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APM 82 vs APM 120 / 100 / 70 und die Sehfeld (FOV) Frage

Andreas_W

Mitglied
Moin,

ich habe in der Vergangenheit neben dem 24er Pano auch 13 und 7 mm Nagler T6 an schnellen Dobsons (f/3.7 plus Paracorr) benutzt, diese aber durch Delos Okulare ersetzt. Die Delos bilden für mich an schnellen Geräten deutlich schärfer und kontrastreicher ab, als die T6er. Und das auch am GF-Rand. Von daher kann ich nicht bestätigen, dass die T6er den Delos generell an schnellen Geräten überlegen wären, im Gegenteil.

Seitdem ich nur noch binokular beobachte, besteht mein Okularset aus 24er Pano, 10 und 6 mm Delos-Pärchen und ich vermisse die T6er kein bißchen, egal ob am Dobson mit Binoansatz oder im 120er APM Bino. Wichtig ist vor allem, dass die Okulare zur individuellen Anatomie passen, denn wegen der großen Frontlinse der Delos sind die T6er in dieser Hinsicht für viele trotz des geringeren Augenabstandes doch die bessere Wahl.

Viele Grüße
Andreas
 

Demokrat

Mitglied
Dieses Kurbelstativ hier von Berlebach ist schwer, standsicher, komfortabel und ideal, wenn man nicht ständig damit herumlaufen muss. Als Reisestativ würde ich aber ein Carbonstativ verwenden.
Hallo Amin,

Berlebach 19C Minimalhöhe: 53 cm und Maximalhöhe: 179 cm
Berlebach 29C Minimalhöhe: 53 cm und Maximalhöhe: 210 cm

Das 29er kommt 30cm höher hinauf, wenn man das braucht. ;)
Je nach Bino heißt das, ich kann im Stehen zenitnah beobachten, ohne mich zu bücken, wenn ich etwas größer bin.
Ein 82er APM schwenkt okularseitig ca. 20cm hinunter, und je nachdem, ob es das 90° oder 45° Modell ist, muss man anders hineingucken.

Ich rechne also: Stativhöhe mit eventuell nicht völlig ausgezogenen Beinen (schwingt weniger), Höhe des Montierungskopfes/Gabel/was auch immer von Auflagefläche bis zum Drehpunkt, dann den Schwenkradius der Okulare bei Zenitbeobachtung abziehen.

Die Körpergröße (auch von eventuellen Freunden, Gästen) bestimmt die Augenhöhe, und das soll dann zusammenpassen. Ohne Kurbelsäule wäre so ein Bino für mich nicht komfortabel, die braucht es ganz sicher.

lg
Niki

PS: mein Gitzo Exploerer ist für das 100er viel zu schwach und leicht - einmal beim Bein einfädeln und das Ding fällt um. Bei der Kopflastigkeit muss man also aufpassen. Zur Not geht ein Carbon, aber das ist dann nicht sehr schwingungsfest...
 

Miquel Prado

Mitglied
Ich habe jetzt nicht den ganzen länglichen Thread gelesen, habe beim Überfliegen aber nicht feststellen können wieviel Erfahrung mit binokularem Sehen vorhanden ist. Das ist nicht für jeden die Lösung, bei mir hat es zB nicht so den Aha Effekt wie mancher ihn beschreibt, meine Augen sind wohl nicht kooperativ genug. Jedenfalls würde ich mal ein bisschen mit einfachen aber gut justierten, handlichen Gläsern am Nachthimmel rumprobieren um zu schauen ob man alles aufs binokulare Pferd setzen muss.
@Klaus
Hallo Klaus, habe noch keine praktische Erfahrung mit Bino sehen. Konnte bisher nur normal (mono okular) durch ein 8" SC schauen. Da war ich ziemlich enttäuscht, lag aber höchstwahrscheinlich an dem "schlechten" Standard Okular, dass dort verwendet wurde. Und der Himmel war auch sehr bescheiden.

