Zubehör für Newtons
Hallo Tassilo,
leider komme ich erst jetzt dazu dir auf deine interessanten
Beiträge zu antworten.
ich sehe durchaus wichtige Neuerungen im visuellen Bereich. Der wichtigste Schritt ist der zum Newton-Zubehör. Die Randschärfe der neuen z.B. 100°-Okulare ist älteren Okularen deutlich überlegen. Dazu kommen die neuen Komakorrektoren, die auch visuell für schnelle Newtons tauglich sind, von TeleVue und auch bald von uns. Wenn Du einmal mit einem solchen Okular mit Komakorrektor geguckt hast, will man nichts anderes mehr.
Ich stimme dir zu daß das Zubehör ein wichtiger Punkt ist.
Ein visuell tauglicher Komakorrektor ist ein großer Fortschritt.
Der hilft vor allem dann wenn es um große Gesichtsfelder geht,
da die Koma des Newtons mit zunehmendem Achsabstand entsprechend anwächst.
Er hilft auch bei hoher Vergrößerung am Planeten und am Mond.
Sofern der Newton nicht nachgeführt wird verläßt ein Planet
sehr schnell den Bereich in welchem die Abbildung des lichtstarken Newtons
noch beugungsbegrenzt ist. Der Komakorrektor erweitert aber
den beugungsbegrenzten Bereich des Gesichtsfeldes enorm stark.
In dem Fall daß man ein Objekt beobachtet welches ein Stückchen
abseits der Achse steht hilft der Komakorrektor der Abbildung.
da gilt für einen Planet und es gilt noch stärker für den Mond,
der ja so ausgedehnt ist, daß der größere Teil immer außerhalb
des beugungsbegrenten Feldbereiches liegt.
Okulare:
Diese Okulare (die neuen 199° von Televue sowie von Explore Scientific)
sind für lichtstarke Optiken gut geeignet. Sie sind aber
keine speziellen Newton-Okulare.
Anders gesagt:
Diese Okulare reagieren nicht mit starkem off-axis Astigmatismus
auf lichtstarke Optiken. Die Abbildung abseits der Achse
ist mit diesen Okularen also extrem viel besser als nit einem Erfle Okular dessen Feldblende aufgebohrt wurde.
Aber die neuen 100° Superweitwinkelokulare kompensieren nicht
die Koma eines lichtstarken Parabolspiegels.
Dieser Abbildungsfehler der Teleskopoptik bleibt also auch
mit den neuen Okularen voll erhalten. Es braucht also noch
den Komkoorrektor für eine perfekte Abbildung über das Feld.
An der Stelle ergeben sich aber gewisse Probleme.
Die Superweitwinkelokulare haben noch eine oder zwei oder drei Linsen
welche noch vor dem Brennpunkt des Teleskopes liegen.
Also zwischen Parabolspiegel + Komakorrektor und Brennpunkt.
Dies führt dazu daß der komakorrektor seine Funktion nicht wirklich perfekt erfüllen kann.
Televue gibt deshalb für seinen visuellen Komakorrektor
für verschiedene Telesvue Okulare an wie der obere Teil
des Komakorrktors verstellt werden muß (= Änderung des Abstandes
der Linsengruppen zueinander) damit die Abbildung der Kombination
möglichst gut ausfällt.
An der Stelle wäre ein Okular mit eingbauter Komakompensation
immer noch von Vorteil.
Ein weiterer Aspekt ist folgender:
Für hohe Vergrößerungen an einem lichtstarken f/4 Newton
wird man ein entsprechend kurzbrennweitiges Okular einsetzen müssen.
Ein 4mm für 1mm AP, ein 3mm für 0,75mm AP, ein 2,8mm Okular für 0,7mm AP.
Man wird also einen Komakorrektor einsetzen, dazu dann
a) ein 4mm Ortho, Plössl etc.
Nachteile:
Kleines scheinbares Gesichtsfeld, sehr geringer Augenabstand
b) eine Barlow + ein längerbrennweitiges Ortho, Plössl, Kelnner, König.
Etwa eine 3x Barlow + 12mm bis 9mm Okulare am f/4 Newton.
Nachteile:
Die Barlow bringt Linsen zwischen Komakoreektor und Brennpunkt.
Die Korrketur der Koma könnte dabei verschlechtert werden.
Der Augenabstand ist mit etwa 9mm am 12mm Ortho auch nicht
wirklich bequem oder gar Brillenträgergeeignet.
Außerdem könnte man das gleiche mit einer komakompensierenden
Barlow + Ortho ereichen.
c) ein kurzbrennweitiges modernes Weitwinkelokular einsetzen.
