Schiefspiegler als Reise(dobson)version?

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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
a) Beobachtung eines Planeten mit definierter Obstruktion bei optimaler Vergrößerung.
Hallo Kurt, dieser Punkt ist schwierig zu testen, denn die Atmosphäre ist zu instabil (Seeing) für einen solchen Tests bräuchte man eher gleiche Bedingungen. Solche Test sind generell sehr subjektiv, weil hier eben im Allgemeinen subjektiv agierende Menschen durchs Okular schauen. So ein Test funktioniert aus diesem genannten Gründen nicht oder liefert kein verlässliches Ergebnis.




Nochmals zum Thema: >>Faustformel<<
In meinen früheren Beiträgen hier in dem Thread wollte ich auch nur zu Ausdruck bringen, dass es eben nur eine Faustformel ist. Diese muss doch vom ursprünglichen Autor vernünftig begründet worden sein. Wo findet man diese Begründung? Mit dieser Erklärung zur Formel könnte man mehr anfangen und besser darüber reden. Was mich genrell wundert (eigentlich tut es das nicht, dann dass ist über all so) ist, dass es immer wieder Leute gibt die alles irgendwie besser wissen. Ich spreche hier mit Absicht keinen an und möchte das nur mal allgemein sagen. Da wird eine Sache angezweifelt, die doch hoffentlich gut belegt ist. Da muss nicht neues erfunden werden. So etwas passiert einem auch im Privatleben immer wieder, dass es immer einen gibt der Bekanntes in Frage stellt und natürlich alles besser weiß. Oft stellt es sich heraus, das er unrecht hat bzw. er übers Ziel hinausschießt. Im Studium gibt es zum Beispiel Leute, die immer schlauer sind und vom Prof. dann erstmal ne Ansage kriegen und schnell mal widerlegt werden. :-)




>>Zur MTF<<
Ich habe das Gefühl, dass ein "Bindeglied" fehlt, welches die Interpretation hin zu z.B. schwachen Planetendetails erlaubt. Ich hatte auch wie Gerd vermutet, dass schwache Details links in der Kurve repräsentiert seien, aber im Grunde gibt die Kurve an sich nicht genügend Information preis, weil sie nur das Übertragungsverhältnis zu den Linien/mm in Beziehung setzt. Nun müsste man die X-Achse hinsichtlich realer Objekte zu deuten versuchen um daraus entwas ableiten zu können. Man kann aber ablesen, dass das Auflösungsvermögen nicht durch z.B. Obstruktion beeinflusst wird, im Gegenteil! Insofern lässt die Kurve einiges an Interpretation zu. Dazu schauen ich mir mal den 3.Kapitel von >>Star Testing<< genauer an, da wird z.B. die MTF beschrieben.


@Kurt(Schneider): Danke dir, soweit hab ich es jetzt auch verstanden. Die Interpreation schein wirklich schwierig.
@Sven: Danke auch für deine Erklärungen.
@Tommy: danke, ja mal sehen ob man noch etwas herausfinden kann.




VG,
Christian
 
hallo,

William Zmek's 9 seitiger Artikel erschien in Sky&Telescope 9/1993 - ich kann ihn wegen copyright nicht online stellen.
Er spricht von einer empirisch gefundenen Formel, er hat Versuchsreihen dazu angestellt. Sie gilt - mit ihren Einschränkungen in Bezug auf 20% Kontrastunterschied bei Planetenbeobachtung - weithin als akzeptiert. Natürlich kann man Sinn und Zweck hinterfragen.

Eine mit der Sensitivität des Auges verknüpfte Darstellung der MTF findet sich in "Telescope Optics" 18.7 - meines Wissens die einzige in der Literatur.

Die Verknüpfung der MTF mit den praktisch am Teleskop erlebten Wahrnehmungen kann man über den Sonderfall Doppelstern angehen, also hochkontrastige Punktlichtquellen (Zmek nicht anwendbar). Wie sieht die dem Rayleigh/Dawes/Sparrow Kriterium entsprechende Situation in der MTF aus? Wir hatten mal mit Gerd über den Faktor 1,22 gesprochen wo der denn herkommt - Radius des Beugungsscheibchens. Beim Sparrow Kriterium vielleicht 1,05. In der MTF finden wir den nicht, da wird einfach die Übertragungsfunktion bis zum Faktor 1 beschrieben.

@Kurt: 25% lineare Obstruktion verursachen nur 12,5% Lichtverlust - Fläche!

Diese Diskussion gehört eigentlich drüben geführt, ist hier OT.

lg Tommy
 
@ Tommy,

erst mal vielen Dank für die Literaturrecherchen. Wer lesen kann ist im Vorteil und wer die MTF versteht und z. B. "Aberrator" zurechtkommt der braucht keine irreführenden Näherungsformeln mit "Kontrastdurchmessern" :/


@Kurt: 25% lineare Obstruktion verursachen nur 12,5% Lichtverlust - Fläche!
nö, wenn du den reinen Lichtverlost durch 25 % Obstruktion nimmst dann sind es nur 0,25² = 0,0625 entsprechend 6,25% Verlust.

Ich wollte aber eigentlich den Lichtverlust LV der Optik mit "Kontrastdurchmesser" im Vergleich mit der entsprechenden obstruierten Optik quantifizieren. Wenn ich mich da nicht verrechnet habe beträgt dieser bei 25% Obstruktion ziemlich genau 40%, nämlich

LV = 1-(0,75²)/(1-0,0625)= 0,40

Wie bereits gesagt, alles reine Erbsenzählerei :), dazu womöglich noch refraktorschädlich fällt mir gerade so ein :o

@ Christian,

Hallo Kurt, dieser Punkt ist schwierig zu testen, denn die Atmosphäre ist zu instabil (Seeing) für einen solchen Tests bräuchte man eher gleiche Bedingungen. Solche Test sind generell sehr subjektiv, weil hier eben im Allgemeinen subjektiv agierende Menschen durchs Okular schauen. So ein Test funktioniert aus diesem genannten Gründen nicht oder liefert kein verlässliches Ergebnis...

genau das hab ich hören wollen :). Vor Jahren hab ich deshalb dazu fotografische Modellversuche mit einen 30 mm Refraktor mit/ohne Obstruktion auf ca. 30 m Distanz mit Testgittern als Objekt gemacht. Selbst dabei gab es schon Seeingprobleme, die eine nachvillziehbare Quantifiziertung erheblich erschwert hatten. abei bin ich auch auf das o.a. Helligkeitsproblem gestoßen und hab die Lust an der Sache mit dem „Kontrastdurchmesser“- Experiment verloren.

