es ist angerichtet: APM 150mm 90° SD Bino | Seite 11 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

es ist angerichtet: APM 150mm 90° SD Bino

portaball

Mitglied
Hallo Stefan,

danke für den Link, das kannte ich noch nicht.

Mir ist nicht ganz klar wie groß der Hub der Säule ist, da steht:

With a height adjustment range of 100 – 150 mm
Viewing height ≈ 140 - 190 mm

Das klingt für mich nach maximal 150mm Hub, oder?

Für ein geradesichtiges Aussichtsfernglas sicher ausreichend um unterschiedliche Körpergrößen auszugleichen, aber für den astronomischen Einsatz viel zu wenig.
Ich habe aktuell 450mm Hub und komme damit gerade so eben hin.

Grüße Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:

b_schaefer

Mitglied
Das sieht mir stark nach einem Einheitenfehler aus. Im PDF steht das auch so, aber eine Höhe der Säule von 15 cm (150 mm) ohne Einarmgabel ergibt keinen Sinn und passt auch nicht zum Säulendurchmesser in der Zeichnung.

Ich würde daher davon ausgehen, dass die Säule selbst 100 bis 150 cm hoch ist, so dass zusammen mit der recht wuchtigen Einarmgabel eine Einblickshöhe von 140 - 190 cm entsteht.

Viele Grüße
Sebastian
 

portaball

Mitglied
Hallo Sebastian,

ja, das würde Sinn machen und ergäbe dann auch die benötigten 50cm Hub.

Als feste Säule im Garten auf jeden Fall eine sehr interessante Option, vor allem weil unten schon ein schöner Flansch vorhanden ist und die Säule mit IP68 geschützt ist.
Das bringen die herkömmlichen Hubsäulen leider nicht, sie sind ja primär für Tische / Betten indoor gedacht.

Jetzt mal den Preis erfragen :)

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Einige kennen ja meine abgedrehten Ethos Okulare.
Heute zeige ich euch mal wie es an einem weniger guten Tag aussieht:

IMG_0653.jpeg


Der erste Gedanke, wenn die Teile zu boden fallen: Zum Glück war es kein Ethos :)

Da es keine Maßzeichnungen der Okulare gibt bewegt man sich immer ohne Netz und doppelten Boden.
Aber keine Sorge, auch dieses Okular war zu retten und so das Wetter will kommt es auch heute Abend schon zum Einsatz.

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Das Wetter ist die letzten Tage ja recht gut, leider ist aber auch der Mond sehr hell :)
Ich nutze die Zeit um mich weiter mit dem neuen Bino, aber auch dem Stativ und dem Fluidhead vertraut zu machen.
Außerdem habe ich meine neuen Okulare zum Ethos 17 parfokal gemacht und auch das Gewicht so gut es ging angeglichen.

Dabei teste ich natürlich auch immer am Bino, insbesondere mit dem Ethos 6mm und den APM XWA 5mm und 3,5mm
Das Testobjekt ist der Mond, viel mehr kann man aktuell ja kaum beobachten :)

Dabei ist mir aufgefallen, dass ich bisher am Mond nicht den geringsten Hauch von Farbe gesehen habe, absolut nichts!
Und auch wenn das seeing durch die vielen aufgeheizten Dächer in der Nachbarschaft nicht wirklich gut ist und das Bild meist wabert kann ich sagen, dass die Optiken die 3,5mm also 240x locker packen.
Sekundenweise ist das Bild so richtig knackig!

Ansonsten lerne ich jeden Tag dazu, ich lerne den Umgang mit dem Fluidhead , dem Stativ und der Säule und alles passt nun wirklich gut zusammen.
Die Stabilität ist besser als erwartet, auch wenn das Stativ immer noch Seile zur Abstützung zur Mittelsäule hat, die Edelstahlstreben sollten aber morgen endlich kommen.
Selbst bei 240x ist die Stabilität enorm und die Ausschwingzeit minimal.
Ich führe mit der Nasenspitze nach und nach maximal 0,5 Sekunden steht das Bild wieder.
Bei voll ausgefahrener Säule wird es natürlich etwas schlechter aber ich denke gerade da werden die Stützstreben noch was bringen.

