Langbrennweitige Vier Zoll Flourit Refraktoren - Vixen FL102S und Takahashi FC100DL | Seite 4 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Langbrennweitige Vier Zoll Flourit Refraktoren - Vixen FL102S und Takahashi FC100DL

donadani

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japp, die Ausgabe hab ich auch... - schade, dass es solche Berichte heute nicht mehr in den Zeitschriften gibt... - jaaa! natürlich völlig subjektiv - aber trotzdem sehr interessant. Da würden sich heute dann vermutlich zwanzig Anwälte mit beschäftigen... :)

Hätte trotzdem gern einen - dann könnt ich mal selbst vergleichen :D
 
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Hayabusa

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Stimmt Christoph, auch ohne optische Bank, kann man aus derartigen subjektiven Beobachtungsberichten etwas lernen. Mir gefallen solche Berichte sehr gut.

Die Zeiss APQs sind eine Legende. Von daher fand ich es damals sehr spannend, ein solches Gerät, Seite an Seite mit einem „real existierenden Fernrohr“ wie dem Takahashi FS-128 im Einsatz zu sehen.
 

selenograph

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Hallo zusammen,

ich besitze ja selbst einen FS-128, habe aber auch Zugriff auf einen Zeiss APQ 130. Zwar habe ich noch keinen Vergleich "Seite an Seite" gemacht, kann aber klar sagen, der APQ ist in sphärischer und chromatischer Korrektur besser. Daher sehe ich den Vergleich in SuW 5/2002 etwas skeptisch. Den APQ sollte man eher mit einem TOA-130 vergleichen, die beiden sind wahrscheinlich auf Augenhöhe.
Trotzdem liebe ich als visueller Beobachter meinen FS-128. :giggle:

Es gab in Sterne und Weltraum 1/1995, S. 54-60 einen Erfahrungsbericht über vierzöllige Apo-Refraktoren "Vier mal vier Zoll" von Günter D. Roth. Damals hat er den Astro-Physics Traveler, Meade 102ED, Pentax 105SD und den Zeiss APQ 100/640 verglichen. Kurz zusammengefasst: APQ und Traveler lagen vorn. Der APQ war optisch und mechanisch auf Platz 1.
 

Hayabusa

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Guten Tag Ralf,

an den "Vier mal vier Zoll" Bericht von Günther D. Roth kann ich mich erinnern. Das hatte ursprünglich mein Interesse an einem Astro Physics Traveller ausgelöst. Im Vergleich zum APQ 100/640 war der Traveller damals geradezu ein "Schnäppchen".

Interessante Beobachtung, Erfahrung des APQ 130/100 im Vergleich zum FS-128/1040 von der Sie berichten.

Ist zwar nicht direkt von Zeiss, offenbar ist ein "Remake" des Zeiss APQ seit einiger Zeit in Arbeit. Über den Stand der Dinge weiß ich nichts, aber es scheint durchaus ein seriöser Anbieter / Hersteller zu sein:

APQ Neuauflage / Remake

Beste Grüße
Uwe
 

selenograph

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an den "Vier mal vier Zoll" Bericht von Günther D. Roth kann ich mich erinnern. Das hatte ursprünglich mein Interesse an einem Astro Physics Traveller ausgelöst. Im Vergleich zum APQ 100/640 war der Traveller damals geradezu ein "Schnäppchen".
Ja, der Traveler war auch mein Traum, allerdings damals jenseits meiner finanziellen Möglichkeiten als junger Familienvater. Ein guter Freund von mir kaufte sich glücklicherweise Anfang der 1990er Jahre den ganz großen Bruder, einen Astro-Physics Starfire 180 EDT. Beobachtungen mit diesem Teleskop, haben sich tief in mein astronomisches Gedächtnis gebrannt.:giggle:

Als ich gestern nochmal den Artikel "Vier mal vier Zoll" las, fand ich die alten Preise auch interessant.
Preise in DM, Herbst 1994 für den OTA:
Astro-Physics Traveler 105: 4890,-
Meade 102ED: 3060,-
Pentax 105SD: 10377,-
Zeiss APQ 100/640: 7495,-
Der Preis des Pentax war doch etwas irritierend, aber hier war wohl die Montierung, eine Vixen GP/DX incl.
 
