es ist angerichtet: APM 150mm 90° SD Bino | Seite 13 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

es ist angerichtet: APM 150mm 90° SD Bino

portaball

Mitglied
Hallo Michael,

soweit ich weiss arbeiten die Manfrottos auch nicht mit der Gegenkraft nach Sinusfunktion.
Das bedeutet, sie können das Bino nicht von Horizont bis Zenith gleichmäßig ausgleichen, in einen Bereich ist die Kraft zu stark, im anderen zu schwach.
Klar kann man auch das mit der Klemmung hinwurschteln, perfekt ist es halt nicht, da arbeitet man dann fast wieder wie mit einem Kinoneiger ganz ohne Feder.

Grüße Jochen
 

Opa_Maik

Mitglied
Ja, das habe ich auch gemerkt, ein wenig hilft die Feder schon aber ab 30° ist Ende, da kippt das Bino nach hinten weg.
Musste meine Tischmontierung auch wie eine Paral. von unten mit einem Sterngriff sichern, zu leicht das Teil,
dabei ist der Fuß aus Gusseisen und wiegt 5,5 Kg.
Habe es jetzt so lala hinbekommen das wenigstens mal Beobachtet werden kann, hab das Bino je erst seit heute Nachmittag.
Sieht Abenteuerlich aus die Konstruktion, aber funktioniert auch wenn man ab 30° etwas den Schlitten verschieben muss.
Heute Abend berichte ich dann wie es so war, das first (second) light beim neuen Bino.

hab mal schnell ein Foto vom Testplatz gemacht
DSCF9137 Bino_kl.jpg

Gruß Michael
 
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portaball

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Ja, das sieht auf dem Foto schon so aus, dass der Kopf für das Bino zu klein ist.

Eine Möglichkeit des Ausgleichs ist ein Laufgewicht, also eine runde Stange, auf der man ein Messinggewicht verschieben und arretieren kann.
Das ist relativ elegant und feinfühlig.

Grüße Jochen
 

KlausZott

Mitglied
Hallo Astro-Freunde,

mal ein kleiner Seiteneinwurf von einem "alten" Bino-Fan:

ich besitze seit fast 20 Jahren einen 6" Doppelrefraktor (f/5 Achromat mit EMS Teilen) mit ca. 20 kg auf einem Berlebach-Stativ (ohne Hubsäule) und einer (damals verfügbaren) eher unterdimensionierten Vixen-Gabel mit zusammen ca. 10 kg. Der Höhenausgleich erfolgt einfach mit einer stabilen gepolsterten Holzkiste die durch verschiedene Aufstellung und Polsterungen unterschiedliche Sitzhöhen ergibt. Das war nicht wahnsinnig komfortabel, aber ich kam damit immer ganz gut zurecht. Ich möchte ja nicht ständig den ganzen Himmel abfahren, sondern bleibe meistens in einer bestimmten Region hängen.

Mir war die Begrenzung meines "Farbeimers" immer bewusst, bin aber immer wieder von den phantastischen Weitfeldbeobachtungen (Panoptik 24mm / 30x bis Nagler 12mm /60x) begeistert. Ganz klar bei 100x ist das Ende der Fahnenstange, weil hier der Farbfehler den Kontrast und die Schärfe einbrechen lassen (Was nicht heißt, dass auch am Mond zuweilen noch 150x gewinnbringend sein können.)

Schon lange spekuliere ich mit einem Highend-Bino. Dabei steht für mich nicht die Technik im Mittelpunkt, sondern der Genuss am Nachthimmel.
Nun kommt endlich ein solches Gerät auf den Markt und ich wäre sehr gespannt, ob sich der doch erheblich höhere Preis in einer entsprechenden Genusssteigerung auszahlt. Bei Kontrast und Vergrößerungsfähigkeit wohl keine Frage, aber bei der Lichtstärke wäre ich mir da nicht so sicher.
Diese Überlegung kann letztendlich nur beim eigenen Durchschauen entschieden werden. Trotzdem würden mich mal gründlichere Beobachtungsberichte an spezifischen Deepsky-Objekten (mit unterschiedlichen Vergrößerungen) sehr interessieren.