Beim Aufstellen des Stativs muss man sehr genau arbeiten, selbst mit starker Hemmung reagiert der Fluidhead sehr feinfühlig auf Schieflage und das Bino scheint dann motorisch nachgeführt zu sein :)

Selbiges gilt für das Okulargewicht, ich habe nur etwa 100 Gramm Unterschied, muss das aber durch verschieben der Montageplatte ausgleichen, wenn ich ein perfekt schwerelos schwebendes Bino haben will.
Aber auch das Ausgleichen geht leicht von der Hand, ein kurzer Dreh an der Einstellschraube und es passt.

Alles in Allem Begeisterung pur für Bino, Fluidhead und Stativ mit Hubsäule.
Ich hätte mit viel mehr Problemen gerechnet aber alles ist wirklich extrem befriedigend.
Das ist wie geplant mein Exit-Setup :)

Grüße Jochen
 

StKorth_privat

Mitglied
...mir kam der Hub der Norwegen-Lösung eigentlich hinreichend gut vor - allerdings habe ich das auch hauptsächlich geradsichtig benutzt. Ich muss noch einmal in den Unterlagen buddeln, ob ich da mehr Infos habe...

Stefan
 

portaball

Mitglied
Heute habe ich mal am Stativ weitergebaut.
Ich will die Beine unten gegen die Hubsäule abstützen was die Stabilität nochmal deutlich erhöhen sollte.
Bisher ist die Säule ja nur oben am Stativkopf befestigt und kann sich unten frei bewegen.

Angefangen habe ich mit einer Aluscheibe und 3 Streben aus Edelstahl:

IMG_0675.jpeg


Zuerst habe ich am Teilapparat die 3 Ausbuchtungen angefräst, in welche die 3 Streben eingehängt werden.

IMG_0678.jpeg


Hier fräse ich die Schlitze für die Streben:

IMG_0679.jpeg


Grob zusammengesteckt sieht es dann so aus.
Die kürzlich angefertigten Beinverlängerungen hatte ich oben extra länger gelassen und inzwischen auch für die Streben geschlitzt:

IMG_0682.jpeg


Die Tage der Schüre sind also gezählt.
Jetzt noch die Streben kürzen Bohren und verschrauben.

Ich bin wirklich auf den Unterschied gespannt und viel zusätzliches Gewicht bedeutet das auch nicht, da ich die Hubsäule selbst als stabilisierendes Element verwende.

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Heute habe ich das Stativ fertig gebaut und auch gleich unterm Sternenhimmel getestet.

Auch wenn es vorher schon sehr stabil war haben die Edelstahlstreben erwartungsgemäß doch noch spürbar was gebracht, insbesondere bei voll ausgefahrener Säule bei hohen Vergrößerungen.
Die Hubsäule kann sich durch die Abstützungen jetzt nicht mehr seitlich bewegen.
Es ist nun wirklich "rock solid" und dabei immer noch leicht und gut zu transportieren.

Bilder gibt es Morgen :)

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
So, hier wie versprochen die Bilder.
Das Stativ lässt sich für den Transport noch gut falten.

IMG_0685.jpeg


IMG_0689.jpeg


IMG_0690.jpeg
IMG_0691.jpeg


Das Stativ mit der Hubsäule wiegt 11,2 Kilo, der Fluidhead wiegt 10,6 Kilo.
Ich trage das als eine Einheit zu 22 Kilo in den Garten.
Dazu kommt dann das Bino mit nochmal 22 Kilo.

Ich finde die Gewichtsverteilung ist gelungen und mit weniger Gewicht für Stativ und Säule kommt man bei der geforderten Stabilität ohne Eigenbaulösung nicht hin.