Gruß Kurt
 
hallo Kurt,

stimmt - 6,25% Verlust, war noch zu früh zum Quadrieren.

Bist du mit Zmek's Artikel vertraut? Seine Ableitung könnte dich interessieren. Er stellt die MTF für dasselbe Instrument und verschiedene Obstruktionen dar, und "da das meiste Detail am Planeten niedrigen Kontrast hat, und unter der Berücksichtigung der Schwelle der humanen visuellen Wahrnehmung, kann man das komplizierte Verhalten der Kurven im hochauflösenden Teil der MTF ignorieren".

Es folgen Ausführungen zu Spinne, Farben, Streulicht, alles schön mathematisch untermauert.

Erratum: Es ist ein zweiteiliger Artikel, der erste Teil erschien im Heft S&T 7/1993, der zweite 9/1993.

Der Helligkeitsverlust scheint in der Faustformel berücksichtigt zu sein. Meine visuellen parallel Experimente mit 150mm SC, 150mm Newton und 120mm Apo haben die Formel rein subjektiv aber vielfach bestätigt. Details welche im Apo zu sehen waren zeigte auch der Newton, aber nicht mehr obwohl das Bild heller war. Das SC, obwohl Strehl in den 90ern, konnte nicht mithalten. Charakteristisch beim SC waren die feinen Linien parallel zu hellen Konturen, eine Folge des akkumulierten verstärkten ersten Beugungsringes. Am Planeten weniger störend, am Mond aber richtig unangenehm.

lg Tommy

 
Hallo Tommy,

...da das meiste Detail am Planeten niedrigen Kontrast hat, und unter der Berücksichtigung der Schwelle der humanen visuellen Wahrnehmung, kann man das komplizierte Verhalten der Kurven im hochauflösenden Teil der MTF ignorieren".

ich weiß nicht genau was da sonst noch geschrieben steht aber obiges halte ich für eine ziemlich willkürliche Festlegung. Die gilt in jeden Fall nur bei der rundherum blütenweissen Venus, bei Mars nur dann wenn er sich gerade in eine globale Staubwolke hüllt oder generell wenn das Seeing mies ist. Da das leider bei uns fast der Normalfall ist habe ich durchaus Vesträndnis dafür wenn man z. B. "Aberrator" und genaue MTF Kurven vergessen und statt dessen lieber die Zmeck´sche Lehre vom Kontrastdurchmesser einführen möchte. Das hilft vielleicht auch ein wenig der Refraktorindustrie :)

Aber insbesondere Mars hat relativ kontrastreiche Details im Bereich von >0,5 normierter Ortsfrequenz die ich gerne sehen möchte, auch Jupiter, je nach Ringstellung auch Saturn und unser Erdmond so wie so. Es muss nur das Seeing stimmen damit man die Details sehen kann. Das ist wohl trivial und ebenso dass dann Öffnung und hohe opt. Qualität zählt.

Bei SCs hab ich letzteres in der Praxis noch nie so richtig überzeugend erlebt. Hinzu kommen bei hoher Obstuktion die von dir genannten "feinen Linien parallel zu hellen Konturen". Ähnliches hab ich weiter oben ja auch schon erwähnt weil life erlebt. Diese Artefakte kann man übrigens auch mit "Aberrator" simulieren, wenn man als Testbild ein Gitter eingibt und ebenso fotografisch nachweisen, wenn man einem Modellteleskop eine hohe Obstruktion vorschaltet.

Gruß Kurt

 
hallo Kurt,

ja klar ist das eine willkürliche Festlegung, sonst kommt man ja nicht auf eine "Faustformel" die man jedem Einsteiger erzählen kann und die er versteht. Und es hilft der Spiegelindustrie, denn wenn ich einem Kunden erzähle dass er den um den FS verminderten Refraktor kaufen kann fürs selbe Detail muss ich hinzufügen, dass es schon ein farbreiner Apo sein muss. Auch das eine Faustformel, übrigens: Farbreiner Apo. Der entsprechende Apo ist dann 15-50x teurer als der Newton, und das hilft eindeutig der Spiegelindustrie ;-)

Ich kann ja nicht einem Einsteiger der in den Shop kommt mit Aberrator Simulationen und MTF Erklärung zusetzen, der rennt mir ja mit Info-Overkill davon und kauft hinfür nur mehr bei ebay oder anderen Jubelshops. Diesen wichtigen Punkt den Einfluss der Obstruktion grob zu erklären ist eine Faustformel geeignet, solange man von Planeten spricht - wenn man mehr will und weiss was <0,5 Ortsfrequenz im Okular bedeutet so wie du, dann wird die nicht genügen. Kann ich gut nachvollziehen.

... hab dir was ins Postfach geworfen ...

lg Tommy

 
Hallo Tommy,

ich schreibe mal in aller Gelassenheit, dass hier im Forum von Leuten, denen man nicht oft genug die Füße über das visuelle Spektrum hinaus farbig treten kann, genau der Zusatz "farbrein" "Vollapo", etc, auf das heftigsste in Abrede gestellt wird. Es wird zu gern dem uninformierten Sternfreund erst der Kontrastdurchmesser und dann der Luftspalt-Achromat mit 127/800 angedient.

Wenn man den Zusatz bringt, dass diese Formel gilt für einen obstruierten Spiegel gegen einen Refraktor mit gutem Polystrehl, und dazu einen Preisvergleich legt, ist das Thema gleich vom Tisch. Und genau daher weht immer wieder der Wind, selbst in Schiefspieglerthreads. Es ist die Eitelkeit, die den Glauben nährt, das teuerste Teleskop wäre stets auch das beste.

Die Verallgemeinerung zum Kontrast feiner Details spielt in dieselbe Richtung. Mondbeobachtung, Sonnenbeobachtung, Cassini-Teilung, Mars - die Existenz dieser Beobachtungsziele wird also in Abrede gestellt. Somit gibt es für den Planetenbeobachter lediglich Jupiter und Saturns Bauchbinde.

Eigentlich braucht man ja nur die Gelegenheit, bei passablen Bedingungen durchzuschauen. Dass ein thermisch unbehandeltes C8 bei guter Pflege und wenig variabler Temperatur eine 130mm Refraktor-Optik abhängt, sollte man einfach mal gesehen haben. Ist mir mit einem 130mm Starfire Dublett mal beschieden gewesen. Bei 67mm Obstruktion wäre es ja nach Zmek eher gleich auf, das Dublett ist aber vom Polystrehl sicher nicht optimal. Auffällig bunt war der Refraktor nicht.