Vorteil:
Augenabstand ist moderat, bei einigen WW sogar Brillenträgergeeignet.
Nachteile:
Diese Okulare haben alle eine oder mehrere Linsen noch vor
dem Teleskopbrennpunkt. Die Komakorrktur kann dadurch verchlechtert werden.
Man braucht ein Weitwinkel + den Komakorrktor
Meiner Ansicht nach würde ein komakompensierendes Weitwinkelokular
das Problem perfekt lösen:
Vorteil:
Perekt auf den Parabolspiegel abstimmbar.
Augenabstand kann recht groß ausfallen (aber: je größer
der Augenabstand und je größer das scheinbare Gesichtsfeld
desto größer wird das Okular ausfallen müssen, das gilt natürlich für alle diese Okulare, unabhängig von der Komakompensation).
Weniger Linsen als ein WW + Komakorrektor-
Nachteil:
Solch ein komakompensierends Weitwinkelokular ist nicht
für komafreie lichtstake Teleskope zu gebrauchen!
Und daß der Mak nur halb sovie Koma hat merkt man bei der Beobachtung deutlich am Kontrast und Randschärfe - gute Okulare vorausgesetzt.
Zum Mak-Newton möchte ich noch anmerken:
Dort gilt im Prinzip da leiche was für den Newton gilt.
Ein hoher Auszug für ebenfalls zu einem kleineren zu 100% ausgeleuchteten Feld,
oder aber zu einem entsprechend größeren Fangspiegel um das zu kompensieren.
De Koma des Maknewtons ist wenn ich das richtig sehe nicht
halb so groß wie die beim Newton mit gleicher Öffnung und
gleichem Öffnungsverhältnis, sondern nur etwa 1/4 so groß.
Der Schmidt-Newton hätte in etwa die 1/2 Koma des Newtons.
Quelle:
Ein Aufsatz von Harrie Rutten und Martin van Venrooij, in:
The Best of Amateuelescope Making Journal Vol 1
Der Mak-Newton sollte also bei der Beobachtung mit geeigneten Weitwinkelokularen
eindeutig
die bessere Randschärfe gegenüber einem Parabolspiegelnewton ohne Komakorrektor zeigen.
Was du mit besserem Kontrast meinst verstehe ich aber nicht.
Auf der Achse kann der Mak-Newton den Newton nicht toppen.
Bedingt durch die geschlossene Bauweise ergeben sich noch
einige weitere beactenswerte Aspekte für den Mak-Newton:
1) die Optik verschmutz nicht so schnell, bzw die vergütete
Korrektorplatte läßt sich leicht und schnell reinigen.
2) es ist keine Fangspiegelspinne nötig, deshalb gibt es
anders als beim Newton keine Spikes an hellen Sternen.
3) der geschlossene Tubus braucht viel länger zum auskühlen
als der offene Tubus eines Newtons.
das mit der Verlängerungshülse macht man einfach deshalb, damit man mit allen Okularen in den Fokus kommt, weniger (bei den Dobsons) für die Fototauglichkeit.
Das glaube ich dir nicht. Vor ein paar Jahren ging es ohne diese Hülse.
Was man braucht ist ausreichend Fokussierweg und zweitens
eine passende Lage des Fokuspunktes zum Auszug.
Heutzutage sind Brennweitenabweichungen bei den typischen 8"f/6 Spiegeln
durch computerisierte Fertigung viel geringer als noch vor einem Jahrzehnt.
Komakorrigierende Okulare haben wir geprüft. Macht aber keinen Sinn, ein Komakorrektor für alles ist einfach billiger und optisch deutlich besser.
Auch da muß ich widersprechen.
Billiger für den Hersteller?
Ja, weil die Okulr dann am lichtstarken Newton (mit Komakorrktor)
und am lichtstarken aplanatischen Teleskop einsetzbar sind,
die Stückzahlen sind dann größer.
Billiger für den Anwender? Nur wenn er mehrere der modernen
Weitwinkelokulare und einen Komakorrektor kauft.
Bei
einem Weitwinkel wäre der User mit einem koma-
kompensierenden Weitwinkel aber billiger dran.
und optisch deutlich besser
Oh nein! Ich widerspreche und behaupte das Gegenteil:
Ein komakompensierendes Weitwinkelokular ist optisch deutlich besser
als ein Weitwibkelokular + ein Komakorrektor.
Begründung:
Im letzteren Fall kann die Optik vom Parabolspiegel bis zur letzten Linse perfekt abgestimmt werden.
Im Falle vom Komakorrektor + modernes WW ist das nicht möglich,
denn das WW wird pasend zu einer aplanatischen Optik gerechnet.
Gruß, Karsten