Doppelsterne im kleinen Refraktor

Hallo Roman,
danke fürs feedback. Doppelsterne sind auch meine Ziele aus der Stadt heraus.

@Christopher: für eine Liste ist die vds Datenbasis super. Es gibt aber auch eine tolle Zusammenstellung auf der Internet Seite der Sternfreunde Münster, nach der ich mich gerne richte. Aus 1977 gibt es die VÖ der Wilhelm-Förster-Sternwarte mit 446 DSen. Titel: Beobachtungsobjekte für kleine und mittlere Fernrohre

Viele Grüße
Uwe
 
>>Roman: So ein Atlas wäre eine feine Sache. Das VdS-Doppelsternprojekt http://deepsky.vdsastro.de/de/project-double-stars.php wächst ständig und würde jetzt schon eine gute Datengrundlage für einen guten beobachtungsorientierten Atlas bieten. Vielleicht irgendwann.
Die Idee klingt super, nur die Umsetzung dürfte schwierig bzw. sehr zeitaufwendig werden, wenn es gut gemacht werden soll. Das Doppelsternprojekt wird momentan von mir allein gepflegt. Gerade am Anfang sind sehr viele Stunden investiert worden. Mal schauen, was in den kommenden Jahren so passiert.

>>Robert: Danke für den Hinweis auf STF 434 im Perseus, kannte ich noch nicht. Werde ich unbedingt besuchen, vielleicht gibt der schon im 15x45 Fernglas was her.
Ich meine, diesen schon im 16x70 FG gesehen zu haben, wobei ich nicht genau weiß, wie gut die Farben erkennbar waren. Im 15x45 FG dürfte es vielleicht besser werden aufgrund der kleineren Öffnung. Ich würde mich über eine Beobachtung von dir freuen :)
 
Hallo zusammen,

Ich fand halt die Darstellung im Atlas for Double Stars von Taki/ Wehner nicht besonders glücklich und hätte mir ein paar einfache Charts analog des Deep Sky Reisealtasses von Nowak/ Feilner gewünscht, mit einer kleinen Hitliste zu jedem Chart. Auch muss man immer mehrere Quellen mit rausschleppen und dann erst in der Liste suchen, blättern, blättern, blättern, um zum Chart zu gelangen. Auch damals fehlte es leider an Manpower - und Zeit für die Umsetzung.

CS Roman
 
Hi Robert,
spannend, was da mit einem kleinen Refraktor alles gesehen werden kann. Ich bin aus Gründen der Bequemlichkeit oft mit einem 60mm APO unterwegs (f/6), aber Epsilon Lyrae konnte ich bei 90x knapp trennen. Bei anderen Doppelsternen sind die Farbunterschiede oder Helligkeitsunterschiede faszinierend. Macht Spaß.
Clear Skies,
Stefan
 
Liebe Freunde der Doppelgestirne,

angesichts der nun wieder helleren Sommernächte mag es sinnig sein, diesen Thread wieder zu beleben, geben Doppelsterne doch dankbare Objekte auch unter aufgehelltem Himmel ab. Passend zum Titel "DS im kleinen Refraktor" möchte ich eine Grenzbeobachtung von Porrima (auch: STF1670, gamma Vir, 29 Vir; aktuell 3" Winkelabstand der Komponenten) mit einem stativmontierten 15x60-Fernglas vorstellen. So ein Fernglas ist ja nichts Anderes als ein "ganz kleiner Doppelrefraktor":

Ganz leichte Streckung. Positionswinkel mit 5° geschätzt (somit nur 9° daneben, was mir angesichts der Vergrößerung von 15x und der minimalen Streckung recht präzise erscheint). Vor der Beobachtung absichtlich die Augen am fast vollen Mond geblitzt um die Sehschärfe zu erhöhen. Mehrfach mit dem ähnlich hellen Epsilon Vir (Vindemiatrix) verglichen um zu schauen, ob die Streckung eventuell ein Artefakt der Optik oder meines Wahrnehmungsapparats ist, dort jedoch keine Streckung gesehen. Die Beobachtung ist also "echt", Porrima's Doppelsternnatur ist schon bei 15x erkennbar.

Gruss, Christopher
 
@Schiefspiegler : Ich finde es fantastisch, dass du dich an solche "Experimente" wagst :y: Bei der ohnehin geringen Vergrößerung könnte man im Zweifel auch die Öffnung ein wenig durch Blenden reduzieren, falls es zur Überstrahlung kommen sollte. Vielleicht schaffe ich es diese Tage, Porrima mit dem 16x70 FG zu versuchen.

