“, ergänzt Dr. Walther Pelzer, DLR-Vorstandsmitglied und Generaldirektor der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. „Wir freuen uns sehr, dass mit dem in Bremen gebauten ESM erstmals in der Geschichte der Raumfahrt ein nicht-US-amerikanisches System Astronautinnen und Astronauten Richtung Mond transportiert. Für die Orion-Kapsel hat außerdem die deutsche Industrie Sensoren zur Navigation im Weltraum bereitgestellt. Zudem fliegt auf der Mission ein Kleinsatellit eines deutschen Startups mit, der Technologie für einen kostengünstigen Zugang zur Nutzung der Mondoberfläche erschließen sowie den Einfluss der Weltraumstrahlung auf Raumfahrzeuge testen soll. Das stärkt den Raumfahrtstandort Deutschland in Technologie und Wissenschaft nachhaltig.“

Das ist voll von Bloat-Begriffen: ganz vorne mit dabei, Wissensaustausch,Technologietransfer, Kompetenzen aufbauen, anerkannter internationaler Partner, technologische Souveränität Deutschlands,nachhaltig

"ganz vorne mit dabei" heißt doch klar, die anderen führen und wir laufen mit?
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

es ist ja nicht so, dass ich nicht auch gerne mal zum Mond fliegen würde, um da ein paar Tage (max 1 Woche) auf dem Mond zu urlauben. Das wäre es aber auch schon. Der menschliche Körper ist nicht für längere Aufenthalte angepasst an die Bedingungen auf dem Mond: Kein Atmosphäre, zu heiß, zu kalt, gefährlicher Staub und zu geringe Anziehungskraft. Für 1/6g ist der Mensch nicht gemacht. Auch nicht für 1/3g auf dem Mars. Der Körper ist angepasst an 1g.

Selbst nach einem zerstörerischen Atomkrieg auf der Erde, wäre die Erde immer noch um ein vielfaches bewohnbarer, als der Mond oder der Mars. Aber, wie gesagt, für einen Urlaub wäre der Mond ein lohnendes Ziel. Der Mars ist zu weit weg.

Gruß,
Peter
 
Man nennt diese Menschen Pioniere oder Entdecker.
Der andere Teil der Population ist die Sicherheitsreserve.
Die Sicherheitsreserve kann per Definition die Aktionen der Pioniere nicht verstehen oder gutheissen
und wird das mit allerlei Argumenten schlechtreden. Das ist gut so, damit die Sicherheitsreserve weiter ihrer
Aufgabe gerecht wird und für den Erhalt der Spezies sorgt.
Klingt langweilig und rückschrittlich, ist es auch. Ist aber notwendig, falls die Pioniere nicht zurückkommen,
weil sie beispielsweise den Erdumfang unterschätzt haben oder nicht wussten, dass in der Höhe die Luft dünn wird
oder an einer der unzähligen anderen Gefahren gescheitert sind, mit denen Pioniere und Entdecker konfrontiert werden.
Neugierde dient aber genauso dem Arterhalt wie Konservatismus. Wenn die Pioniere erfolgreich sind, haben am Ende alle
etwas davon. Wenn die Daheimgebliebenen ihren Lebensraum verlieren, sind die Pioniere die einzige Chance zum Arterhalt.

CS,
Henning
 
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