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lars_usedom

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Hallo zusammen,

bei dem Vergleich in SuW 5/2002 war ja leider nichts darüber gesagt, ob der APQ mit Glasweg verwendet wurde oder nicht. Dem Autor war also anscheinend gar nicht bekannt, daß es beim APQ genau darauf ankommt. Die Optikrechnung sieht einen BK7-Glasweg von 50 mm vor, weil an den Einsatz des M44-Zenitprismas bzw. des 4fach-Okularrevolvers mit Prisma gedacht wurde. In seinen Tests hatte ja Wolfgang Rohr an diversen 130er APQ herausgearbeitet, daß die Apochromasie (auf Basis der RC-Werte) nur mit dem Glasweg erreicht wird.

Im übrigen gibt es ja auf der Seite von Agema diese Abbildung mit den Strehlkurven verschiedener Objektive. Auch wenn unklar ist, woher die Kurven im einzelnen stammen (Rechnungen ? Messungen ?) ist eine bessere Farbkorrektur des 130er APQ gegenüber dem FS128 zumindest insofern plausibel, als die Strehlkurve des APQ schon bei etwa 453 nm die Beugungsgrenze überschreitet und die des FS 128 erst bei 477 nm.

Gruß Lars
 

donadani

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N´abend zusammen,

@Ralf - da könnt ich jetzt sagen: Bei dem "Vierertest" war aber kein Tak-FS dabei! ;)

Natürlich ist der APQ chromatisch besser korrigiert als ein FS - keine Frage. Bzgl. der sphärischen Korrektur wäre ich mir da aber nicht so sicher - zumindest nicht pauschal. Es gibt auch hervorragend korrigierte FS Taks - da kommt es doch eher auf die individuelle Optik an.

Auf jeden Fall zeigt der damalige Test genau das was ich auch aus eigener Erfahrung kenne: Wenn eine Optik sphärisch sehr gut ist - macht es ab einem gewissen Korrekturgrad des Farbfehlers visuell am Sternenhimmel kaum noch einen Unterschied zu einem noch besser korrigierten Gerät gleicher Öffnung.

Seeing und atmosphärische Dispersion haben bei Vergrößerungen bei denen dieser Unterschied dann wirklich ins Gewicht fällt einen viel größeren Einfluss. Von daher ist es meiner Meinung rein praktisch gesehen auch sinnvoller in größere Optik oder einen guten Dispersionskorrektor zu investieren als in "noch perfektere Farbkorrektur" - zumindest visuell. Die neu angekündigten Poly-APQ´s treiben das Spiel ja noch weiter und dringen in Wellenlängenbereiche vor, die visuell noch weniger ins Gewicht fallen.

Aber ich denke zum Glück auch nicht immer nur praktisch - technische Perfektion, Schönheit und Geschichte haben ihren eigenen Reiz - dem auch ich schon oft genug verfallen bin - manchmal auch auf die Nase... ;)

Übrigens macht TEC auch schöne ölgefüllte Fluorit-Apo´s - wenn´s etwas größer sein darf - für den Preis eines gebrauchten 150er APQ bekommt man auch einen nagelneuen 180er. Ich weiß welchen ich da nehmen würde... und man muss ja auch so einen TEC nicht unbedingt neu kaufen...

cs
Christoph
 
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donadani

Mitglied
und wg. Preis vom APQ... - da liegst Du leider völlig daneben Ralf... hier mal die Werbeanzeige eines bekannten Astro-Händlers...