Kürzlich habe ich den Doppelstern STF1863 (7m7 & 7m8, 0.62") mit dem 102mm-ED-Refraktor versucht: Bei 280x konnte ich diesen ebenfalls klar länglich sehen, obwohl die Luft nicht sonderlich ruhig war. Ich schätzte ebenfalls den Positionswinkel, welcher nur wenige Grad vom tatsächlichen abwich.
 
Hallo Zusammen,

vielen Dank, dass Ihr diesen Thread mit Euren lesenswerten Berichten am Leben haltet.
Nicht nur, dass ich noch eine lange Liste von Doppelsternen als Hausaufgabe für meine zunehmende Anzahl kleiner älterer Japaner von Hannes @hasebergen aufbekommen habe, die ich noch abarbeiten will :cool: …aus unserem Hannover Stadtrandgarten erscheinen mir die Doppelsterne auch dankbare Herausforderungen zu sein.
Habe meine Ausrüstung auch schon entsprechend aufgestockt und hoffe, dass ich mit der Skytee Montierung, die ja dann gleich zwei der Röhrchen trägt, nicht nur endlich die Optiken vergleichen, sondern auch schön Doppelsterne beobachten kann.
Des Weiteren habe ich mir ein Exemplar von „double stars for small telescopes“ von Sissy Haas aus dem Sky&Telescopes Verlag besorgt, welches aber nur gebraucht zu bekommen war und dann nach langer Wartezeit auch irgendwann aus den USA hier ankam.
Hoffe also, dass ich zeitnah hier auch Beobachtungen beitragen kann, sobald dieses nervende Wetter hier mal wieder vorbei ist und wir mal wieder klare Nächte haben.

Also bis hoffentlich bald und bis dahin beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Moin Uwe,

eigentlich ein guter Tip mit der DS-Liste der Münsteraner. Leider ist die aber nicht wirklich aktuell ... Beispiel: derDS 78 UMa ... steht da (für 2005) mit 1"5 Distanz. Also für 80mm erreichbar. 2021 hat der aber nur noch 0"56 Distanz, also ein Grenzsstern für nen guten 200er bei feinem Seeing. Ich empfehle da gerne Stelle Doppie ... hier mal das Beispiel für 78 UMa. WDS 13007+5622 BU 1082 - 78 UMa Wäre aber schön, wenn die Münsteraner ihre an und für sich schöne Liste aktualisieren würden ...

Greetzles Hannes
 
Liebe Freunde der Doppelgestirne,

angesichts der nun wieder helleren Sommernächte mag es sinnig sein, diesen Thread wieder zu beleben, geben Doppelsterne doch dankbare Objekte auch unter aufgehelltem Himmel ab. Passend zum Titel "DS im kleinen Refraktor" möchte ich eine Grenzbeobachtung von Porrima (auch: STF1670, gamma Vir, 29 Vir; aktuell 3" Winkelabstand der Komponenten) mit einem stativmontierten 15x60-Fernglas vorstellen. So ein Fernglas ist ja nichts Anderes als ein "ganz kleiner Doppelrefraktor":

Ganz leichte Streckung. Positionswinkel mit 5° geschätzt (somit nur 9° daneben, was mir angesichts der Vergrößerung von 15x und der minimalen Streckung recht präzise erscheint). Vor der Beobachtung absichtlich die Augen am fast vollen Mond geblitzt um die Sehschärfe zu erhöhen. Mehrfach mit dem ähnlich hellen Epsilon Vir (Vindemiatrix) verglichen um zu schauen, ob die Streckung eventuell ein Artefakt der Optik oder meines Wahrnehmungsapparats ist, dort jedoch keine Streckung gesehen. Die Beobachtung ist also "echt", Porrima's Doppelsternnatur ist schon bei 15x erkennbar.

Gruss, Christopher

Vor einigen Tagen versuchte ich es mit dem 16x70 FG hier in der Stadt. Auch ich habe mich bewusst vom Mond blenden lassen, aber Porrima konnte ich in keinster Weise länglich sehen. Er ist für mich zu hell und durch meine Iris bilden sich Strahlenkränze um den Stern, deren Ausrichtung auch vom Einblick abhängt. Nur bei scheinbar schwächeren Sternen sehe ich nadelfeine Sterne.

