Hallo Norbert,
Trotzdem kann (meiner Ansicht nach) von einer "ordentlichen Entlastung" ohne diesen Kugelkopf kaum die Rede sein ;-) Machen viele Kollegen am SA übrigens genauso, denn ohne diesen Kugelkopf ist es oft nicht möglich die Kamera vernünftig auf der Ziel auszurichten.
Hier vermute ich ein Verständnisproblem/Wissenslücke bei Dir.
Ist Dir bewußt, daß der Teller, auf dem Du den Kugelkopf für die DSLR befestigt hast, um 360° drehbar ist? Mit diesem Teller machst die Ausrichtung "rauf" bzw. "runter". Allerdings nicht wagrecht/senkrecht bezogen auf den Horizont, sondern bezogen auf die Rektaszensionsachse. Die steht in Süddeutschland rund 45° schräg zum "Erdbodenkoordinatenbezugssystem". Drehst den Teller, bewegt sich also das Kameragesichtsfeld deswegen ca. im 45° Winkel schräg nach "oben" oder "unten". Das kannst prima im Wohnzimmer ausprobieren, dazu brauchst keinen klaren Himmel.
Um das Motiv zu treffen, muß daher zuerst die Rektaszensionsachse auf den Stundenwinkel des Motives eingestellt werden. Den Wert für den Stundenwinkel liefert Dir ein Planetariumsprogramm wie Stellarium, auch die meisten Apps können das. Und dann wird durch Rotieren des Drehtellers der L-Schine (schräg rauf/schräg runter) die richtige Deklination eingestellt.
Dieses "schräge" Einstellen ist bei weitem nicht so intuitiv wie mit einem Kugelkopf, das bringt etliche Anfänger an den Rand der Verzweiflung. Aber wenn man das mal verinnerlicht hat, werden wertvolle cm an Hebelweg eingespart und natürlich auch das Gewicht des Kugelkopfes. Die Kamera sitzt ca. 5 cm dichter am SA und damit ist alles weniger Fehleranfällig. -> Längere Belichtungszeiten möglich.
5 cm eingesparter Hebelweg (geschätzte Höhe Kugelkopf) + 200 g eingespartes Gewicht (geschätztes Gewicht Kugelkopf) sind nicht zu verachten... Um den SA auf Hochleistung zu trimmen, sind viele kleine Verbesserungsschritte nötig:
- Polsucherjustage
- genaueres Einnorden dank justiertem Polsucher
- weniger Hebel, weniger Gewicht durch Weglassen des Kugelkopfes
- besserer Schwerpunkt durch Verschieben der L-Schine in der Prismenklemme Richtung Mitte
- besserer Schwerpunkt durch Verschieben des Guidingsuchers so dicht an den kurzen Schenkel des L wie möglich
- Gegengewichte näher an den SA, weil weniger Gewicht austariert werden muß
jeder Punkt für sich bringt ein bissy Verbesserung. Sollte im Bereich von 10 oder 15 Sekunden liegen. Zusammen bringen sie deutliche Verbesserung und ermöglichen erst im Zusammenspiel dem MGEN, das Schneckenspiel zu minimieren. -> runde Sterne bei 200 mm Brennweite und 3-4 Minuten Belichtungszeit...