Was man also sagen kann ist, dass die Zmek-Formel als "Fortschritt für Spiegelfreunde" gelten kann, wenn man sie bezüglich der Spiegel abwertenden Stimmung wenigstens bezüglich Apos anerkennt. Aber Kurt z.B. braucht diese Information nicht (ich auch nicht und der König genausowenig), insofern kann man ruhig die Formel an sich kritisieren dahingehend, dass sie mit der blanken Öffnungsreduktion die Spiegelteleskope zu schlecht aussehen lässt.
Nur wenige Menschen kämen auf den Gedanken, einen 200/800 Newton als Planetenteleskop zu bezeichnen. Noch weniger Menschen aber kommen auf den Gedanken, für den 200/800 Newton Okulare zu fordern, die eines daraus machen würden. Beim 8" SC hingegen wird gern über alles hinweggesehen. Ist ja f/10. Dass diese Geräte mit 67mm genauso obstruiert sind wie ein 200/800, dass da ein f/2,5 Hauptspiegel shiftet und die sphärische Korrektur nur für eine ganz bestimmte Fokuslage optimal ist, und dass diese Dinger in der üblichen Konstruktion mit zu nah positionierter Korrektorplatte Koma zeigen, fällt unter den Tisch. Steht ja f/10 drauf. Gleich danach kommt, dass die Verlängerung der Brennweite durch eine Barlow das Teleskop weniger Seeing anfällig macht.

Und damit komme ich mal zum Kreisschluss: Die Frage ob Off-Axis-Newton oder Schiefspiegler ist doch eine Frage des maximal erreichbaren Strehls auf der Achse. Obstruiert sind sie beide nicht. Was kostet die Justage/Mechanik an Strehl? Gibt es unvermeidliche Probleme mit Tubus- und Beobachterseeing? Und wenn das wirklich alles geregelt ist, kann man sich daran machen, einen Vergleich zu einem obstruierten Teleskop zu betrachten. Und wenn man da mal wirklich eine Faustformel nutzen will, dann doch diese: 2" mehr an farbreiner Öffnung lässt alles hinter sich und ist gegenüber einer Schiefspielgerkonstruktion vermutlich nicht schwerer. Wenn ich mir so den 6" Yolo im Vergleich anschaue... keine Frage! Und ich finde es geradezu schade, da immer noch ohne Rechnerei auszukommen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,


Dass diese Geräte mit 67mm genauso obstruiert sind wie ein 200/800, dass da ein f/2,5 Hauptspiegel shiftet und die sphärische Korrektur nur für eine ganz bestimmte Fokuslage optimal ist, und dass diese Dinger in der üblichen Konstruktion mit zu nah positionierter Korrektorplatte Koma zeigen, fällt unter den Tisch. Steht ja f/10 drauf.

Was mich mal interessieren würde in welcher Größenordnung die durch die HS-Fokussierung unvermeidlichen Verluste durch die Abstandsänderung sind, unabhängig von evtl. vorhandenen Mängeln eines einzelnen Gerätes.

Die zu nah liegende Schmidtplatte denke ich kann man denke ich noch als nicht ganz abwegigen Kompromiss für ein Seriengerät werten: es spart einfach erheblich Baulänge was die Ansprüche an die Montierung senkt und man muß den Sekundärspiegel nicht an einer Spinne befestigen die dann unerträglich häßliche Spikes verursacht. Wenn die schon nicht sind wenigstens ein bischen Koma.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Felix,

ganz klar, den nicht idealen Korrektorabstand (es ist dadurch ja eigentlich gar nicht das eigentliche SC-Design) kann man akzeptieren, da gute Exemplare auf der Achse sauber, also deutlich besser als beugungsbegrenzt abbilden. Man sieht ja auch gleich den logischen Schritt, wie schon von Rutten/van Veenrooij vor langer Zeit vorgeschlagen: Asphärisierung des Designs, nun umgesetzt zu finden als ACF von Meade, oder aber wenn man mit etwas Tellerrand schaut auch im VISAC, dem Vixen VC200L als Lösung zu finden. Wobei letzteres deutlich länger als das Serien-SC oder ACF ist. Das ist eben auch gleich der eine, wesentliche Designvorteil der Serien SC: Kompakt, geringer Hebel, somit transportabel und für das Gewicht recht genügsam bezüglich der Montierung. Es gibt eben keinen Gabel montierten Newton... Spikes würde ich hingegen nicht als Thema sehen, denn damit würde man ja nur die Ideenlosigkeit der Massenfertigung vorschützen, während der ATM-Bereich ja einige Lösungen vorgeführt hat, von denen sich die gebogenen Spinnen auch durchaus serientauglich präsentieren. Insbesondere mal gegenüber den Wackelkonstruktionen, die man sich besonders in jüngster Zeit traut, zu bauen!

Clear Skies
Sven
 
hallo Felix,

ich habe letztens ein C11edgeHD optimiert und vermessen, in angegeber optimaler Position von 146mm hinterm Tubus, und auch bei 85mm hinterm Tubus, eben um diesen Unterschied mal zu dokumentieren. Dort entsteht durch den geringeren Abstand des Fokus zum Tubus eine geringe Überkorrektur die mit etwa 4% Strehlabzug zu Buche schlägt. Durch übereinstimmende Mehrfachmessung recht gut gesichert, aber wirklich nicht viel für diese 61mm Unterschied in der Fokuslage. Nur so als Anhaltspunkt, der Bericht mit "Beweismaterial" wird so umfangreich dass ich nicht weiss wann ich ihn fürn blog fertig habe :o

Das EdgeHD hat einen Korrektor im Blendrohr der aber ein Design hat das die sphärische Korrektur nicht beeinflusst (laut "Telescopes, Eyepieces, Astrographs" von Smith/Ceragioli/Berry), wohl aber Koma und Bildfeldkrümmung. Man kann nun annehmen dass ähnliches bezüglich sphärischer Korrektur auch für SCTs ohne diesen Korrektor gilt. Vielleicht hat ja Kurt da Messungen dazu parat!

lg Tommy
 
Moin Tommy,


es gibt wohl kein Teleskop mehr das vor Dir sicher ist ;) , ich danke Dir für diese Info aus erster Hand, das ist ja ein noch überschaubarer Wert. Wenn man sich da grob am idealen Abstand orientiert sollte das visuell allemale alltagstauglich sein.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Sven,


was man in der (Groß-) Serie alles besser machen könnte ist eh ein eigenes Thema, wenn viele Teleskope nicht halbfertig konstruiert oder nachlässig zusammengekloppt ausgeliefert würden wär's ja fast schon langweilig. :D

Eine gute Seite hat das aber auch: Nicht nur Tommy ändert oder optimiert Teleskope auf Kundenwunsch, in den letzten Jahren greift dieser Service um sich. Diese Marktlücke haben einige Händler richtig erkannt und darauf reagiert.