APQ2.jpg


...aber o.k. - Dein Preis bezieht sich auf den "Kurzen" - der war sicher günstiger :)
 

Hayabusa

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...aber o.k. - Dein Preis bezieht sich auf den "Kurzen" - der war sicher günstiger :)

Der war gut Christoph! Das liegt nahe, denn schließlich ist beim "Kurzen" weniger Material verbaut. :cool: Wenn ich mich recht erinnere war der Kurze APQ 100/640 sogar noch einiges teurer als der Lange APQ 100/1000. Ich habe noch die Original-Preislisten von Zeiss vorliegen. Habe sie leider nicht hier, die muss ich mal raussuchen und nachsehen.

Also ich persönlich fand damals schon die Preise für einen neuen APQ "jenseitig". Bedenkt man, dass die Astro Physics Geräte direkt in den USA nochmal deutlich preiswerter waren, war es schon "frech" solche Summen aufzurufen. Damit will ich nicht sagen, dass diese Meisterstücke nicht ihr Geld wert waren, in Relation zu den ebenfalls sehr guten Astro Physics Geräten war es einfach sehr viel Geld.
 

lars_usedom

Mitglied
Na ja laut den Preislisten 1993 bis 1995 kostete der APQ 100/1000 brutto 6.950,00 DM. Die Umsatzsteuer war damals noch 15%. Die ganze Linie der Amateurgeräte einschließlich der APQ-Entwicklung stammte aus der DDR-Zeit. Zeiss Jena hat bekanntlich nach 1989 eine schwierige Phase durchgemacht und für den Gesamtkonzern war der Amateurbereich eher von untergeordneter Bedeutung. Die Astroabteilung hatte schon vor dem Krieg prozentual nie wesentlich zum Umsatz beigetragen und schon gar keinen nennenswerten Gewinn gemacht, jedoch das Prestige gefördert.

Ohne die Schulfernrohrproduktion hätte es bis zum Ende der DDR gar keine Fernrohre und Zubehöhrteile für Amateure mehr gegeben. Davon ist alles was bis zur Einstellung 1995 auf den Markt gebracht wurde lediglich ein Nachklang gewesen. Welche Preiskalkulation für welchen Markt und welche Stückzahlen sollte man da erwarten ?
 

Hayabusa

Mitglied
Gute Frage. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen war es bestimmt schwierig die richtige Antwort zu finden. Schade, dass die Astroabteilung in ihrer damaligen Form und Ausrichtung auf Amateurastronomen heute nicht mehr besteht, soviel ist sicher.
 

Oreoluna

Mitglied
Gute Frage. Unter den gegebenen Rahmenbedingungen war es bestimmt schwierig die richtige Antwort zu finden. Schade, dass die Astroabteilung in ihrer damaligen Form und Ausrichtung auf Amateurastronomen heute nicht mehr besteht, soviel ist sicher.

Weiter oben schreibst Du:

Damit will ich nicht sagen, dass diese Meisterstücke nicht ihr Geld wert waren, in Relation zu den ebenfalls sehr guten Astro Physics Geräten war es einfach sehr viel Geld.

Ich glaube kaum, dass das heutzutage bezahlbar wäre! Abgesehen davon…. gings hier doch eigentlich um die schönen und erstklassigen FL`s 4zöller! Das wäre was, solche echten Fluoriteoptiken wieder auf dem Markt anzutreffen. Aber eben! Die Einstellung der Produktion damals war ja gänzlich aus Gründen der Energieverschwendung und Umweltbelastung (und das durch die Japaner!!!! höchst selbst) beendet worden.