Da ich nun aber wissen wollte, welche Vergrößerung ich wenigstens benötige, war ich gerade mit dem 70/400mm ED-Refraktor vor der Tür. Bei 44x war Porrima deutlich als '8' erkennbar, bei 31x fiel es mir aufgrund der Helligkeit wieder schwer, eine Elongation zu erkennen. Ich habe den Refraktor bis auf 40mm abblenden müssen, um Porrima bei 31x leicht länglich zu sehen. Versuche bei 22x oder gar 12x scheiterten.
 
Hallo Robert,
wenn kaum was geht am Astrohimmel, dann versuch´s ich auch immer mit Doppelsternen. Den 16Cnc finde ich auch am schönsten. Gestern war ich so zwischen den Lücken der Cirren unterwegs und konnte ein paar fotographisch einfangen mit meinem kleinen 102/500er vom Nordbalkon aus über einem Strassenlampenlichtermeer. Aber mit dem stoße ich schnell an die Grenzen bei seiner kurzen Brennweite. So schön, dass du dir noch die Mühe machst und Zeichnungen anfertigst. Den 16Cnc muss ich auch unbedingt in den Kasten bekommen, dafür muss ich mein Geraffel dann woanders aufbauen, mal schauen, ob ich das heute Nacht hinbekomme, haben mal endlich wolkenlosen Himmel seit gefühlten tausend Jahren.
Hab hier mal den Epsylon Lyr und Albireo und noch einen Doppelstern mitgebracht, weis aber nicht mehr, welcher das war ....
Gruss von Anette
 

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Kürzlich habe ich den Doppelstern STF1863 (7m7 & 7m8, 0.62") mit dem 102mm-ED-Refraktor versucht: Bei 280x konnte ich diesen ebenfalls klar länglich sehen, obwohl die Luft nicht sonderlich ruhig war. Ich schätzte ebenfalls den Positionswinkel, welcher nur wenige Grad vom tatsächlichen abwich.

Robert's obiger Notiz in Post #126 in diesem Thread nachgehend, habe ich mit einem 101mm ED-Refraktor erfolglos draufgehalten. Daraufhin habe ich in derselben Nacht den 180/2500 Cassegrain rausgeholt, mit für mich dann sehr zufriedenstellendem Ergebnis:

Datenzeile aus VdS-Doppelsternprojekt:
STF18637m77m80.6''63°2018Boo14h38m00.71s+51°34'42.10"
Nach Stelledoppie ist gegenwärtig in 2021 der Komponentenabstand 0,65”, der Positionswinkel 59°.

Beobachtung am 30. Mai 2021 mit 180mm Cassegrain bei 200x: Bei der Beobachtung weder vorherige Kenntnis des Positionswinkels noch der Helligkeitsdifferenz. Ständige Streckung gesehen. Eindeutige Stellung der Hauptkomponente innerhalb dieser Streckung, eindeutiger als die relativen Helligkeiten (erst nach Beobachtung konsultiert) mich hätten erwarten lassen. Geschätzter Positionswinkel 60°. In guten Momenten erscheinen Fragmente eines birnenförmigen ersten Beugungsringes um das System, besonders auf der Seite der Hauptkomponente. Ein interessantes, ansprechendes Bild.

Gruss, Christopher
 
Zuletzt bearbeitet:
Gestern habe ich mir den Mira-Veränderlichen U Cygni im 4-Zöller bei 44x angeschaut. Dieser bildet mit einem 65 Bogensekunden nordöstlich stehenden Feldstern den Doppelstern BLL 49.

Datenzeile aus VdS-Doppelsternprojekt:
BLL49, U Cyg8m09m065.4''231°Cyg20h19m41.66s+47°54'19.90"
Achtung: Die hier gezeigte Helligkeit des Begleiters - also von U Cygni - ist nur ein Mittelwert! In Wirklichkeit schwankt dieser Mira-Veränderlicher zwischen 5m9 und 12m1.

Mit Freude konnte ich sehen, dass U Cygni nun, nachdem er am 29. Juni 8m2 hatte, mittlerweile 8m0 erreicht hat. Damit hat er die genau gleiche Helligkeit wie die Hauptkomponente von BLL 49. Die beiden bilden somit momentan einen sehr ästhetischen Doppelstern, tiefrot / weiss. Ich konnte das Paar auch im 8x42 Fernglas trennen. Aber um die besondere Farbigkeit von U Cygni zu erleben war der 4-Zöller das Instrument der Wahl. In knapp 2° Gesichtsfeld konnte ich den orangenen Omi2 Cyg gleichzeitig betrachten, eine insgesamt reizvolle Szenerie.