Grüße Jochen
 

Michael1

Mitglied
Hallo Jochen,

Handwerklich wieder aller erste Sahne, aber bedenke nicht jeder hat die Fähigkeiten und Möglichkeiten, dass so hin zu bekommen.

Manch anderer muss sich da mit fertigen Lösungen, die am Markt verfügbar sind, begnügen.

Was solls, Hauptsache es funzt...

VG Michael
 

portaball

Mitglied
Ja Michael, das stimmt mit fertigen Lösungen vom Markt kann man leider nicht so flexibel sein.
Deshalb verstehe ich auch, wenn man sagt das 150er ist nicht mehr portabel.
Bei mir ist es auch hart an der Grenze und nur durch meine Bastellösungen überhaupt machbar.

Gerade hatte ich das Bino nochmal auf der Waage.
Mit Vinten Adapterplatte und Smartphonehalter genau 22 Kilo

Grüße Jochen
 

Michael1

Mitglied
Hallo Jochen,

gut als Einzelstück das getragen werden muss sind 22 KG ja noch nicht astronomisch viel, aber eben auch kein Leichtgewicht.

Bedenken muss man, dass das 150er SD Bino was ganz besonderes ist. Erkennen viele wahrscheinlich erst wenn Sie livehaftig einmal davor stehen
und auch mal durch schauen, was für eine Dimension das hat.
Bin selbst beim Astrohobby seit über 50 Jahre dabei und habe schon kleine wie große Optiken gehabt mit unterschiedlichen Gewichten und Designs.

Mein Set bestehend aus 120 APM SD Bino inkl Dreibein und APM Gabel wiegt alles zusammen auch 22 KG, nehm ich in einem Griff
und trage es aus der Garage ins Freie, klappt problemlos und ich bin schon was älter und mach kein Bodybuilding, also das geht
noch ganz gut und ohne Probleme. Wo ein Wille ist klappt das auch.

VG. Michael
 

portaball

Mitglied
Hallo Michael,

mein 125er Borg habe ich auch mit Stativ an einem Stück rausgetragen, das hat definitiv was.
Aber so ein Komplettset ist auch recht unhandlich.

Die 22 Kilo des 150ers sind auch deshalb so "angenehm" weil der Griff so lang und handlich ist, das erleichtert es auf jeden Fall.
Noch geht das wie gesagt sehr gut, auch um es kurzfristig ins Auto zu werfen und wohin zu fahren.
Ob das in 10 Jahren auch noch so geht wird man sehen müssen.
Dann vielleicht doch eine Festmontage im Garten :)

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Trotz wieder sinkender Temperaturen war ich heute wieder draussen.
Weniger um viel zu beobachten sondern um die letzten Okulare parfokal zu machen.
Dabei habe ich in der Dämmerung mit den 3.5mm APM an Sirius scharfgestellt und war erstaunt, dass das Seeing heute deutlich besser war als die letzten Tage.
Jedenfalls sah ich wunderschöne, absolut kreisrunde und vor allem links und rechts identische Beugungsringe.
Über die Qualität der beiden Objektive muss ich mir definitiv keinen Kopf mehr machen...

Dann bin ich noch ein wenig die Paradeobjekte abgefahren, der begrenzende Faktor wird jetzt mehr und mehr die helle Beleuchtung durch die Nachbarn.
Am Ende kam es mir in den Sinn, im Trapez des Orionnebel mal nach den E und F Komponenten zu suchen, damit hatte ich bisher noch nie Erfolg.
Leider hatte ich die Brennweiten unter 10mm schon weggeräumt aber mit dem 10mm Ethos bei 85x und 1,8mm AP hat es sofort geklappt.
E war dauerhaft direkt sichtbar, F hin und wieder zu erahnen.