Leider lese ich in diesem Thread seit Monaten nichts anderes als technische Optimierungsberichte über Stative, Hubsäulen, Fluidköpfe und Okulare.
Für Technikfreaks sicher ganz interessant, aber für Leute, die sich ein Bino in erster Linie zum Durchschauen zulegen, doch etwas unergiebig.

Jeder kann ja an der technischen Optimierung basteln so lange er Lust hat.
Aber bei einem derart vielversprechenden Gerät, wären einfach mal gute Beobachtungsberichte angesagt.
(Am Beginn meiner Bino-Laufbahn habe ich damals einiges ins Beobachtungsforum gestellt. Ist dort immer noch unter meinem Mitgliedsnamen zu finden.)

Freundliche Astrogrüße

Klaus
 

portaball

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Hallo Klaus,

noch etwas Geduld bitte :)

aus verschiedenen Gründen kam ich noch nicht zum Beobachten.

Erstens: Es ist hier wieder schweinekalt - nachts mit deutlichen Minusgraden - und im Moment ist es nicht prickelnd eine Erkältung zu haben, die Leue schauen einem dann alle an als wäre man ein Monster :)

Zweitens wollte ich zuerst auf die Kurbelsäule warten und nicht nochmal Kabel und Akku schleppen.
Nun habe ich zwar die Kurbelsäule, aber auch ein Elephant Stativ bestellt um die Basis endlich angemessen stabil zu bekommen.

Ich will erst wieder raus wenn die Temperaturen erträglicher sind und das gesamte Setup so komplett ist, wie ich es für perfekt halte.

Ich gestehe, dass ich da ein Pedant bin und wenn ich sehe, wie viel sich die Kurbelsäule aktuell im zu schwachen Stativ noch bewegt will ich einfach warten bis auch diese letzte Schwachstelle ausgemerzt ist.
Dadurch komme ich dann - von den ersten kurzen Tests des Binos mal abgesehen - in den Genuss, das Instrument von Anfang an mit rundum perfektem Setup einsetzen zu können und nicht noch weiter nach Optimierungen suchen zu müssen.

Bis Ende nächster Woche sollte aber alles fertig und die Temperaturen wieder angenehmer sein, wenn dann auch der Himmel passt geht es bei mir endlich los.

Ich bin reiner Genußspechtler, für mich zählt ausschliesslich die Schönheit der Dinge, die ich in den Okularen sehe.
Aber ich bin auch schnell von technischen Mängeln genervt, wenn das Ding wackelt wie ein Kuhschwanz, wenn ich in jeder Position klemmen und wieder lösen muss, wenn beim Okularwechsel das Objekt aus dem Bildfeld rutscht, all diese kenne ich zu gut und will es nicht mehr haben.
Ich will beobachten und nicht mit der Technik kämpfen, deshalb stecke ich jetzt im Vorfeld mehr Zeit und Energie in die Umsetzung.
Sprich Genuss ohne funktionierende Technik geht für mich nicht oder nur (noch) eingeschränkt.

Ich hatte anfangs auch lange über ein 150/750 Acho Bino mit EMS nachgedacht, aber dann zeichnete sich ab, dass Markus ein 150er in zumindest ED Qualität rausbringen würde und ich habe mich entschieden darauf zu warten.

Ich hatte ja mal ein 150 Achro Bino mit einem 125 ED Bino verglichen und die waren in Sachen Lichtleistung gleichauf.
Deshalb erwarte ich auch beim Vergleich von einem 150 Achro mit einem 150 SD Bino einen merklichen Unterschied.
Der wird sich primär in der Sichtbarkeit von schwachen Sternen zeigen, aber eigentlich geht es ja mehr um Kontrast an Nebeln und Galaxien sowie sauberen und farbreinen Sternabbildungen bei Sternhaufen.
Ob ich da ein paar schwache Sternchen mehr oder weniger sehe macht für mich eigentlich keinen großen Unterschied.