Es wird sehr spannend sein über die nächsten Wochen zu verfolgen, ob U Cyg weiter ansteigt. Der hellster in der Vergangenheit beobachteter Maximum war 5m9. Auch wenn er bald absinken sollte wird es interessant sein, diesen Verlauf zu begleiten. Angesichts der Periode von 463 Tagen haben wir erst in 15 Monaten wieder eine Möglichkeit, dieses Schauspiel zu erleben. Ein 3-Zöller genügt völlig, und die Sache ist bei diesen Helligkeiten weitgehend mondunempfindlich. Es lohnt sich, diesen "Veränderlichen Doppelstern" aktuell zu verfolgen!

Christopher
 
U Cygni ist in jedem Fall lohnenswert. Ich habe diesen Kohlenstoffsterne oft besucht, aber erst spät während des Doppelsternprojekts festgestellt, dass es sich um einen Doppelstern handelt. Die Veränderlichkeit konnte ich teils gut erkennen. Sein Nachbarstern eignet sich für einen Vergleich. Ich hatte stets den Eindruck, dass die Farbe von U Cygni mit abnehmender Helligkeit intensiver wurde, wie bei vielen Kohlenstoffsternen auch. Mit einem 16x70 FG hatte ich aus Leipzig heraus auch viel Freude.

@Schiefspiegler : Danke für den Hinweis auf die Veränderlichkeit. Diese wird nämlich im WDS nicht angegeben. Das habe ich auch schon bei anderen Doppelsternen bemerkt, nachdem ich im Okular nichts gesehen habe :rolleyes:
 
Hey Christopher,
Zu U Cygni habe ich vor einiger Zeit mal einiges recherchiert und fand den total interessant, habe ihn dann aber aus den Augen verloren. Danke für den Reminder. Die Stelle ist markiert im Atlas.
Beste Grüße
Rene
 
Nun, vielen Dank für den Thread, aus dem ich immer wieder Inspiration beziehe ;).

Per Zufall, auf der Suche nach äh, epsilon / 1 equuleus ;), darüber gestolpert:
Gem Stellarium nennt es sich HO 148 / HIP 103804 A. Ein niedliches, blasses, etwa gleich helles Pärchen etwas (z.Zt.) unterhalb von epsilon equuleus, 2.3" Abstand

Bedingungen waren absolut top, im Refraktor 88/498 Signatur wars jedenfalls glasklar zu sehen sogar bei 83x. Bin mir fast 100% sicher, dass es dieser -nachträglich im Stellarium ermittelt-, war.
Konnte die Sichtung seither leider nicht wiederholen, selbst bei recht guten Bedingungen mit 163x war es nicht zu trennen.

Vielleicht gibts ja ein Echo dazu?

Gruss
 
Hi,

also laut SkySafari sind die Komponenten von HO 148 nicht gleich hell, sondern haben 7,9 und 11,4. Bei einem Abstand von 2,3" ist das mit 80mm schon wirklich extrem schwer. Vielleicht gibt es noch andere mögliche Kandidaten? Weißt du noch, wie groß der Abstand zu Epsilon Equ in etwa war? Wenn das Wetter mitspielt, könnte ich heute Abend mal in diese Richtung schauen.

Grüße,

Sebastian
 
also laut SkySafari sind die Komponenten von HO 148 nicht gleich hell, sondern haben 7,9 und 11,4. Bei einem Abstand von 2,3" ist das mit 80mm schon wirklich extrem schwer.

Hm, danke. Klingt in der Tat kaum nach dem, was ich meinte gesehen zu haben.
Hab mir nun die Gegend vorgenommen und werde alle Kandidaten einzeln erledigen! :D
Kitalpha ist nomen est omen alpha equuleus / Fohlen.

Gruss
 

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Nun, hatte mich doch geirrt, und nicht zu knapp.
Nach Durchsicht obiger Doppelsterne -bei mittelmässigen Bedingungen- muss mein gesehener der im obigen Bild mit 3.0" angegebene, lambda equuleus, sein, beide praktisch gleich mit 7.5mag, ein schöner Anblick. Sonst konnte ich von den anderen angegebenen keinen trennen oder aber nicht sehen. Am ehesten schien mir noch der obige mit 3.2" angegebene, HIP 104047 getrennt, war aber alles andere als buchstäblich glasklar. ;)

Gruss
 
Hi,

ich habe gestern auch mal in diese Region geschaut. HO 148 war - wie erwartet - nicht zu trennen. Epsilon Equulei (aka STF 2737) ist aber sehr schön, den kannte ich noch nicht. Für mich war AB hellorange und C weiß, also ein schöner Farbkontrast.