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
So sieht das dann aus, wenn man seine Okulare nicht nur parfokal sondern auch gewichtsgleich macht.
Das Referenzokular in Sachen Gewicht und Fukuslage war das 17mm Ethos, alle anderen habe ich mittels Ringen aus Messing auf die selbe Fokuslage und das selbe Gewicht (700g) gebracht.

IMG_0855.jpeg


Besonders beim 32mm Kasai war das nicht ganz einfach, es ist das leichteste und kürzeste Okular, dazu hat es noch einen großen Durchmesser.
Man kann den Durchmesser der Messingringe auch nicht endlos erhöhen, denn dieser Durchmesser ist ja gleichzeitig auch der minimale Augenabstand.
Auch wenn ich zu 90% alleine beobachte wollte ich dadurch nicht alle Möglichkeiten verbauen und habe mich deshalb auf einen Maximaldurchmesser von 62mm festgelegt.
Dazu musste ich das Kasai dann komplett in einen zweiteiligen Messingmantel stecken.
Das hat schon was von den Messingokularen aus dem 19. Jahrhundert :)

IMG_0862.jpeg


Mir war das aber sehr wichtig, denn es bedeutet einen extremen Beobachtungskomfort.
Man hat ein Objekt im Okular, klemmt beide Achsen, wechselt die Okulare und muss gar nicht oder höchstens minimal nachfokussieren und das Gesamtsystem ist weiterhin perfekt im Gleichgewicht.

Mein nächstes Projekt ist nun ein neuer Okularkoffer, das Material dafür habe ich schon da.

Grüße Jochen
 
Zuletzt bearbeitet:

Michael1

Mitglied
Hi Jochen,

die ganze Palette sieht einfach nur g..l aus und ist dem feinen Glas absolut angemessen. :)

Denke eine solch hochwertige Sammlung parfokaler sowie gewichtsgleicher Okulare im Zusammenhang mit diesem Glas,
hat kein zweiter auf diesem Planeten.

VG Michael
 

portaball

Mitglied
Ich gebe zu, ich bin da Perfektionist.
Ich hasse es nachts beim Beobachten permanent an irgend etwas rumfummeln zu müssen und dann passt es doch nicht perfekt.
Ich will einfach nur entspannt beobachten und mich auf die tollen Bilder in den Okularen
konzentrieren können.
Das war mir der Aufwand wert.

Ja Markus, ich habe viel Zeit an der Drehbank verbracht und einige hundert Euro an Messing in Späne verwandelt :)
Da siehst Du auch, wo Deine ganzen Abstandsringe gelandet sind ;-)

PS. Ein Satz Ethos 8mm fehlt noch, ich bin aber auf der Suche :)

Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Kein Messingkoffer, aber ein Trolley mit Rollen :)

Ausführliche Berichte werden noch kommen, auch im Vergleich zu meinem ehemaligen 125er Borg Bino, das ja zum Glück nur 30km entfernt wohnt.

Grüße Jochen
 

Opa_Maik

Mitglied
Jo geh, 10 kg Okulare, 20 kg Gerät, 9 kg Stativ, da hats mie.... :beobachten:

aber das Set hat was, gibt es wohl kein zweites mal

CS Michael
 

Opa_Maik

Mitglied
ich muss noch sparen das ich mir wenigstens das 100er leisten kann,
Bino sind Klasse, leider auch eine Preisklasse

Gruß Michael
 

wibott

Mitglied
super Koffer, wo bekommt man denn diesen Kunststoff für die Füllung und wer schneidet den nach Vorgabe so sauber aus?
 

portaball

Mitglied
Es ist wichtig geschlossenporigen Schaumstoff zu verwenden, nur dieser zeiht keine Feuchtigkeit.
Hier bekommt man das richtige Material als Zuschnitt, muss also keine ganzen Platten kaufen:

https://case-connection-shop.de/plastazote-ld29

Rechteckigen Zuschnitt mache ich mit einem scharfen Messer, die runden Öffnungen "steche" ich mit einer Hälfte eines 2" Drehpacks aus.

Grüße Jochen
 
Oben