Aha Effekt ist genau das was ich suche. Da hat aber natürlich jeder andere Erwartungen und Ansprüche.
Ich hoffe nur meine sind nicht zu hoch. Mit hohen Vergrösserungen muss das für mich jedenfalls nicht unbedingt etwas zu tun haben. Rein theoretisch verspreche ich mir den Aha Effekt eher vom beidäugigem Schauen als nur durch ein einzelnes Okular. Darum habe ich mich auf ein Bino eingependelt. Dobson oder SC mit Binoansatz wäre in diesem Zusammenhang vielleicht auch noch interessant für mich, aber dann wieder weniger gut transportabel..

Ich habe auch Ferngläser, 10x50 und 16x80, hatte aber noch keine Gelegenheit eine echte Nachtsession zu machen. Habe die Ferngläser eben auch noch nicht lange. Das Astrofiber hat mich sozusagen über Nacht gepackt. Meine Frau war verreist und als sie zurück kam, hat sie sich über mein neues Hobby sehr gewundert :D Seit ich die Ferngläser habe war der Himmel fast durchgehend bedeckt. Es war wie verhext! :)
Aber klar, das wird der erste Schritt sein und dann sehe ich mal wie gross der Wunsch nach "mehr" ist.

Vorerst macht es auch Spass sich zu dem Thema zu informieren, u.a. auch hier im Forum. (Abgesehen von einigen Beiträgen von Leuten die meinen jedes meiner Worte auf die Goldwaage legen zu müssen.. Naja..)
LG, Sebastian
 

Amin

Mitglied
Der Sprung von 24mm auf 13mm war mir zu klein, der von 13mm auf 7mm zu groß. Die Kombination 24-11-7 ist mir lieber.
Der Sprung von 24 auf 13mm hat den Faktor 1,8x und von 13 auf 7mm auch etwa 1,8x. Also mathematisch betrachtet ideal. :)


Auch finde ich das Einblickverhalten des 11ers noch mal einen Tick besser als beim 13er. Aber das ist natürlich persönliche Vorliebe.
Also ich kann keinen Unterschied zwischen den T6-Okularen feststellen. Das 13er macht schon allein deswegen Sinn, weil es das Okular mit der größten Brennweite der Serie ist. Außerdem nutze ich es an meinem kleinen 80er Bino zu 90%! Das 24er Panoptic nutze ich meist nur für einen kurzen Überblick.

Diese schmalen Einarmmontis sind zwar sehr schön leicht, aber mich stört dass das Bino seitlich kippen kann und das Höhenlager schnell ausschlagen wird. Wenn schon keine Zweifach-Gabel, dann lieber eine AZ-Monti mit einem Arm über der Montierungsachse und Gegengewichten, wie bei der TS AZT6.
Da ich noch eine perfekte Binoptik-Einarmmontierung am Gerät habe, kann ich mich wohl glücklich schätzen.
 

Amin

Mitglied
Hallo Amin,

Berlebach 19C Minimalhöhe: 53 cm und Maximalhöhe: 179 cm
Berlebach 29C Minimalhöhe: 53 cm und Maximalhöhe: 210 cm
Ja, es gibt da mehrere aus der Reihe, aber ich hatte gleich das erste verlinkt. Bei Interesse, sollte man sich die richtige Grüße aussuschen.

PS: mein Gitzo Exploerer ist für das 100er viel zu schwach und leicht - einmal beim Bein einfädeln und das Ding fällt um. Bei der Kopflastigkeit muss man also aufpassen. Zur Not geht ein Carbon, aber das ist dann nicht sehr schwingungsfest...
Dann probiere mal so ein Berlebach aus! Das hatte bei mir auch für ein 2x100er Binoptic einen perfekten Stand! Ich hatte es mal verkauft, weil ich kein 100er mehr hatte. Aber für das 80er werde ich mir es doch wohl wieder zulegen.
 