Grüße,

Sebastian
 
Nun, im Verlauf meiner systematischen Durchsicht nach Sternbilder empfehle ich ebenfalls STF 434 = HD 23108 in Perseus, der schon in #117 empfohlen wurde. Notiert habe ich "einfach fantastisch", bei Nachsehen auf Zebahls Seite lese ich "wunderschöner Anblick" ;). In der Tat ein Besuch wert. Die Farben kommen allerdings nur bei wirklich guten Bedingungen rüber.
Ist so eine Art mini-Ausgabe von Albireo. In der Sache empfehle ich noch HR 890 auch im Perseus, würde ich als mini-Version von obigem STF 434 bezeichnen, auch mit gelblich und bläulicher Farbe meiner Beurteilung nach.

Dann noch die Challenge für kleine Geräte: HD 189576 in Sagitta. Habe glatte 40min verbraten, bis ich alles richtig eingeordnet hatte, selbst mit Skysafari als Handbuch nebenan. 5 Komponenten, zwar alle "unecht" gem. Stelledoppie, aber alle gerade so machbar mit meinem 88mm Refraktor. A bis D konnte ich schliesslich eindeutig ausmachen, C und D eher indirekt, nur E mit 2.7" Trennung konnte ich (noch!) nicht trennen, war da bereits zu entnervt. ;). Dürfte ein schwieriger Fall werden. Wiederbesuch ist garantiert!

Gruss

HD189576.jpg
 
EDIT: Nu verstehe ich mein Schwierigkeiten mit obigem HD 189576 etwas besser. Komp. D ist in Skysafari wie auch in stelledoppie mit 10.2m angegeben, also gleich viel wie für C. Stellarium weist hingegen für D 11.2m aus, was durchaus viel mehr der Beobachtung entspr., als D eindeutig der schwächste war.
 
So, liebe Freunde des gepflegten Doppelsterns,

nun habe ich es auch endlich mal geschafft und den gestrigen Sternenhimmel genutzt, um mich dem Thema Doppelsterne zu nähern. Vielleicht muss ich auch mal anfangen zu zeichnen, denn heute ärgere ich mich darüber, das Gesehene nicht für spätere Beobachtungen und Optikvergleiche dokumentiert zu haben...so fehlen mir jetzt zum Beispiel die Größenverhältnisse und der Abstand :cautious:

Beobachtet habe ich mit meinem 60/1200mm Refraktor, den ich dafür schon lange mal benutzen wollte. Okulare zwischen 12,5mm und 7mm, wobei das 8mm und 7mm eher interessehalber zum Einsatz kamen, da ich schauen wollte, ob sich die Farbwahrnehmung mit dem Okular verändert...was ich zumindest gestern nicht direkt wahrgenommen hatte.

Meine Beobachtung hatte ich mir zumindest dann am Teleskop schon notiert und heute nochmal gegen die "Fachliteratur" "Double Stars for small telescopes" von Sissy Haas abgeglichen. Meine Ziele waren gestern sicherlich eher die Klassiker:

1) Gamma Andromeda (Almach): klar getrennt
Hauptkomponente Gold; sekundäre Komponente bläulich-weiss
--> Sissy Haas: vivid citrus orange / whitish deep-blue

2) Eta Cassiopeia (Achird): klar getrennt
Hauptkomponente weiss/leicht gelb; sekundäre Komponente dunkles Gold bis braun
--> Sissy Haas: bright yellow / almond brown

3) Eta Perseus (Miram): klar getrennt
Hauptkomponente kräftig gelb/gold; sekundäre Komponente (sehr schwach; indirektes Sehen war besser) dunkles Blau
--> Sissy Haas: apricot orange / cobalt blue

4) Beta Cygni (Albireo): klar getrennt
Hauptkomponente kräftig gelb/gold; sekundäre Komponente weiss/bläulich
--> Sissy Haas: circus orange / vivid royal blue

Werde jetzt also auch anfangen, ein Beobachtungsnächtebuch zu führen und mich mal am Zeichnen zu versuchen. Gibt ja zum Glück noch ein paar Doppelsterne, die ich auch gut aus dem lichtverschmutzten Garten in Stadtrandlage Hannover besuchen kann :cool: ...sogar mit kleiner Öffnung und das hat richtig Spaß gemacht.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
Hallo Frank,

schön zu sehen, dass auch hier im deutschen Forum Doppelsternberichte gepostet werden :).
Da hast du dir in der Tat Klassiker ausgesucht, habe ich auch schon alle (teilweise schon mehrfach) beobachtet. Ein 60mm f/20 Refraktor ist natürlich ein feines Gerät für Doppelsterne. Was ist das für einer?