Viele Grüße Felix
 
Hallo Tommy,

ah, ist doch schön mal Zahlen zu haben. Könntest Du diese Positionen und die 61mm Abstand mal in Relation zu den üblichen visuellen Konfigurationen setzen? Also 2" Zenitspiegel mit Überwurf, 1,25" Zenitspiegel, 2" Zenitspiegel im Crayford...
(In der Hoffnung dass es für Dich einfach ist, Probierstücke zu finden, nicht um Dich zu ärgern.)

Clear Skies
Sven
 
Hallo Kurt,

Da solltest du tatsächlich mal genauer hinschauen. Nimm z. B. meine Kurve für 25% Obstruktion und lies die Kontrastübertragung für die normierte Ortsfrequenz von z. B. 0,5 aus. Dann ist für diese Ortsfrequenz die echte Kontrastübertagung = 0,37, die für die Zmeck- Kurve dagegen nur 0,23. Das ergibt also Kontrastübertagung Zmeck/echt = 0,62

keine Sorge ich hab genau hingeschaut.
Ich fürchte das Problem ist nicht das ablesen der Werte sondern deren richtige Interpretation und hier bist Du gewaltig auf dem Holzweg.

Hier gilt ganz offensichtlich die alte Weisheit der Statististiker die da lautet.

Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast.

Das „gefälscht“ ist hier nicht wörtlich zu nehmen sondern soll heißen das man mit zwar völlig korrekten Ausgangsdaten mittels der passenden Auswertung dann genau das aus den Ausgangsdaten rausliest was man auch rauslesen möchte.

Genau das ist auch bei Deiner Rechnung der Fall.
Du willst uns hier nun unbedingt einen gewaltigen Unterschied unterjubeln und stellst die Sache mit der zwar mathematisch völlig korrekten aber bezüglich einer Praxisgerechten Interpretation Volkommen unsinnigen Herangehensweise völlig verzerrt dar mit Deinen 0,62.
Was interessiert ist das was vom Kontrast der vorn reinkommt noch hinten rauskommt und das sind einmal 0,37 und einmal 0,23 und das ist eine Differenz von 0,37-0,23 = 0,14!!!!
Wenn ich wissen will welchen Kontrastunterscheid ich zwischen Beiden Optiken bei dieser Ortsfrequenz erkennen kann dann ist es die Differenz der beiden Werte die zählt und nicht die Relation welche Deine aufgeblasenen 0,23/0,37 = 0,62 ergibt.

Das ist aber für einen 100% Kontrast.
Machen wir die Rechnung für am Planeten praxisgerechte schwache Kontraste mit zb. 0,2 dann werden aus den 0,23 also 0,23*0,2= 0,046 und aus den 0,37 dann 0,37*0,2= 0,074 was einen Kontrastunterschied von 0,074-0,046 = 0,028 ergibt.

Und an diesen mickrigen 0,028 Unterschied willst Du Dich ernsthaft hochziehen?

Sorry aber hier ist Dir irgendwie der Bezug zur Praxis abhanden gekommen.
In Beiden Fällen wirst Du kaum mehr einen Kontrast wahrnehmen können und einen Unterschied zwischen beiden Optiken schon gar nicht.


Dabei frag ich mich noch ob vielleicht auch schon jemand ernsthaft darüber nachgedacht hat dass bei der ganzen MTF- und Kontrastphilosphie das helligkeitsabhängige Wahrnehmungsvermögen des Auges für Farbunterschiede gar nicht berücksichtigt wird. Nach meiner Einschätzung wäre dabei eine Reduzierung der Öffnung gemäß der Zmeck´ schen Formel eher kontraproduktiv.

Das kann man pauschal nicht sagen.
Es gibt für das Auge eine optimale Helligkeit ein, zu viel oder zu wenig mindert den visuell wahrnehmbaren Kontrast.
Am Mond ist es zb. normalerweise ein zu viel weshalb man hier ja sogar zwecks Kontraststeigerung einen Graufilter zum dämpfen der Helligkeit verwendet.

Auch die Wahrnehmbarkeit von SW- Kontrasten ist helligkeitsabhängig. Aber du hast mir ja jetzt beigebracht das derartige Überlegungen Erbsenzählerei gleichkommt. Vielen Dank für die Hilfe

Also bezüglich Helligkeit hatte ich bis zum oben stehenden Kommentar noch Garnichts gesagt und was Deine Erbsenzählerei bezüglich der am Planeten relevanten Unterschiede in der Kontrastübertragung anbelangt so scheint meine Hilfe wohl vergebliche Mühe gewesen zu sein.
Wenn Du aus mikrigen 0,028 Kontrastunterschied für am Planeten relevante schwache Kontraste in einer unsinnigen Rechnung beachtliche 0,62 zauberst und den Unterschied damit dramatisch aufbläst wirst Du natürlich auch weiterhin Erbsenzählen. :mauer:

Grüße Gerd
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Sven,

es gab mal einen Thread wo der Horst mit seinem EgdeHD fette Sterne hatte weil der Abstand falsch war und ihm beim Kauf niemand gesagt hatte dass man da drauf aufpassen muss:
http://forum.astronomie.de/phpapps/...6748/Re_Unscharfe_Sterne_am_EdgeHD#Post766748

deshalb hab ich das bei dieser Gelegenheit nachgeprüft. Horst lag am C8EHD ca. 100mm zu weit draussen, das hat sich doch ausgewirkt. Von daher würde ich mit 2" ZS und Binoansatz (auch etwa 100mm überm optimalen Fokuspunkt) mal Ausschau halten ob sich die Korrektur verändert hat, wenn ich so ein Gerät hätte.

lg Tommy
 
Hallo Gerd,
...Was interessiert ist das was vom Kontrast der vorn reinkommt noch hinten rauskommt und das sind einmal 0,37 und einmal 0,23 und das ist eine Differenz von 0,37-0,23 = 0,14!!!! Wenn ich wissen will welchen Kontrastunterscheid ich zwischen Beiden Optiken bei dieser Ortsfrequenz erkennen kann dann ist es die Differenz der beiden Werte die zählt und nicht die Relation welche Deine aufgeblasenen 0,23/0,37 = 0,62 ergibt...
Aha, so ist das also wenn man aus der Kontrastübertagung bei zwei verschiedenen Ortsfrequenzen den Kontrast berechnet. Das kannte ich bisher noch nicht. Aber ich bin dennoch fest der Meinung dass im obigen Beispiel die Kontrastübertragung für den Zmek- „Kontrastdurchmesser“ um den Faktor 0,62 kleiner ist als der für das obstruierte System und das man damit die Realität weit besser beschreibt als mit deiner Differenzformel.