CS Jozef
 

Fensterrollo

Mitglied
Den damaligen Carl Zeiss Jena Geschäftsführern war es zu verdanken das der Geschäftsbereich Planetarien erhalten blieb. Es agierte über längere Zeit eine externe und ziemlich aggressive Beratungsfirma im Jenaer Zeisswerk. Nach dem Motto alles was nicht mindestens 20% Umsatzrendite bringt muss weg, damit schneller Schulden abgebaut werden können und Kapazitäten frei werden zur Erweiterung der Bereiche welche diese Forderung erfüllen. Gepaart mit einer "Entrümpelung" der vielen Geschäftsbereiche. Dazu haben einzelne Zeissianer in Eigenregie kleine Bereiche als Ausgründung selbst übernommen mit Zeiss als Kunden. Astro war eben nicht dabei.
Bei den Planetarien wachte man auf und konnte die Schließung verhindern weil den Verantwortlichen bewusst wurde das nach Schließung der Sparte Großteleskope auch Planetarien den Namen Zeiss in die Welt getragen haben und tragen. Und der Bereich macht eben wie der damalige Astrobereich weniger Rendite.
Es ist nicht so das Zeiss bei den Amateurgerätschaften im Verkauf in Summe damals draufgezahlt hat. Das betraf nur einzelne Teile involvierter Geschäftsbereiche. Z.Bsp. kamen bereits vor der Schließung Montierungen z.T. aus Tschechien. Die Schließung war eben auch eine politische Entscheidung.

Als ich von Anfang 2001 bis 2005 bei Zeiss in Jena war gab es im großen Südwerk >30 Firmen, einige als Zeiss Töchter und andere als Ausgründung. Unter anderem wurde die komplette Fertigungskapazität in das Servicecenter Jena outgesourct. Da konnte dann jeder intern wie extern Aufträge platzieren.
Es gab immer (und gibt vielleicht noch) die Option Zeiss Optiken als Lohnfertigung zu bestellen. Fa. Baader hat ja auch mal eine Charge APQ Optiken (OEM Optik in Fassung) und Abbe Okulare Anfang der 2000er Jahre für eigene Teleskope fertigen lassen. Die wurden glaube ich in der Dot.com Krise im Bereich Hochleistungsoptik gemacht. Dort war nach Rückgang der Aufträge für Optiken der ASML Semiconductor machines Kapazität für APQ frei. Zumindest teilte mir der Fertigungsleiter damals mit das die APQ Optiken aufgrund des sehr modernen Maschinenparks quasi easy going vom Band fielen. Eine weitere Aufrechterhaltung einer Produktion in Chargen wird sich wohl für Baader nicht gerechnet haben ohne weitere saftige Preiserhöhungen. Vielleicht wollte Zeiss auch einfach nicht mehr. Tja, Geschichte...

Was da von der neuen Fa. APQ oder "Dreigleichen" wirklich kommt werden wir sehen oder auch nicht. Für visuelle Genießer ist eine bis in den UV und IR Bereich korrigierte Fluorit Optik jedenfalls sinnfrei. Ein ehemaliger Zeissianer und ehemaliger Vertriebler der Zeiss Amateurgeräte ist der Herr Strömisch aber.

Gruß
Oliver
 

bogix

Mitglied
Hallo zusammen,

zum Thema APQ und Preise habe ich folgende Erfahrung/Meinung.

Ein befreundeter Astrokollege hat einen APQ 100/1000. Wir treffen uns mehrmal pro Jahr, um damit unter guten Bedingungen zu beobachten (teilweise bis 6,5mag Grenzgrösse). Meist habe ich dann meinen TOA130 mit dabei. Somit habe ich mittlerweile einges an APQ-Beobachtungserfahrung. Die Leistung und Qualität beider Geräte steht wohl völlig ausser Zweifel, jedoch bin ich zu dem Schluss gekommen, dass, wenn man die Preise vergleicht, die bei beiden Geräten aufgerufen werden, dies absolut nicht in Relation steht. Wenn ich mal o.g. Anzeige nehmen, da liegt das Preisniveau gebraucht bei 1:2 und selbst ein neuer TOA ist gut was "günstiger" als ein gebrauchter APQ.

Wahrlich ein sehr schönes und leistungsfähiges Teleskop, aber der Preisaufschlag, der scheinbar nur durch den Namen entsteht, finde ich schon horrend und ich persönlich würde eher noch etwas an Geld drauflegen und dafür einen großen TEC kaufen.