Ich schließe mich dann gerne mal an mit einem Bericht.
Ich war gestern auf der "anderen Seite" unterwegs, also im Adler. Ich verwende auch z.T. die Sissy Haas als Quelle und teilweise Inspirationen von Cloudy Nights.

Angefangen habe ich mit Alya in der Schlange (Theta 1 Serpentis, STF 2417, 4.6m/4.9m, 22.5"). Dieser ist auch mit einem 10x Fernglas schon trennbar, bei 35x im Teleskop natürlich nicht minder schön. Beide sind weiß.

Dann gings dann in den angrenzenden Adler mit STF 2404 (6.4m/7.8m, 3.5"). Bei 90x gerade so getrennt, bei 144x sehr schön. A gelblich oder helles orange, B weiß bis hellblau. Der Farbkontrast ist jedenfalls auffällig und sehr schön.

Nicht weit entfernt ist STF 2412. Eigentlich wollte ich STF 2411 aufsuchen, hatte mich aber vertan :). 2412 ist jedenfalls für mich fordernd gewesen (8.4m/9.0m, 1.4"). Nur bei 216x konnte ich beide getrennt sehen. Bei niedrigeren Vergrößerungen waren sie einfach zu dicht, bei höheren zu dunkel. Farben hellgelb.

Dann das eigentliche Ziel STF 2411 (6.5m/9.6m, 13.5"). Mit 35x deutlich trennbar. Der hellere hellgelb, der deutlich dunklere Begleiter war für mich farblos/grau.

Zum Schluss noch STF 2523 (8.0m/8.1m,6.4"). Bei 90x schön getrennt, beide weiß. Beim im gleichen Gesichtsfeld liegenden KRU 8 konnte ich den Begleiter nicht sehen (der ist nicht wie im SkySafari geschrieben mag 7.2 sondern 12.8 (Stelle Dopie)).

CS, Sebastian
 
Nun, danke für die Berichte. " Sissy Haas " nun mehrmals gelesen, WAR wohl mal ein Klassiker. Hab mich bei CN mal etwas eingelesen dazu, scheint immerhin etwas gemischt aufgenommen zu werden aus heutiger Sicht.

Zugegebenermassen kräuseln sich die Haare etwas bei mir bei Ausdrücke wie obiges "circus orange / vivid royal blue", frage mich wie weit hier die Pferde durchgegangen sind bei der schwärmerischen Leidenschaft. ;)

In diesem Post wird übrigens die ganze Liste von Sissy Haas als *.Skylist (=skysafari) angeboten, sind wohl 2500+ Einträge, allerdings in unhandlichem, nicht weiter aufgesplitteten EINEN File.

Eine verlinkte "Basis" von Stelledoppie, die Liste von Toshimi Taki kommt auch in Excel-Format her, dort sind noch weitere "beliebte" Listen enthalten, die sich nötigenfalls weiter digital verwursten lassen.
Taki's Home Page ; Atlas of Double Stars

Handliche Listen in digitalem Format wie bei stelledoppie.it möchte ich allerdings nicht mehr missen, sobald es ums organisieren von Beobachtungslisten geht. Skysafari ist dahingehend IMO schon recht ordentlich was Doppelsterne angeht, als alle Komponenten jeweils angegeben sind.

Kann da bei Interesse (m)eine sortierbare/filterbare Liste in Excel anbieten, anhand der sich direkt *.skylist (=skysafari) Dateien erstellen lassen (mit ein paar händischen Zusatzhandhabungen) Basis sind die "10000 populars" von Stelle doppie, die selbst ja 150'000+ Objekte enthält. Hatte auf CN es mal angesprochen beim stelledoppie-Mensch, der aber etwas kurz angebunden war IMO. Nämlich eine zusätzliche Sortierbarkeit auch nach "Popularität", um die Anzahl in überschaubaren Rahmen zu halten. Die "10000 populars" sind anscheinend die am meisten angeklickten Doppelsterne in stelledoppie, schon so sortiert absteigend.