Bleiben wir mal weiter beim Beispiel meines zweiten Diagramms weiter oben mit 75% Obstruktion. Da du dir ja das Diagramm so gründlich angeschaut hast wird dir wohl aufgefallen sein dass bei der normierten Ortsfrequenz nOF= 0,75 die Zmek-Kurve eine Kontrastübertragurn K(ü) von nahezu null anzeigt. Die Kurve für den obstruierten Durchmesser zeigt dann aber immer noch eine K(ü) = 0,18 an. Selbst wenn der Objektkontrast K(Obj) nur 0,30 betragen würde hätte man immer noch einen Bildkontrast

K(Bild) = K(Obj) x K(ü) = 0,18 x 0,30 = 0,054.

Ich behaupte derart geringe Bildkontraste kann ein gesundes Auge bei optimaler Helligkeit und angepasster Vergr. durchaus noch wahrnehmen.

Gehen wir eine Stufe weiter runter auf nOF = 0,70. Dann wird es echt spannend.Nach meiner Betrachtung wäre die Kontrastübertragung gemäß der Zmek-Kurve nur noch K(ü)= 0,03. Die des obstruierten Systems dagegen immerhin noch K(ü)= 0,22. Das wäre eine Minderung um den

Faktor 0,03/ 0,22= 0,13.

In Worten: Der Bildkontrast des Zmek „Kontrastdurchmessers“ beträgt hier nur noch 13% des Bildkontrastes bezogen auf das obstruierte System.

Nach deiner Rechnung wäre das ja nur ein Kontrastunterschied von 0,19. Aber ganz egal was nun richtig ist. Der Objektkontrast K(Obj) kann bekanntlich maximal = 1 sein. Dann hätte man bestenfalls noch

3% Bildkontrast gemäß „Kontrastdurchmesser“.

Da hört die Wahrnehmungsfähigkeit des Auges so ziemlich sicher auf und bei der nOF= 0,75 ist garantiert Ende der Fahnenstange für den „Kontrastdurchmesser“ bei 25% Obstruktion.
Das obstruierte System hat dann aber immer noch K(Ü) = 0,19. Selbst bei minderem Objektkontrast vom z. B. K(0bj) = 0,30 hätte man immer noch einen sehr wahrscheinlich wahrnehmbaren Bildkontrast

K(B) = K(obj) x 0,19 = 0,057.

Für das Beispiel mit 25% Obstruktion gilt für den Bereich ab nOF > O,75 nach meiner obigen Verhältnisformel glasklare Aussage:

Beispiel a) Der Bildkontrast der obstruktionsfreien Optik mit 75% „Kontrastdurchmesser“ wird hier gleich null.

Beispiel b) Wenn man mit typischen 37% Obstruktion von SCs o.ä. zu tun hat dann ist der Bildkontrast der obstruktionsfreien Optik mit 63% „Kontrastdurchmesser“ ab nOF> 0,63 gleich null.

Den Unterschied von Objekte sehen oder nicht sehen bei 25% oder mehr Öffnungsdifferenz finde ich schon dramatisch, besonders dann wenn man es schon öfters life und auch experimentell nachvollzogen hat. Ich weiß nicht so recht was du mit deiner Formel von der Kontrastdifferenz und dem wiederholten Vorwurf der Erbsenzählerei hier anstellen willst.

Gruß Kurt
 

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hallo,

eine Verständnisfrage: die MTF bezieht sich auf parallel laufende Linien welche als Untersuchungsobjekt dienen. Ist die höhere Auflösung welche stärker obstruierte Teleskope bei niedrigen Ortsfrequenzen im Vergleich zu unobstruierten zeigen, nicht ein Artefakt dieses Untersuchungsobjektes? Ich meine, der erste Beugungsring welcher dann ja eine "Beugungslinie" wird, ist da stärker ausgeprägt und wenn er sich mit der benachbarten Linie günstig überschneidet verstärkt er diese dann. Deshalb die höhere Auflösung.

Wir sprachen ja vorhin von den feinen Linien welche man bei höherer Obstruktion entlang stark kontrastiger Kanten sieht, zb bei Mondkraterrändern am Terminator. Dies ist eben der Effekt.

Wenn wir es aber nicht mit harten Kontrasten und Objekten die keine Linien sind zu tun haben, dann ist aber Pustekuchen mit höherer Auflösung, dann verschmiert es. Das wäre ja am Planeten generell der Fall, und Zmek wäre gerettet.

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

Jupiter : Mondschatten, schwarze (dunkle) und weiße Spots
Mars: fast komplett
Saturn : Cassini
Mond : Krater, Rillen
Sonne : Flecken (mit hellen Einschnürungen und Brücken), Penumbralinien, Granulation
........

Gruß
*entfernt*
 
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Hallo Kurt,

Aha, so ist das also wenn man aus der Kontrastübertagung bei zwei verschiedenen Ortsfrequenzen den Kontrast berechnet.
na ja die Ortsfrequenz ist schon in beiden Fällen die Gleiche, nicht von der Normierung auf 1 für die unterschiedlichen Öffnungen täuschen lassen.
Nehmen wir mal 200mm Öffnung für die obstruierte Optik an dann wären 1 bei 550nm bei
180/pi *3600*Lambda / D =180/pi*3600* 0,00055mm / 200mm = 0,567 Bogensekunden.
Wir haben die Werte bei der normierten Ortsfrequenz 0,5 für die obstruierte Optik hier im Beispiel 200mm abgelesen und sind damit bei einer Ortsfrequenz von 0,567“ / 0,5 = 1,13“
Da Du richtigerweise die Kurve für die kleinere Optik entsprechend geschoben hast lesen wir die Kontrastübertragung in beiden Fällen für eine Ortsfrequenz von 1,13“ ab wenn wir unterstellen das die obstruierte Optik 200mm Öffnung hat und die mit Kontrastdurchmesser dann dementsprechend 150mm.