Aber untern Strich: mein Astrokollege hat den Refraktor nun seit über 20 Jahren und wird ihn noch lange haben ---> ist sehr zufrieden damit und auf das kommts ja letztendlich drauf an (und ich beobachte sehr gerne damit!)

CS

Matthias
 

Fensterrollo

Mitglied
Ja Matthias, so isses.
Und weiter oben besagte zum Verkauf stehende APQ 100/1000 geht ja für den aufgerufen Preis nicht grad wie geschnitten Brot. Mich persönlich stört an der Offerte die Angabe Neupreis ca. 15k EUR und "ihre Ersparnis beträgt" - unseriös basta!

Zum hohen Neupreis der TOA's von Takahashi möchte ich noch sagen, dass dieser neben der hohen optischen Qualität ein recht aufwendiges gestaltetes Triplet ist mit 2 ED Gläsern, glaub ich. Die Takahashi Japan Internetseite ist Seite deutet es. Zumindest in der Textübersetzung mit Google.
ED Glasrohlinge in hoher Qualität bzgl. Homogenität, Blasen, Einschlüsse sind teuer und das mit zunehmenden Durchmesser und Dicke. Da ist S-FPL nicht gleich S-FPL. Ich mein die Korrektur laut Design ist bezüglich der Spotgröße und des Wellenlängenbereichs schon bemerkenswert. Eben auch für hochaufgelöste Fotografie mit kleinen Pixeln sehr gut geeignet, auch mit dem Reducer.

Gruß
Oliver
 

Hayabusa

Mitglied
Den damaligen Carl Zeiss Jena Geschäftsführern war es zu verdanken das der Geschäftsbereich Planetarien erhalten blieb. Es agierte über längere Zeit eine externe und ziemlich aggressive Beratungsfirma im Jenaer Zeisswerk. Nach dem Motto alles was nicht mindestens 20% Umsatzrendite bringt muss weg, damit schneller Schulden abgebaut werden können und Kapazitäten frei werden zur Erweiterung der Bereiche welche diese Forderung erfüllen. Gepaart mit einer "Entrümpelung" der vielen Geschäftsbereiche. Dazu haben einzelne Zeissianer in Eigenregie kleine Bereiche als Ausgründung selbst übernommen mit Zeiss als Kunden. Astro war eben nicht dabei.
Bei den Planetarien wachte man auf und konnte die Schließung verhindern weil den Verantwortlichen bewusst wurde das nach Schließung der Sparte Großteleskope auch Planetarien den Namen Zeiss in die Welt getragen haben und tragen. Und der Bereich macht eben wie der damalige Astrobereich weniger Rendite.
Es ist nicht so das Zeiss bei den Amateurgerätschaften im Verkauf in Summe damals draufgezahlt hat. Das betraf nur einzelne Teile involvierter Geschäftsbereiche. Z.Bsp. kamen bereits vor der Schließung Montierungen z.T. aus Tschechien. Die Schließung war eben auch eine politische Entscheidung.

.....

Was da von der neuen Fa. APQ oder "Dreigleichen" wirklich kommt werden wir sehen oder auch nicht. Für visuelle Genießer ist eine bis in den UV und IR Bereich korrigierte Fluorit Optik jedenfalls sinnfrei. Ein ehemaliger Zeissianer und ehemaliger Vertriebler der Zeiss Amateurgeräte ist der Herr Strömisch aber.

Gruß
Oliver

Hatte zwar selbst nichts damit zu tun, ich kannte die "Schwiegertochter in spee" von Lotahr Späth, ehemals Ministerpräsident von Baden Württemberg und später Geschäftsführer der Jenoptik GmbH in Jena. Sie hatte unter anderem dort vor Ort als Beraterin gearbeitet und ein paar Dinge erwähnt, allerdings nichts im Bezug auf die Astroabteilung. War leider schon zu spät, sonst hätte ich in Bezug auf die Astroabteilung beim "Cleverle" alles versucht.