Amin

Mitglied
Moin,

ich habe in der Vergangenheit neben dem 24er Pano auch 13 und 7 mm Nagler T6 an schnellen Dobsons (f/3.7 plus Paracorr) benutzt, diese aber durch Delos Okulare ersetzt. Die Delos bilden für mich an schnellen Geräten deutlich schärfer und kontrastreicher ab, als die T6er. Und das auch am GF-Rand. Von daher kann ich nicht bestätigen, dass die T6er den Delos generell an schnellen Geräten überlegen wären, im Gegenteil.
Dobson Spiegelteleskop und Refraktoren kann man bezüglich der Okularauswahl nicht vergleichen! Die Delos hatte ich auch an unterschiedlichen APO-Doppelrefraktoren ausprobiert, aber sie waren mir vom Einblick zu nervös und im Vergleich zu den Nagler T6 weniger randscharf. Deswegen kann man nicht von einem Dobson auf einen Refraktor schließen. Und beim Refraktor-Bino gelten noch einmal andere Regeln und Voraussetzungen.

Seitdem ich nur noch binokular beobachte, besteht mein Okularset aus 24er Pano, 10 und 6 mm Delos-Pärchen und ich vermisse die T6er kein bißchen, egal ob am Dobson mit Binoansatz oder im 120er APM Bino. Wichtig ist vor allem, dass die Okulare zur individuellen Anatomie passen, denn wegen der großen Frontlinse der Delos sind die T6er in dieser Hinsicht für viele trotz des geringeren Augenabstandes doch die bessere Wahl.
Bei einem kleinen Bino von 70 oder 80 mm ist es nicht so vorteilhaft, wegen der Hecklastigkeit so große Okulare anzusetzen. Bei größeren 2"-Binos ab 150mm und f/8 bis f/9 sind für mich wieder die Nagler T4 ideal und um Längen komfortabler. Somit hat jede Größe wieder andere Bedingungen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Demokrat

Mitglied
Ja, danke, mein Setup für das 100er hatte ich weiter oben beschrieben. ;) (der Thread ist ja schon ziemlich lang)
Ich hab das 29C, es ist eigentlich perfekt.

Mit den 8er Delos bin ich am Bino noch nicht wirklich zufrieden, weil ich grad mal so mit den Augen halbwegs rankomme... obgleich ich sonst ein absoluter Delos-Fan bin, die sind großartig. Nur muss ich beim Bino den Kopf gerade an die Okus halten, und da klebe ich faktisch an den 8ern, was sonst überhaupt nicht der Fall ist. Ich werde da mal Nagler probieren. :coffee:

lg
Niki
 

Amin

Mitglied
Ja, danke, mein Setup für das 100er hatte ich weiter oben beschrieben. ;) (der Thread ist ja schon ziemlich lang)
Ich hab das 29C, es ist eigentlich perfekt.
Ja super! (y)

Mit den 8er Delos bin ich am Bino noch nicht wirklich zufrieden, weil ich grad mal so mit den Augen halbwegs rankomme... obgleich ich sonst ein absoluter Delos-Fan bin, die sind großartig. Nur muss ich beim Bino den Kopf gerade an die Okus halten, und da klebe ich faktisch an den 8ern, was sonst überhaupt nicht der Fall ist. Ich werde da mal Nagler probieren. :coffee:

lg
Niki
Mir sind die guten alten Pentax XW 7 und 10 lieber als die Delos! Hast Du die mal getestet? Oder das 8er Ethos mit abgenommenen Augenmuscheln!
 

b_schaefer

Mitglied
Ich empfinde auch die 500g Klasse von Okularen nicht als problematisch am kleinen (71er) Bino, siehe Foto. Allerdings sind die Matsumoto EMS auch viel leichter als die Prismenblöcke eines Großfernglases, so dass im Ergebnis weniger Gewicht am hinteren Ende liegt.