Übrigens Rayleigh sagt ja das die Auflösungsgrenze der 200mm Öffnung bei 1,22*0,567“ also 0,69“ liegt bzw. auf 1 normiert bei 1/1,22 = 0,82 und da liest man ja noch eine Kontrastübertragung von 0,12 ab.
Nur mal so als Hinweis.

Aber ich bin dennoch fest der Meinung dass im obigen Beispiel die Kontrastübertragung für den Zmek- „Kontrastdurchmesser“ um den Faktor 0,62 kleiner ist als der für das obstruierte System

Wie schon geschrieben stimmt Deine Relation,trotzdem sind das in absoluten Zahlen 0,37 hier und 0,23 dort und damit ein Kontrastunterschied von 0,14

Bleiben wir mal weiter beim Beispiel meines zweiten Diagramms weiter oben mit 75% Obstruktion. Da du dir ja das Diagramm so gründlich angeschaut hast wird dir wohl aufgefallen sein dass bei der normierten Ortsfrequenz nOF= 0,75 die Zmek-Kurve eine Kontrastübertragurn K(ü) von nahezu null anzeigt. Die Kurve für den obstruierten Durchmesser zeigt dann aber immer noch eine K(ü) = 0,18 an. Selbst wenn der Objektkontrast K(Obj) nur 0,30 betragen würde hätte man immer noch einen Bildkontrast

K(Bild) = K(Obj) x K(ü) = 0,18 x 0,30 = 0,054.

Ich behaupte derart geringe Bildkontraste kann ein gesundes Auge bei optimaler Helligkeit und angepasster Vergr. durchaus noch wahrnehmen.

Das Problem ist das Du Dich beharrlich der Gültigkeitsbeschränkung des Kontrastdurchmesser nach Zmek auf schwache Kontraste (20% und weniger) verweigerst und hier einfach mal mit 30 % rechnest.
So kommen wir natürlich nicht zu einem vernünftigen Ergebnis.

Ich behaupte die korrekten maximal 0,036 sind kaum mehr wahrzunehmen.

Und wie ich lese scheinst Du ja auch der Meinung zu sein das bei 0,03 so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht wird.


3% Bildkontrast gemäß „Kontrastdurchmesser“.

Da hört die Wahrnehmungsfähigkeit des Auges so ziemlich sicher auf
Somit bestätigst Du im Prinzip das Zmek für Objektkontraste bis 0,2 korrekt ist.
Nur Dein beharrliches ignorieren dieser Gültigkeitsbeschränkung ist der Hauptgrund unserer Meinungsverschiedenheit.

Und noch was zum Objektkontrast am Planeten.

ich weiß nicht genau was da sonst noch geschrieben steht aber obiges halte ich für eine ziemlich willkürliche Festlegung. Die gilt in jeden Fall nur bei der rundherum blütenweissen Venus , bei Mars nur dann wenn er sich gerade in eine globale Staubwolke hüllt

Ich weiß ja nicht was Du für einen Mars beobachtest aber der der an meinem Himmel zu finden ist hat bis auf die Polkappen die sich in der Tat recht Kontrastrech vom Rest des Planeten absetzen schwächerre Oberflächenkontraste.

Das kannst Du nicht mit den härteren Kontrasten am Mondterminator vergleichen.
Der Vollmond zeigt auch wesentlich schwächere Kontraste.
Diese Situation haben wir auch auf dem Mars, Strukturen sind hier durch Unterschiede in der Albedo der Planetenoberfläche erkennbar.
Die weißen Polkappen setzen sich wie schon gesagt gut ab aber ansonsten sind es relativ zarte Kontraste die im Schnitt eher um die 20% liegen dürften als darüber.

Grüße Gerd
 
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Hallo Gerd, liebe Mitleser,

...na ja die Ortsfrequenz ist schon in beiden Fällen die Gleiche, nicht von der Normierung auf 1 für die unterschiedlichen Öffnungen täuschen lassen…
Zum allgemeinen Verständnis ist das OK. Aber das musst du mir nicht beibringen :). In meinen bereits zitierten Berichten hab ich deshalb auch lieber mit der Skalierung der Abszisse in Bogensekunden gearbeitet. Das macht z.B. auch „openfringe“ so.

…Wie schon geschrieben stimmt Deine Relation,trotzdem sind das in absoluten Zahlen 0,37 hier und 0,23 dort und damit ein Kontrastunterschied von 0,14…
Ja, aber man kann mit dem Kontrastunterschied nicht allzu viel anfangen. Bei obigem Beispiel für die normierte Ortsfrequenz von 0,5 (bezogen auf den größeren Durchmesser) hast du für beide Systeme noch eine merkliche Kontrastübertragung, dh. man sieht noch Details, sofern deren Objektkontrast hoch genug ist. Wenn du aber auf normierte Ortsfrequenz von ca. 0,80 gehst dann hast du ebenfalls Kontrastdifferenz von 0,14. Aber mit der kleineren Öffnung sieht man dann garantiert gar keine Details, eben weil die Kontrastübertagung hier = 0 ist.

…Übrigens Rayleigh sagt ja das die Auflösungsgrenze der 200mm Öffnung bei 1,22*0,567“ also 0,69“ liegt bzw. auf 1 normiert bei 1/1,22 = 0,82 und da liest man ja noch eine Kontrastübertragung von 0,12 ab.
Nur mal so als Hinweis….
Vielen Dank für den Hinweis. Den möchte ich vervollständigen: Das Rayleigh-Kriterium ist eine Definition für die Auflösung von gleich hellen Doppelsternen. Dabei wird ein Doppelstern als getrennt definiert wenn der Helligkeitsabfall der sich berührenden Beugungsscheibchen = 1/Wurzel2 =0,707… beträgt. Mit MTF unter des Annahme eines Sinusgitters als Testobjekt hat das ganix zu tun.