Mit den weiteren "Einschränkungen" durch mein Gerät komme ich so auf ca. 1000 Objekte, die dann noch weiter nach Sternbilder aufgesplittet wurden.

Gruss
 
Hallo Sebastian,

Ein 60mm f/20 Refraktor ist natürlich ein feines Gerät für Doppelsterne. Was ist das für einer?
Ein Royal Astro R61-D, vermutlich 60er Jahre…
Hier Heute Überraschungskiste abgeholt —> drin ist ein Royal Astro 60/1200 Refraktor hatte ich zu dem Zufallsfund schon mal ein bisschen berichtet. Leider dann viel zu selten benutzt, weil es aufgrund des Hebels auf meiner Grab&Go AZ-4 Montierung nicht viel spass gemacht hat. Nun hat vor einiger Zeit eine Skytee-2 den Weg zu mir gefunden, die auf einem Baustativ steht, jetzt macht das auch Spass mit dem älteren Schätzchen :cool:

Werde also nun öfter auf Doppelsterne gehen, so das Wetter und die Zeit es zulassen.

Beste Grüße und klare Nächte
Frank
 
So, liebe Doppelsternfreunde,

ich habe mir bei einer Fernglasnacht zuletzt verwundert die Augen gerieben. Eigentlich war ich im Großen Bären unterwegs, um mit dem 18x70 alle möglichen Galaxien abzugrasen.
Dabei habe ich nebenbei einige Doppelsterne mitgenommen, die lt. isDSA bei der Galaxientour alle mit auf dem Weg lagen:
bär.jpg

Und was soll ich sagen, bis auf zwei Ausnahmen alle Fernglas-tauglich ... ja gut, Großfernglas-tauglich. Aber auf jeden Fall auch sehenswert in kleinen Refraktoren.

Ich stelle Euch die Racker mal kurz vor. Angefangen habe ich mit:

BU1077 AC (Sep: 370") auch bekannt unter Dubhe oder Alpha Ursae Majoris, eine Sissy Haas-Empfehlung. Noch unspektakulär. hm, naja, Komponente C zeigt sich im Süden in Riesenabstand zum intensivgelbem A. Komponente C wirkt dagegen wie eine graue Maus und der Helligkeitsunterschied ist so enorm, dass er nicht abschätzbar ist.
Übrigens, Dubhe ist trotz der Bayer-Bezeichnung „Alpha“ nur der zweithellste Stern des Sternbilds Großer Bär. Aber genug geklug[zensiert]rt.

STF 1495 (Sep. 34,2") ein komfortabel getrenntes Sternpaar mit leichtem Farbkontrast - B steht versetzt nördlich von A und ist 1.5 bis 2 Magnituden schwächer

STF 1520 (Sep. 12,4") ideal für 18x, ein schönes enges Sternpaar - Komponente B prangt nordöstlich von A ganz knapp getrennt und wirkt gut 1.5 Größenklassen schwächer - beide haben eine reinweiße Weste, was ungewöhnlich ist ob des großen Helligkeitsunterschiedes

STF 1553 (Sep. 6,2") der Doppelstern zeigt sich länglich, aber nicht getrennt - die Einschnürung ist auch nur zu erahnen, aber man sieht auf jeden Fall, dass dort kein Einzelstern steht

STF 1608 (Sep. 13,6") wie gemacht für 18x - ein Paar gleich heller Sterne, minimalst getrennt - B scheint im Südwesten zu stehen, der Stern ist nur minimal schwächer
Ich habe mir irgendwann mal als Richtgröße notiert, dass ein 18x70 FG Freihand 17" trennen kann und 10" wenn es auf Stativ befestigt wird. Also schon dicht dran.
Aber auch Sternhelligkeiten und der Helligkeitsunterschied spielen eine Rolle. Hier scheint Einiges gepasst zu haben. Ach, ich sehe gerade, bei STF 1520 war der Abstand ja noch kleiner und ein Helligkeitsunterschied dabei ... fein, fein.