So gut die kleinen Nagler sind, die modernen Konstruktionen legen meistens noch eine Schippe drauf. In meinen Vergleichen an meinem Gerät konnte das 13er Nagler nicht ansatzweise mit dem Docter 12,5mm mithalten. Ebenso stach das 17,3mm Delos das 16er Nagler deutlich aus und ein 7mm Nagler fiel sichtbar gegen ein Vixen 7mm SSW ab.

Allerdings fand ich auch an meinem Gerät den Einblick am 17,3mm Delos nervös, die Nagler sind da unauffällig. Auch die Vixen SSW produzierten leicht mal Abschattungen. Die Morpheus 6,5mm und 9mm funktionierten aber komplett problemlos.

Und Einarmmontierungen sind fantastisch. Ich habe die von APM und mein kleines Bino trägt sie einwandfrei. Ich habe halt konstruktiv dafür gesorgt, dass der Drehpunkt nahe am Schwerpunkt liegt. Für ein 100er könnte sie allerdings etwas knapp sein. Optimal finde ich die Konstruktion der Einarmgabel für das Kowa Highlander. Die scheint mir auch halbwegs einfach nachbaubar.

Viele Grüße
Sebastian

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Miquel Prado

Mitglied
@Amin
Die Baader Morpheus sind wahrscheinlich nicht schlecht, aber eben schwerer. Auch die Televue Delos sind ähnlich, auch was den sehr großen und angenehmen Pupillenabstand um 20mm angeht. Aber mit den kurzen Brennweiten eines Refraktors oder Großfernglas wie das APM 82 mm mit f/5,7 können die Nagler T6 besser umgehen und das besagte Panoptic 24mm, da sie die meist damit verbundenen starken Bildfeldwölbungen dieser Optiken besser korrigieren können.
Hallo AMIN,

Ich merk schon, weites Feld wird offenbar durch einen geringeren Pupillenabstand erkauft.
(Mist, immer diese Kompromisse!)
Tja, jetzt weiss ich natürlich auch wieder nicht was besser (schöner) ist..
Lieber 82° und 12mm Pupillenabstand, oder doch besser 72° und dafür 20mm Pupillenabstand?
(abgesehen von kleinen oder großen f/x Werten, also einfach mal pauschal)
..ja ich weiss, ich soll selber durchschauen, aber was ist deine (eure) persönliche Meinung?

Danke auch für den Tip von Montierung und Stativ.
Ja die schreiben für 82 geeignet, aber dann gleichzeitig nur bis 70mm..
Müsste ich mal direkt dort anfragen.

Besten Dank und viele Grüße
Sebastian
 

Miquel Prado

Mitglied
@Marcus
Diese schmalen Einarmmontis sind zwar sehr schön leicht, aber mich stört dass das Bino seitlich kippen kann und das Höhenlager schnell ausschlagen wird. Wenn schon keine Zweifach-Gabel, dann lieber eine AZ-Monti mit einem Arm über der Montierungsachse und Gegengewichten, wie bei der TS AZT6.
Hallo Marcus,
hat nicht die Monster Mount von Orion auch dieses Prinzip?
LG
 

Demokrat

Mitglied
..ja ich weiss, ich soll selber durchschauen, aber was ist deine (eure) persönliche Meinung?
Diese Frage ist unzulässig. ;)
Du kannst es nur selbst herausfinden, wir kennen Deine Nase nicht, Deinen Augenabstand, Deine Brauenwölbung, Deine Wangenknochen... oder wie tief Deine Augen liegen. Hier macht die Frage, was den anderen gut tut, und was sie toll finden, keinen Sinn mehr. Nicht mal meine eigenen Okulare finde ich an jedem Gerät gleich gut.