…Das Problem ist das Du Dich beharrlich der Gültigkeitsbeschränkung des Kontrastdurchmesser nach Zmek auf schwache Kontraste (20% und weniger) verweigerst und hier einfach mal mit 30 % rechnest So kommen wir natürlich nicht zu einem vernünftigen Ergebnis….
Hab mir dank des Links von Tommy die Zmek – Aktikel in S&T zweimal gründlich durchgelesen. Da behauptet er ohne Quellenangabe die Kontrastschwelle des menschlichen Auges läge ungefähr bei Kontrast < 0,1. Das ist nachweislich Unsinn. Weiter behauptet er der Kontrast bei Planetenscheiben läge bei 0,20 und führt ausgerechnet Mars als Beispiel auf. Auch das ist nachweislich falsch. Dann konstruiert unter diesen Annahmen eine Grafik mit 40% Obstruktion. Letzteres kommt aber nur in die Nähe von SC s o.ä. gilt aber praktisch nie bei Newtons. Mit 2x falschen und 1x nur bedingt richtigen Annahmen kann man keine brauchbare Näherungsgleichung auf aufstellen. In seinem Beispiel passt die Näherung dann auch nur bis zur normierten Ortsfrequenz 0,3. Aber das hab ich ja schon mit meiner letzten „Aberrator“ – Simulation demonstriert.

…Die weißen Polkappen setzen sich wie schon gesagt gut ab aber ansonsten sind es relativ zarte Kontraste die im Schnitt eher um die 20% liegen dürften als darüber….
Einen engagierten Planetenbeobacher interessieren doch nicht nur die Kontraste die im Schnitt um die 20% liegen (wenn das denn überhaupt stimmt mit dem Schnitt), sondern auch ganz wesnntlich um die speziellen, feinen Strukturen mit höherem Kontrast. Diesbezüglich kann z.B. jeder gute 8“ Newton oder SC-typ garantiert mehr als ein Refraktor oder Schiefspiegler mit 5“ bis 6“ „Kontrastdurchmesser“. Und die ausgedehnten Strukturen mit Kontrasten im Schnitt 20% sieht man mit einem 25% obstruierten Newton sogar einen Tick kontrastreicher als mit 6" "Kontrastdurchmesser". Für Planetenfotografie hat man mit dem größeren obstruierten Öffnungen garantiert bessere Karten als mit dem jeweiligen "Kontrastdurchmessern". Aus diesen Gründen halte ich die Lehre vom „Kontrastdurchmesser“ für völlig überflüssig und falsch bis irreführend. Sie wird wie Sven schon angesprochen hat nur allzu gerne aus Marketingargument zur Verkaufsförderung von Refraktoren missbraucht. Letzteres kann man allerdings nicht dem William Zmek anlasten.

Gruß Kurt
 
@ Andreas,

noch mal zurück zur Auswahl eines Reiseteleskops. Dazu eine kleine Story. Vor einigen Jahren war ich mit 4 Freunden auf La Palma. Wir hatten meinen voll parallaktisch montierten 12“ f/15 echt- Cassegrain und einen 12“ f/5,5 Traveldob von Ulli Vedder im Gepäck. Dieser wurde bei weiten lieber genutzt als das Cassi. Hauptgrund: schnelleres Auffinden von DS- Objekten dazu bei Bedarf mit ca. 3x größerem realen Gesichtsfeld.

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Kurt,

der Kontrast am Mars ist ja wissenschaftlich erforscht, zB:
http://articles.adsabs.harvard.edu/...=0&data_type=GIF&type=SCREEN_VIEW&classic=YES

Also 0,28 im Roten wenn man mit #21 Filter guckt, im Blauen weniger, die 20% halte ich dann doch für gar keinen schlechten Durchschnittswert. Wie lautet dein Nachweis? Wo sollen am Mars denn spezielle feinere höherkontrastige Strukturen zu finden sein? Oder am Jupiter? Die gibts doch nur am Saturn bei der Cassiniteilung, und da gelten spezielle Wahnehmbarkeitsgesetze.

Harrie Rutten gibt in Kapitel 18.7 von "Telescope Optics" eine interssante Analyse des Verhaltens der Obstruktion, wenn man die vorhandene Lichtstärke berücksichtigt. Das Auge hat ja eine unterschiedliche Kontrastschwelle je nachdem viel oder wenig Licht vorhanden ist. Dies wird in der Diskussion hier bisher gar nicht berücksichtigt.

Harrie legt dar, dass bei hochkontrastigen Objekten wie Doppelsternen die obstruierte Öffnung feiner auflösen kann (bei extrem guten Seeing), bei niedrigkontrastigen (Planetenoberfläche) jedoch die unobstruierte Öffnung. Achtung der Vergleich erfolgte bei gleich grossen Öffnungen!

Harrie trägt in der MTF Darstellung Auflösung in Linienpaaren gegen Kontrast auf und zeigt zwei Fälle, einen mit 100% und einen mit 10% inhärentem Kontrast, jeweils für 0% und 40% Obstruktion sowie hellem und schwachem Licht. Auch die Kontrastschwellen für jeweils ein hell und ein schwach erleuchtetes Objekt sind als Linien eingezeichnet. Für ein hell erleuchtetes Objekt sind folgende Auflösungen abzulesen: Bei 100% Kontrast 155 (0% Obstruktion), und 165 Linien (40% Obstruktion). Bei 10% Kontrast 100 Linien (0% Obstruktion) und 65 Linien (40% Obstruktion).

Wie sich das unter Einbeziehung der unterschiedlichen Öffnung auswirkt, ist hier nicht explizit untersucht worden. Die Faustformel von Zmek bezieht das aber meiner Meinung nach ein, ich habe sie am Vergleich 150mm f/6 Newton mit 33mm Obstruktion zu 150mm SC mit 50mm Obstruktion und 120mm Apo gut bestätigt gefunden. Der Newton hat das hellere Planetenbild, aber man sieht etwa gleich viel Details wie am Apo.

William Zmek, wie auch Suiter der ihn und seine Formel ausdrücklich zitiert, verwenden den Kontrastdurchmesser um zu zeigen dass ein obstruiertes Teleskop das entsprechend mehr Öffnung hat mit einem kleineren unobstruierten mithalten kann, also als Argument FÜR den Spiegel. Ich kann nicht nachvollziehen wie man das als "Verkaufsförderung" für Refraktoren gebrauchen könnte, wie du hier öfters meinst. Zudem der grössere Spiegel bei Deepsky auf jeden Fall die Nase vorn hat.

Könnte bitte jemand was zu meiner vorigen Verständnisfrage sagen?

lg Tommy
 

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Hallo Leute,

mir wurde von einem Leser berichtet, dass meine Antwort auf Tommy durch seine Plausibilitätskontrolle gefallen sei.
Also gut.