STF 1603 (Sep. 22,2") schon wieder so ein schönes Sternpaar, das zu gefallen weiß, etwas mehr als knapp getrennt - B im Nordosten wirkt eine viertel Größenklasse schwächer - leichter Farbunterschied, wobei B zartorange, braunweiß, ockergrau oder so wirkt :unsure:

STF 1315 (Sep 25,1") ich werde langsam närrisch, ja, der ist ja auch schick - ein gut getrenntes Sternpaar - zwei fast gleich helle Sterne - B im Nordosten ist vielleicht eine viertel Größenklasse schwächer und wirkt warmweiß gegen die kühlweißen A

STF 1350 (AB Sep. 10,2") ein sehr enger Doppelstern, äußerst knapp getrennt … und das auch nur in guten Momenten, ansonsten wirkt das Paar wie eine Ameise - beide Sterne sind gleich hell - ein echter FG-Tester für 18x, juhu, geschafft
Mit meinem Teleskop habe ich auch schonmal die C Komponente mit beobachtet.

STF 1349 (Sep. 19,2") - einfacher als der benachbarte Doppelstern STF 1350 - ordentlich getrennt - Komponente B ist 1 bis 1.5 Größenklassen schwächer

Beide Doppelsterne STF 1349 und 1350 liegen übrigens in einem reizvollen Sternumfeld.

STF 1122 (Sep. 14,9") - noch so ein genialer, heller Stern für 18x-Ferngläser - ein wunderschönes enges Sternpaar, wo drei Blatt Papier dazwischen passen

STF 1127 (AC Sep. 11,6" / A 7,02 mag / C = 9.72 mag) ein Beispiel, dass nicht alles geht, ich konnte C nicht entdecken - von den Rahmendaten ist eine Trennung von A und C eigentlich möglich, aber vermutlich ist der Helligkeitsunterschied zwischen beiden Sternen von 2.7 mag zu groß

Mein Fazit zu dieser Region. Da hat der liebe Gott sein Füllhorn an lohnenswerten Doppelsternen für Großferngläser und kleine Refraktoren aber gewaltig ausgeschüttet. Die Doppelsterne haben mir in dieser Nacht die gute Laune gerettet, denn ich hatte einige Galaxien dabei, die sich nicht oder nur schwer zeigen wollten. Das Highlight war am Ende NGC 2403, was für ein Latsch von Nebel. immer wieder schön in jeder Optik.

Also, macht mit, machts nach, machts besser ... ne, machts gut

Rene
 
Hallo Rene,

eine schöne Tour ist das. Ich mag Dubhe ganz besonders. Das ist nämlich ein echtes physikalisches Doppel und ist schon im Feldstecher farblich sehr attraktiv. Ich sehe Komponente A goldgelb, C blau. Hier meine Notiz mit 7x45 Fernglas, handgehalten:
AC: Sehr weit auseinander aber dennoch zusammengehörig erscheinend. A ist goldgelb, C scheint blau zu sein, eine sehr attraktive Erscheinung.
A, B und C sind ein physikalisches Dreifachsystem in 123 Lichtjahren Abstand zu uns. Dies ist zufällig fast genau der gleiche Abstand zu uns wie SMA75 AB, ein weiteres physikalisches Fernglas-Paar in UMa. Dubhe AB ist eine reizvolle Aufgabe für einen 6- oder 7-Zöller: 2m0 und 5m0 hell, Abstand 0,8".

Und für das kontemplative Betrachten von Dubhe plus SMA75 AB nenne ich noch die Daten von Letzterem:
Smart 75 AB
5m27m3288.0''88°UMa10h43m32.89s+46°12'13.90"
Meine Beobachtungsnotiz mit 7x45 Fernglas: Weit auseinander und großer Helligkeitsunterschied, A und B wirken dennoch absolut zusammengehörig. Kein besonderer Farbeindruck.

Gruss, Christopher
 
eine schöne Tour ist das. Ich mag Dubhe ganz besonders.
Lieber Christopher,
farbaspekttechnisch gebe ich Dir recht. Und vermutlich sind Vergrößerungen unter 10x einfach besser für solche Riesenabstände wie bei diesem Doppelstern. So hat jeder Doppelstern vermutlich sein spezielles FG oder Teleskop, bei dem er am besten zur Geltung kommt :).
Ich freue mich am meisten über Doppelsterne, die irgendwie sofort suggerieren, hey, das sind wir zwei und wir dominieren mit unserer Erscheinung das Umfeld. Von mir aus können diese beiden auch reinweiß sein.

Smart 75 AB ist notiert, den zieh ich mir mal im 8x30 FG rein :cool:.

Beste Grüße

Rene
 
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