Jede Okulardiskussion in allen Foren hat bislang an diesem Punkt geendet, weil nach der Aufzählung, was man so verwendet und was es alles gibt, dann der Praxisteil kommt. Und den musst Du machen. Mit Dir und Deinen Augen und den Okularen, die Dich interessieren, an dem Bino, das Dich interessiert. Das lässt sich also nicht mehr theoretisch besprechen.

lg
Niki
 

mettling

Mitglied
Hallo Amin,
Der Sprung von 24 auf 13mm hat den Faktor 1,8x und von 13 auf 7mm auch etwa 1,8x. Also mathematisch betrachtet ideal. :)
Da hast Du vollkommen recht. Deshalb hatte ich mir ja zuerst auch das 13er geholt. Erst bei der Beobachtungspraxis stellte ich fest, dass mir das 11er mehr bringen würde.
Aber das ist wie schon gesagt auch eine persönliche Sache. Deshalb soll das an dieser Stelle auch nur ein zarter Hinweis auf die bekannte Tatsache sein, dass persönliche Vorlieben bei der Okularwahl eventuell wichtiger sein können als rechnerisch optimierte Abstufungen.

EDIT:
Miquel, die Orion Monster Mount ist eine Parallelogrammmontierung. Das ist noch mal eine ganz andere Kiste.

Bis dann:
Marcus
 

Miquel Prado

Mitglied
@Amin
Die Delos hatte ich auch an unterschiedlichen APO-Doppelrefraktoren ausprobiert, aber sie waren mir vom Einblick zu nervös und im Vergleich zu den Nagler T6 weniger randscharf.
Hallo Amin,
das ist auch etwas, was ich noch nicht verstehe. Die Delos haben doch mit 20mm Augenabstand mehr als die Nagler (12mm). Warum sind sie dann zu "nervös"?
Bedeutet grösserer Augenabstand nicht automatisch weniger "nervös"?

Danke.
 

b_schaefer

Mitglied
Der Augenabstand ist die eine Sache, die andere Frage ist, wie genau man die Pupille vor dem Okular platzieren muss. Manche Okulare reagieren da schon bei recht kleinen Abweichungen mit Abschattungen im Gesichtsfeld (Stichwort ‚blackouts‘ oder ‚kidney beaning‘).

Ein großer Augenabstand ist wichtig, wenn mit Brille beobachtet wird. Sonst ist es eher wichtig, wie gut man den Abstand treffen muss und wie leicht es einem das Okular dabei macht (Verstellbarkeit und Bequemlichkeit der Augenmuschel).

Viele Grüße
Sebastian
 

Amin

Mitglied
@Sebastian

Nein, das sind völlig unterschiedliche Sachen.

Eigentlich bezeichnet man mit Augenabstand den Abstand der beiden Augen zueinander, also wie weit man die Okulare auseinander ziehen muss, um mit beiden Augen praktisch mittig durch ein Bino sieht. Das Wort Augenabstand wird oft fälschlicherweise mit dem Pupillenabstand verwechselt, der den Abstand der Augen zum Okular beschreibt, um noch das gesamte Bildfeld im Okulars erkennen zu können.

Der Augenabstand, bzw. besser Pupillenabstand der Augen zu den Okularen entscheidet, wie weit man in die Dinger "hineinkriechen" muss, um das volle Gesichtsfeld der Okulare noch sehen zu können. Je weiter entfernt, umso komfortabler sind die Okulare in dieser Disziplin. Je größer der Abstand zwischen den Augen und den Okularen, um so freier hat man das Gefühl beobachten zu können. Das ist natürlich der Idealfall ... fast so wie Breitwandfernsehen. :)
Für die Okulare mit geringem Pupillenabstand, muss man irgendwie versuchen mit der eigenen Anatomie an die Dinger so heran zu kommen, dass man noch das gesamte Feld beobachten kann, ohne dass man sich irgendwie an den Dingern stößt und quetscht oder mit den Wimpern bereits die Linsen verschmiert. Und was dem einen gefällt, muss dem anderen noch lange nicht gefallen. Das ist fast so wie beim Klamottenkauf. ;) Wer das nicht aiusprobiert, kann hinterher nur Frust entwickeln.