Positiv bleibt festzuhalten, dass sich mit der Jenoptik Aktiengesellschaft ein erfolgreicher Konzern als Nachfolger von Carl Zeiss Jena etabliert hat. Was die Astroabteilung angeht, die Zeiss APQ Refraktoren sind legendär, genau so wie die Astroabteilung. Sie wird immer ein vielbeachteter Teil der Geschichte der Amateurastronomie bleiben. Das können nicht Viele von sich behaupten.
 

Fensterrollo

Mitglied
Hallo Uwe,
ja Carl Zeiss und Jenoptik war mal kurze Zeit eins. Wurde aber aufgeteilt, das Carl Zeiss Südwerk weiter oberhalb in Jena ging mit Carl Zeiss in Oberkochen zusammen und der ehemalige Carl Zeiss U-Betrieb (u.a.Optronik) in Jena Göschwitz wurde unter Lothar Späth mit Hilfe des Freistaates Thüringen als Jenoptik eigenständig. Der Standort im Zentrum wurde vollständig als Betrieb aufgelöst und die Immobilien zum Büro und Geschäftsstandort saniert und umgebaut. Da passierte damals eine Menge in Jena in kurzer Zeit, besonders zwischen 1994 und '99.
Der ehemalige langjährige Vorstandsvorsitzende von Carl Zeiss Dr. Michael Kaschke ist übrigens ein Freund der Astronomie.

Gruß
Oliver
 

Hayabusa

Mitglied
Sehr interessant Oliver Deine Informationen aus erster Hand!

Es ist zwar kein 4" Flouritrefraktor, da er aber seinerzeit als Referenzgerät in der Klasse der Vier Zoll Refraktoren galt, hier eine schöne Zusammenfassung der Charakteristika des Astro Physics Traveller von "Company Seven" aus den USA in Englisch:

Astro Physics "Traveller" (Company Seven)

Ein Traveller war, und ist, immer noch mein Traum. Verwunderlich, dass Astro Physics dieses tolle Teleskop nicht mehr produziert. Vom Stowaway wird dagegen gerade wieder eine Serie aufgelegt. Das verstehe ich nicht.

Hat jemand vielleicht mehr Information darüber, warum der Traveller eingestellt wurde und, im Gegensatz zum Stowaway, nicht mehr produziert wird?

Wünsche einen schönen Tag und ein schönes Wochenende
Uwe

Nachtrag

Der Astro Physics Stowaway ist ein tolles Teleskop. Der Traveller hat mit 13 mm mehr Öffnung aber, bei ähnlich guter Transportabilität, deutlich mehr Licht. Hier die Information von der "Astro Physics" Webseite:

Astro Physics Stowaway (Astro Physics)
 
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lars_usedom

Mitglied
Hallo Uwe,

es beantwortet nicht direkt deine Frage zum Traveller, ist aber vielleicht doch von Interesse:
Besagter W. Rohr hat auch einige dieser Optiken getestet, siehe zum Beispiel hier.
Man kann von diesen RC-Werten (die gab es viel früher als die heutigen Strehlkurven) und ihrer beschränkten Aussagefähigkeit halten was man möchte, zumindest hat er das Verfahren zur Objektivbewertung stetig angewendet und damit sind die Ergebnisse in Bezug aufeinander wahrscheinlich ganz brauchbar.
Liegt der Index unter 1 ergibt das in der dort verwendeten Klassifizierung einen APO und zwischen 1 und 2 noch einen Halbapo. Im Beispiel oben hat er einen Traveller als Halbapo vermessen.

Der unveränderte Bau eines Objektivtyps zu späterer Zeit kann schon daran scheitern, daß die ursprünglich genutzte Glassorte nicht mehr verfügbar ist. Praktisch kann ein aktuell verwirklichtes Design immer nur vom aktuellen Angebot der Glashersteller ausgehen. Und da gibt es einerseits Neuerungen und andererseits "Sortimentsbereinigungen".

