Hallo Guntram,
ich denke schon dass diese Zusammenhänge eigentlich bekannt sind und wenn hier von der "Saga" Kontrastdurchmesser gesprochen wird, dann eher weil an der Wahrnehmungsschwelle recht halbseidene Pauschalierungen der Zusammenhänge in Foren stehen, die gerne als eherne Gesetzmäßigkeiten verargumentiert werden.
Eigentlich fällt mir kein besserer Begriff für die Interpretation der gezeigten MTF-Kurven ein, wenn man sie denn in einen Zahlenwert umwandeln könnte der korrekt ist.
Den könnte man sicher als Summe aus definierten Punkten oberhalb und unterhalb der unobstruierten Linie für GLEICHE Öffnungsgröße bilden.
Allein die MTF-Kurven sind doch eigentlich aussagekräftig genug, auch die Darstellung von 20, 30, 35% Obstruktion und mehr ist ja leicht zu machen.
In meiner Praxis finde ich die Darstellungen bestätigt und Obstruktionsvermeidung um jeden Preis kann durchaus Schwierigkeiten bedeuten denen ich mich nicht stelle.
Ich gehe unnötig hohen Obstruktionswerten bei meinen Newtons aus dem Wege ohne durch zu geringe Obstruktionswerte die Allroundeigenschaften zu beeinträchtigen oder gar die Öffnung zu beschneiden.
So hat mein 12" f/5,3 einen 53er FS (18%), der 6" f/6 einen 37er (25%) und der 4,5" F/5,8 einen 31er FS (27%).
Einen Wert von weniger als 25%, besser um die 20% anzupeilen erscheint praktisch sinnvoll, den von 20% abwärts muss man schon extrem gute (und erfahrene) Augen und auch extrem gute Beobachtungsbedingungen mit entsprechender Möglichkeit zu sauberen Höchstvergrößerungen haben, wenn man den Gewinn sehen will.
Werte unter 20% zu erreichen, wird zu kleineren Öffnungen hin zunehmend problematischer, wenn man auch 2" Zubehör für die großen Felder nutzen will.
Beim 6" F/6 kam der große, deutlich sichtbare Kontrastgewinn beim Weches vom 50 mm FS (33%) auf einen 40er (27%), der 31er (21%) machte sich dann nochmals bemerkbar, allerdings keineswegs dramatisch. Ich hätte dafür noch sehr viel umbauen müssen, so kam zunächst Mal der 36er als Kompromisslösung rein. Wie das so ist mit Kompromissen, sie haben Bestand, denn ich bin überaus zufrieden mit der Leistung des Teleskops.
Ich weiß daher nicht, ob ich z.B. meinen 114er vom 31er FS noch auf einen 25 mm FS drücken will und kann. Der läge in dem Fall immer noch bei 22% und ich müsste sehr grenzwertig bauen.
Bei den kleinen Öffnungen macht also Obstruktionslosigkeit definitiv Sinn. Alternativ kann man sich allerdings auch mit stichhaltigen Gründen dazu entschließen, 1" oder 2" Öffnung zuzugeben, um obstruktionsbedingte Nachteile auszugleichen.
Abschließend bleibt für mich die Feststellung, dass man für seine Zwecke die Obstruktion eines Spiegelteleskops so niedrig wie möglich halten sollte, ohne dabei zu überziehen.
Schiefspiegler und Co sind m.E. Spezialteleskope für Spezialisten die damit umgehen wollen und können.
Man kann sehr gute Abbildungsqualität auch mit einem visuell ausgelegten Newton erreichen.
Ein paar weiter Gedanken zum Thema:
http://www.astrotreff-deep-sky.de/ATDS_postst6929_Grundsatzliches-zur-Obstruktion-ein-Reizthema.aspx
Gruß
*entfernt*