Es gibt aber noch weitere Faktoren. Was mit Nervosität bezeichnet wird, ist das Verhalten der Okularen, wenn man nicht absolut genau durch die Mitte sieht, man sagt auch in der Achse. Je nach Okulartyp kann eine geringe Abweichung aus der Achse heraus schon zu Verzerrungen und Farbspielen von Sternen führen. Bei manchen Okularen kann man noch die Augen vor dem Okular etwas schwenken, ohne dass sich irgendwelche Verzerrungen an Sternen zeigen. Bei Monokularer Beobachtung findet man leichter den optimalen Punkt oder Sweet Spot. Bei zwei Okularen wird es schon schwieriger.

Und dann gibt es noch den Kidney Bean Effekt, der beim Schwenken der Augen aus der Achse der Okulare zur Abschattung führen kann. So als ob eine schwarze Blende von der Seite in das Bild geführt wird. Da sind die Okulare unterschiedlich enpfindlich. Je nach Okulartyp. Den einen stört es mehr, den anderen weniger.

Und dann hätten wir noch eine Korrektur der Bildfeldwölbung, die manche Okulare besser können und andere weniger. Mit der Bildfeldwölbung wird man meist bei Linsenteleskopen konfrontiert. Hier muss das Licht im Optimalfall in der Bildmitte den gleich langen Weg zurücklegen wie am Rand. Wenn nicht, bezeichnet man das als Bildfeldwölbung. Und das bedeutet, eine scharfe Mittenabbildung lässt dann am Rand nach, wo man eigentlich nachfokussieren müsste. Junge Augen können das ganz gut ausgleichen, alte Augen nicht mehr so. Aber es gibt Okulare, die das auch ganz gut korrigieren. Und dazu gehören fast alle Okulare von Televue. Die einen mehr, die anderen weniger. Und je länger die Brennweite, umso unkomplizierter die Angelegenheit für die Okulare. Aber heutzutage wollen alle meist nur kurzbrennweitige Geräte, aber die haben eben so ihre Tücken. Mit langen Brennweiten kommen die meisten Okulare problemlos zurecht. Je kürzer aber die Brennweite, umso größerdas Problem mit der Bildfeldwölbung. Aber manche stört das weniger.

Als Anfänger ist man mit der ganzen Problematik noch nicht vertraut. Das erlernt man dann alles im Lauf der Zeit und vor allem, wie sich das in der Praxis zeigt. Da kann man noch so viel Theorie aufnehmen, in der Praxis entscheidet sich meist sehr schnell, was man sich erst in der Theorie ganz anders vorgestellt hat. Das optimale Beobachten mit Großferngläsern und Doppelrefraktoren muss man erst ein wenig erlernen. Aber wen das beidäugige Beobachten erst einmal gepackt hat, den lässt es meist nicht mehr los!
 
Zuletzt bearbeitet:

Demokrat

Mitglied
Eine wesentliche Rolle spielen auch die Durchmesser der Austrittspupille und des Auges.

Bei AP = 2 mm und einem dunkeladaptieren Auge mit 6 mm kann man schon ein wenig die Augen rollen, ohne die Randbüschel der Strahlen zu beschneiden (Kidney...) und so ist das ganze Thema komplexer, als man hier auf 5 Seiten beschreiben kann. Die Aberration der Austrittspupille und der Winkel des SGF sind nur einige Parameter, deshalb muss man es selbst probieren, egal wieviel man von der Theorie vorher weiß oder liest. ;)

lg
Niki
 

klawipo

Mitglied
Also ehrlich gesagt würde ich mir an deiner Stelle erstmal ein schönes stabiles Stativ mit Luft nach oben holen (Tipps gab es hier ja) und die vorhandenen Gerätschaften ihrer natürlichen Bestimmung zuführen. Die haben ja beide eine ordentliche Austrittspupille von 5mm. Nebelfilter kann man bei diesem Setup mit normalen Ferngläserm zur Not auch irgendwie zwischen Auge und Okular andengeln, das funktioniert grundsätzlich. 16x80 mit Filter, das ist schon für viele Objekte ne echt feine Sache, gerade im anstehenden Sommer. Ich bin einfach nicht so der Freund davon erst zu investieren und dann festzustellen dass man sich das alles aber doch ganz anders vorgestellt hat. Und wenn du bei ca 80mm Öffnung bleibst: Viel heller als mit dem 16x80 Fernglas wird das Bild nicht.