Übrigens wurde auch mal ein B-Objektiv von Zeiss getestet, das dank des großen Öffnungsverhältnisses von 1:15 einen RC-Wert von 0,05 (siehe hier) aufwies - ich weiß gar nicht ob der Wert mal unterboten wurde (Optikrechnung Albert König, 1896).

Gruß Lars
 

Hayabusa

Mitglied
Vielen Dank Lars!

In der Tat sehr interessant. Ich kann mich noch an diese Diskussion erinnern, im der der Astro Physics Traveller als "Halbapo" thematisiert wurde. Klar, dass es bei diesem Thema sehr "hoch herging". :)

Den verlinkten Testbericht von Herrn Rohr kenne ich. Die wesentliche Aussage war für mich nicht, ob APO oder Halbapo, sondern folgendes, ich zitiere:

"Wenn man allerdings berücksichtigt, dass ein dunkel-adaptiertes, und damit rot-blindes Auge nur noch das Spektrum von Blau bis Gelb sieht, also Rot mit seiner sehr weiten Schnittweite heraus-fällt, dann lässt sich die empfundene Farbreinheit auch rechnerisch darstellen, wie ich das weiter unten gemacht habe. Eine solche differenzierte Sicht wird offenbar überlesen und erklärt den Umstand, warum die nachfolgenden Antworten eher als Kränkung, statt als sachliche Beiträge aufgefasst werden können."

Der Punkt mit der Verfügbarkeit der geeignetsten Glassorten ist möglicherweise des Rätsels Lösung. Bevor Roland Christen seinen Ruf aufs Spiel setzt, baut er, mangels des richtigen Glases, keine Traveller mehr. Nur müsste für den Stowaway dann Ähnliches gelten. Oder täusche ich mich da?

Wenn er es "richtig" machen wollte, müsste er basierend auf geeigneten heute ausreichend verfügbaren Glassorten die Optik ganz neu rechnen. Vermutlich ist das beim Stowaway geschehen.

Beste Grüße
Uwe
 

Hayabusa

Mitglied
Danke für den Bericht Christoph, beeindruckend, der Vixen FL102S ist und bleibt eine Referenzoptik. Schade, dass Vixen bei den Flourit Refraktoren den Stecker gezogen hat.

Ich hätte mal einen gebraucht kaufen können und habe es nicht gemacht, schade. Hin und wieder sieht man einen. Momentan bin ich mit meinem Vixen ED102S f/9 auch glücklich. Das sind alles tolle Teleskope nach denen ich mir vor einigen Jahren noch die Finger geschleckt habe. Das sollte ich / man nicht vergessen.

Außerdem habe ich es auf den Takahashi FC100DL abgesehen. Dieser "Purist" sollte dem Vixen mindestens ebenbürtig sein.

Bin auf unseren direkten Seite an Seite Vergleich gespannt. Hoffe, dass wir das hinbekommen! Die weiter oben im Thread vorgeschlagenen Location, bin jetzt zu faul um nachzusehen von wem, ist aus meiner Sicht in Ordnung.

Schönes Wochenende an alle
Uwe

PS. Jetzt vor dem Sturm sind die Beobachtungsbedingungen noch gut. Der Vollmond stört nicht, denn dann schaut man halt mal in den Mond. :)
 

Fernrohrland

Mitglied
Ja Oliver das hier ist sehr unseriös:

Mich persönlich stört an der Offerte die Angabe Neupreis ca. 15k EUR und "ihre Ersparnis beträgt" - unseriös basta!

Ich hab hier eine Zeiss Jena Preisliste von 1992 vor mir liegen: Preis des APQ 100/1000 Fernrohrtubus = 7.200,-- DM - wohlgemerkt DM!.