Wie Du schon sagst hilft einem bei der Entscheidungsfindung nur das persönliche Durchschauen.
Aus welcher Ecke in Deutschland kommst Du denn?
Sobald sich die Situation verbessert und manche von uns einen weitere Eintrag im Impfpass haben, planen wir nämlich ein großes Bino Treffen im Raum Darmstadt

Grüße Jochen
 

portaball

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Das Elephant Stativ kommt zwar erst nächste Woche, aber ich drehe mir schon mal eine Mittelsäule aus Duraluminium, die ich statt der Stahlsäule verwenden werde.
Hauptgrund ist aber nicht der Gewichtsvorteil, die originale Säule hat 100mm Durchmesser, der Flansch an der Säule, an der sie ja auch verschraubt wird, hat aber 110mm Durchmesser.
Meine Mittelsäule aus Alu bekommt deshalb oben einen Bund mit 110mm Durchmesser, unten die Befestigung zum Stativ wird 100mm dick bleiben.

IMG_1068.jpeg


Grüße Jochen
 

portaball

Mitglied
Naja Michael,
Das Duraluminium ist schon ziemlich zäh und wie Du siehst meine Drehbank nicht die größte.
Da steht man schon ein paar Stunden für ein 85mm Loch, denn mehr als 2mm kann ich nicht zustellen und das Ding ist auch 15 Zentimeter lang...

Ein Rohr wäre mir lieber gewesen, gibt es aber nicht mit der Wandstärke, also muss ich da durch :)

Grüße Jochen
 

portaball

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Oh ja, die Binos von Luciano (er hat ja einige gebaut) kenne ich gut.
Der Wahnsinn, was der zustande bringt, er baut ja auch eigene EMS in alles Größen und sein Maschinenpark ist wirklich steinzeitlich...

Grüße Jochen
 

Opa_Maik

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Heute Abend berichte ich dann wie es so war, das first (second) light beim neuen Bino.

Tja, wurde nur ein Testseeing aber dafür war es ja auch gedacht. Mehr Wolken als klarer Himmel aber M3 und M13 sprangen mir förmlich entgegen.
Da brauchte ich nicht suchen, sowas von fette, graue Wattebäuschen mit hellerem Kern waren im 20x80 nie zu sehen. Besonders eindrucksvoll mit dem
12,5er APM, das Okular hat wirklich was.
Was mir bei M3 aufgefallen ist, war ein Stern unterhalb. Ich wollte etwas Nachfokussieren und habe dann abwechselnd das linke und rechte Auge zugemacht,
der schwache Stern unter M3 verschwand beim Einäugigem sehen und tauchte wieder bei beiden Augen auf. Ist das der Effekt des adaptiven Binokularen Sehens?
Habe in Stellarium nachgesehen, es könnte ein Stern mit 11m45 gewesen sein, er schimmerte leicht Orange.

Dann noch eine Frage zu Abstandsringen um Okulare Paarfokal zu bekommen. Gibt es sowas zu kaufen oder muss man Basteln?

Gruß Michael
 

portaball

Mitglied
Hallo Michael,

durch binokulares sehen hast Du ja einen Zugewinn an "Öffnung" von etwa Faktor 1.4
Das kann schon den Unterschied machen einen Stern im Grenzbereich sehen zu können oder nicht.

Besonders schön testen kann man das in Sternhaufen oder der Milchstrasse.
Kneift man eine Auge zu geht das Licht aus :)

Grüße Jochen
 

KlausZott

Mitglied
Hallo Jochen,

kann ich schon verstehen. Wollte anfangs auch Vieles verbessern.
Ich bin aber schon auf deine Beobachtungen gespannt. Vor allem, wenn du selbst ein 150 Achro Bino besessen hast, wird der Vergleich interessant.
Leider wird es mit dem persönlichen Durchschauen etwas schwierig, weil ich ganz im Süden wohne.

Vielleicht erhält Manuel Philipp im Chiemgau, der auch APM-Binos vertreibt, mal ein Probeexemplar.
Das wäre für mich leichter machbar.

Grüße Klaus
 

portaball

Mitglied
Hallo Klaus,

besessen habe ich das 150er Achro Bino nicht, ich hatte es nur für ne Woche ausgeliehen.
Es war das alte 150er APM Bino, das kennst Du bestimmt auch noch.

Grüße Jochen
 
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