VG
Klaus
 

Miquel Prado

Mitglied
@Klaus
würde ich mir an deiner Stelle erstmal ein schönes stabiles Stativ mit Luft nach oben holen (Tipps gab es hier ja) und die vorhandenen Gerätschaften ihrer natürlichen Bestimmung zuführen. Die haben ja beide eine ordentliche Austrittspupille von 5mm.
Hallo Klaus, genau das. Ein stabiles Stativ wird wohl ohne Zweifel nötig sein.
Die Orion Monster Mount habe ich nur deshalb ins Gespräch gebracht, weil ich da eben auch bequem zurück gelehnt vom Liegestuhl aus schauen könnte (keine Nackenstarre). Das sollte für meine Ferngläser ja noch funktionieren.
Und wenn ich die schon hätte, wollte ich auch gleich hier abchecken, ob es dann nicht ebenfalls mit dem 82er funktionieren würde. Aber das wurde ja grösstenteils verneint.

..Und wenn du bei ca 80mm Öffnung bleibst: Viel heller als mit dem 16x80 Fernglas wird das Bild nicht.
Ja klar, heller wirds nicht. Da geht es dann mehr um Schärfe und Qualität insgesamt.
(siehe das 71er Borg Bino mit EMS Umlenkspiegeln von Sebastian. Post #71.
Geiles Ding! Anders kann man das nicht nennen ;))
VG, Sebastian
 

klawipo

Mitglied
Ja das stimmt schon, die Prismen in den Ferngläsern sind wohl auch nicht immer so der Hit. Eine Katastrophe aber ab mittlerem Preissegment in der Regel auch nicht. Es ginge eher darum dass du die bereits vorhandenen und gar nicht so schlechten Möglichkeiten, Erfahrungen zu sammeln, ruhig nutzen kannst. Dann siehst du vielleicht schon Vieles klarer.

Ich möchte Kugelsternhaufen auch mal auflösen, da sind auch 120mm noch mager. Nordamerikanebel und Cirrus sind aber auch faszinierend, da hilft nur ein Richfielder. Nur mal so als Beispiele.

VG Klaus
 

Amin

Mitglied
Die Orion Monster Mount habe ich nur deshalb ins Gespräch gebracht, weil ich da eben auch bequem zurück gelehnt vom Liegestuhl aus schauen könnte (keine Nackenstarre). Das sollte für meine Ferngläser ja noch funktionieren.
Wenn Du auch im Winter beobachten möchtest, würde ich vom Liegestuhl abraten. ;) Auch zuviel Wärmeverlust in der Horizontalen. Und wenn man eine andere Stelle am Himmel beobachten möchte, ist das eine umständliche Aktion ... aufstehen, alles umbauen usw. Also mein Fall wäre das nicht.
Die beste Beobachtung ist mit einem höhenverstellbaren Astrostuhl! In Kombination mit einen ordentlichen Kurbelstativ nicht zu toppen!
 

Miquel Prado

Mitglied
Wenn Du auch im Winter beobachten möchtest, würde ich vom Liegestuhl abraten. ;) Auch zuviel Wärmeverlust in der Horizontalen. Und wenn man eine andere Stelle am Himmel beobachten möchte, ist das eine umständliche Aktion ... aufstehen, alles umbauen usw. Also mein Fall wäre das nicht.
Die beste Beobachtung ist mit einem höhenverstellbaren Astrostuhl! In Kombination mit einen ordentlichen Kurbelstativ nicht zu toppen!
Hallo Amin,
ja da hast du sicherlich recht, könnte eine frostige Angelegenheit werden :)