Ich war damals nach Baader der zweite Zeiss Jena Händler, andere Zeiss Händler gab es meines Wissens nach nicht.
Ich ärgere mich heute noch, daß ich mir damals keinen APQ gekauft habe. Ein Trost ist aber der APQ 150/1200 in unserer Sternwarte, den ich logischerweise sehr gerne benutze...


sternwarte4kuppeln.jpg



Viele Grüße an alle.
Rudi Idler
Fernrohrland
 

Fernrohrland

Mitglied
Ich hab mich da nichgt ganz verständlich ausgedrückt, nicht das was Oliver schreibt ist unseriös, sondern das was APM schreibt.
Gruüße
Rudi
 

MLudes

Mitglied
Hi Rudi

zur Info und Klarstellung :

Zur Anzeige befrage ich Andreas Pietsch wie er zu den 15.000 kommt, das ist natürlich Falsch ( und ist zudem eine 4 Jahre alte Anzeige, Ich wunder mich wieso du 4 Jahre durchsuchst um eine Anzeige zu Finden um uns dadurch unseriös nennen zu können, da hast du dir schon ganz schön viel Mühe gemacht ) , ich finde es jedoch mehr als befremdlich das du als Händler über eine Mitbewerberfirma öffentlich herziehst.

Zu deiner Aussage das Fernrohrland der 2. ZEISS Händler nach Baader war, kann ich nur sagen diese Aussage ist falsch. APM-Telescopes war direkt nach der Wende der erste Westdeutsche Astro-Händler der bei Zeiss eingekauft hat, das kann ich sogar nachweisen. Erst danach kam Baader und ich wurde entsorgt. Die versetzt dich damit auf den 3. Platz
 

Fensterrollo

Mitglied
Hallo Markus,

Rudi hat da nicht lange wühlen müssen. Die 2 Jahre alte Anzeige ist oben als screenshot (unten Datum im Desktop von 03/2018) im thread eingebunden.
Dem lieben Andreas passiert der Fehler der Neupreisangabe bei älteren Zeiss Gebrauchtgeräten hin und wieder mal. Am Besten wäre für ein hohen Verkaufserlös er lässt die Angabe einfach weg.

Grüße
Oliver
 

Fensterrollo

Mitglied
Die Einstellung des AstroPhysicsb 105 Traveler wär wirklich interessant zu erfahren. Wenn es am Glas liegt kann es nur das Partnerglas sein. ED Gläser gibts ja schon lange und wenn da mal eins nicht mehr produziert wird gibts mindestens ein neues mit sehr ähnlichen optischen Eigenschaften.

Oder es war das optische Design wenn der Rotfokus weit von der anderen entfernt liegt. Visuell stört es wenig aber in der Fotografie schon deutlicher.

Gruß
Oliver
 

MLudes

Mitglied
Hallo Oliver,

danke. Ich habs Andreas gerade geschrieben. Ich weiss bisher noch nicht wo er solche Zahlen bei Gebrauchtgeräten überhaupt hernimmt
 

APM_Pietsch

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und wg. Preis vom APQ... - da liegst Du leider völlig daneben Ralf... hier mal die Werbeanzeige eines bekannten Astro-Händlers...

Den Anhang 126637 betrachten

...aber o.k. - Dein Preis bezieht sich auf den "Kurzen" - der war sicher günstiger :)
Hallo zusammen, obwohl die Anzeige ja fast 2 Jahre alt ist, muss ich ja wohl kurz Stellung dazu nehmen. 15.000 EUR ist in der Tat ein "Phantasie-Preis". Möglicherweise habe ich damals den DM-Preis 1:1 in EUR übernommen. Sorry, wenn das für Verwirrung gesorgt hat.
Andreas
 

donadani

Mitglied
...ein potenzieller Käufer hätte sich bestimmt gefreut, wenn er 6.000,- EUR gespart hätte... Ein paar Wochen später wurde der Preis korrigiert... - da war die Freude nicht mehr ganz so groß.

APQ1.jpg


Ich fand die Anzeigen als durchaus am APQ interessierter Käufer - sagen wir mal "interessant" - kurze Zeit später wurde der FLT-105 der Astro Theke angekündigt - zum Glück - damit war das Thema APQ endgültig für mich erledigt.
 
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