Aber umständliche Aktion mit Aufstehen sehe ich nicht. Ich müsste nur den Liegestuhl mehr aufrecht stellen (z.B. 45° sitzen und nicht liegen).
Das Parallelogramm Stativ kann man ja auch nach unten/oben ziehen bzw. in der Höhe verstellen.
LG, Sebastian
 

Amin

Mitglied
Mal'n kurzer Schwenk um 180° nach hinten dürfte umständlich sein. Du musst immer aufstehen. Erfahrungsgemäß nimmt der Amateurastronom einen Astrostuhl, weil ideal für die bequeme Beobachtung.

Ich selbst hatte noch nie die Orion Monster Mount. Aber schon die Konstruktion verrät mir, dass sie deutlich wackeliger sein wird als eine Einarm- oder Gabelmontierung. Der lange Ausleger lässt nur kleine Vergrößerungen zu und von der Windempfundlichkeit mal ganz abgesehen. Deswegen zeigt der Hersteller auch nur ein 28x100 Glas auf der Montierung. Bei 28x nicht kritisch, aber bei höheren Vergrößerungen definitiv ja! Nichts ist nerviger, als eine ständig zitternde Montierung!
 
Zuletzt bearbeitet:

mettling

Mitglied
Hallo Sebastian,

Ich kenne einige Selbstbau-Parallelogrammmontis. Im Gunde sind die gedacht für gradsichtige, schwere Ferngläsen und fangen im wesentliche deren Eigengewicht ab. Mit zwei Händen halten und die Gläser führen muss man immer noch. Und durch die langen Hebelarme sind sie auch in stabiler Ausführung immer noch sehr schwingungsanfällig. Wenn Du beim Beobachten die Hände mal in die Hosentaschen steckst und aus Versehen mit der Augenbraue gegen das Fernglas kommst, hast Du sofort starke Schwingungen im System. So richtig Freude kam bei mir bei keiner Beobachtung mit so einer Monti bei mir auf. Bei einem Glas mit 45º oder 90º Einblick würde ich immer eine andere Montierung vorziehen. Mit den von mir genannten Doppelgabeln hatte ich immer am meisten Freude bei der Beobachtung, weil sie (bei angemessenem Stativ darunter) einfach am stabilsten sind.
Alternativ eine gute Einarmgabel mit L-Winkel für das Fernglas. So ein 82er Glas dürfte auch noch gut auf einer Vixen Porta gehen.

Bis dann:
Marcus
 

Miquel Prado

Mitglied
Ja die Vixen Porta täte mir schon gefallen, geht aber leider nur bis 130cm Höhe.
Da kann ich im Stehen schon mal nicht beobachten.
Bin 193cm groß..

Gibt es große Carbon Stative?
190 - 210cm?
 

Demokrat

Mitglied
Ja, aber meine Gitzo (Explorer zB) kann ich vergessen unter dem 100er APM.
Einmal mit dem Fuß antippen und alles fliegt um. Das wiegt zu wenig.
Ein zu leichtes Stativ macht das Grödel zu kopflastig.

Ja die Vixen Porta täte mir schon gefallen
Im Prospekt schon. Ich hab eine. Kannst es mir gerne abkaufen, wenn Du drauftippst, wackelt erst mal alles. Nur ganz leichte Instrumente funktionieren da.

lg
Niki
 

Miquel Prado

Mitglied
Wahrscheinlich komme ich um das Berlebach 29 nicht drum herum.
Schade, ich wollte so gerne Nackenstarre (bei meinen normalen Ferngläsern) vermeiden..

(für das 82er natürlich perfekt)
 

Miquel Prado

Mitglied
Denke jetzt auch, dass es sehr nützlich ist ein Stativ zu nehmen, dass höhenverstellbar ist
(danke für den Tipp Niki)

Wie beobachtet ihr meistens, im Stehen oder im Sitzen?
 
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