Zunächst mal ging es ja um einen Schiefspiegler für Reisezwecke und nicht ganz zu unrecht wurde darauf hingewiesen, dass dieses nicht so leicht zu beherrschende Konzept dazu nicht unbedingt erste Wahl ist. Da ohnehin ein Dobson im Plan steht, ist der Hinweis auf einen vorteilhaften, guten, „normalen“ Newton die logische Konsequenz aber wir mussten erfahren, dass diese Logik nicht jedermanns Sache ist.
Man hatte sie zwar selbst mal an anderer Stelle gebracht, aber hier sagen das einfach die falschen Leute.
Daran ändert auch die sachgerechte Darstellung von verschiedenen hier relevanten Obstruktionsgrößen und deren Einflüsse durch Kurt wenig, nein sie führt wieder einmal da hin, dass die Eskalation voranschreitet.
Damit ist der Thread, wie ich schon früh anmerkte, im Eimer, denn die Darstellung von gängigen Obstruktionswerten (15 - 25%), die ein 8“ f/8 Newton oder auch eine reisetauglichere f/6 oder f/5 Variante einbringen würde, reicht nicht, da muss auf allem rumgehackt werden, was sich passend gemacht wird, vor allen Dingen muss man dem Sven schreiben, dass er Unsinn schreibt ohne Sinn erfassend zu lesen was er schreibt und der „Fraktion“ beibringen, dass handelsübliche Newtons ja immer über 25% Obstruktion liegen. Dann kommt auch dieser Herr Zmek noch ins Spiel, denn der hat ja eine zumindest in Teilen fragwürdige Faustformel geschrieben die man gerne als unumstößliches Gesetz hinstellt. Damit tut man zwar dem Manne schon unrecht, weil man seine Hinweise für deren Anwendung unterschlägt, aber man kann wunderbar sein Feuerchen damit schüren, das wärmt auch andere, wie der Fortgang des Threads beweist.
Der Hinweis, dass man sich das als Teleskopbesitzer ansehen kann, dass man mit verschiedenen künstlichen Obstruktionen auf obstruktionslosen Teleskopen Versuche machen kann, was denn da nun sichtbar wird, verhallt nutzlos und wird zum unsachlichen Zwischenruf abqualifiziert.
Nun gut, man hat es geschafft, es geht nicht mehr um moderat obstruierte Newtons oder Schiefspiegler, die MTF ist jetzt der Aufhänger, Zmek ein schützenswertes Opfer und da braucht man nun Mal 0% kontra 36% Obstruktion um augenfällige Auswirkungen auf Kurven und Beobachtung zu diskutieren.
Ich sage ja immer, dann gebt dem Newton doch 1“ mehr Öffnung, aber was macht man mit einem SC? Von daher ist der Weg von Kurt, das nicht obstruierte Teleskop entsprechend in der Öffnung zu mindern durchaus sinnvoll. Er zeigt dann auch auf, dass es nicht gut ausgeht, wenn man Zmek allzu unkritisch übernimmt und sich dazu noch schöner rechnen möchte. Das passt schlicht nicht zur Praxis, also zu dem was man am Teleskop sieht. Kurt bringt wieder einmal Theorie und beobachtbare Praxis zur Deckung. Was als prächtige Argumentationshilfe herhalten sollte, verkehrt sich demnach bei Übertreibung schnell ins Gegenteil. Um das nun abzumildern, muss man einfach anders rechnen und Ortsfrequenzen gewichten, da blicken eh die Wenigsten durch, also kommt es auf die durchsetzungsfreudigste Darstellung an, so könnte man wenigstens glauben. Immerhin wird zwischenzeitlich immer wieder aufkommender, sachlicher Nüchternheit, um die sich z.B. auch Tommy bemüht, ebenso stramm wie haltlos entgegen getreten.
Meine Detailbeispiele als Antwort zu dem Beitrag von Tommy wirken nur deshalb etwas „haltlos“, weil man sich m.E. inzwischen in wenig praxisrelevante Betrachtungen verliert und Tommy versucht, den Praxisbezug herzustellen.
Wenn ich auf solche Details aus bin, dann nehme ich ein unobstruiertes Teleskop, oder einen visuell optimierten Newton, aber keinesfalls ein SC, außer es hat einen ordentlichen Öffnungsüberschuss oder praktische Erwägungen (örtliche Gegebenheiten) zwingen mich dazu. Basta!
Genau darauf wird aber nach der gelungenen Zweckentfremdung des Threads herumgeritten bis die Schindmähre endlich zusammenbricht und natürlich wird ohnehin vorwerfbar falsch gerechnet oder zumindest falsch interpretiert. Mit diesem Vorwurf macht man ganz bestimmt nichts falsch, denn es geht ja um Fraktionszwänge die man auch durchs Teleskop sieht.

Damit bin ich wieder bei meinen Beispieldetails, denn wenn man sich visuell tatsächlich auf die 36/37% eines SC einlässt, dann sieht man spätestens nahe der teleskopbedingten Auflösungsgrenze den Matsch, auch wenn das Teleskop in Ordnung ist, so wie bei Tommy der Fall.
Ich weiß wovon ich rede, denn ich habe einen 150mm Newtonspiegel der mit einem 53 mm FS bedient wird, weil dieser FS im anderen Fall auch einen 300 mm Newtonspiegel bedienen muss. Das ist das einzige von den typischen Problemen eines SC welches dieser 150er Spiegel hat. Kein Thermostau, kein HS-Shifting, keine wechselnden Brennweiten beim Fokussieren und so weiter.
Da kann ich meinen 150/900er Newton daneben stellen der mit einem 37er FS auskommt und der Unterschied ist allein dadurch eklatant. In so einem direkten Vergleich wird klar, dass ein sehr guter 150er Spiegel allein durch 35% Obstruktion sichtbar nicht für hohe Vergrößerungen zu gebrauchen ist während ein ebenso guter 150er Spiegel mit knapp 25% sehr gut dafür taugt.
Nicht nur die genannten Details werden deutlich kontrast- und strukturreicher, da kann ich Tommy nur wieder bestätigen. Ich liege immer noch bei 25% Obstruktion und doch bestätige ich Tommy wieder indem ich sage, dass da schon z.B. ein 5“ Vollapo her muss, also sehr gute unobstruierte 5“ Öffnung um vergleichbare Abbildung zu liefern. Ein 4“ Apo langt, wie ich weiß, nicht.

Man möge mir nachsehen, dass ich aufgrund dieser eigenen Erfahrungen versuche, die Entwicklung dieses Threads zur Debatte über die richtige Aufrechnung und Gewichtung von Null Obstruktion gegen hoch obstruierte Systeme etwas zu stören, zumal man dem Leser nach der vollzogenen Wendung ja verschweigt von wie viel Obstruktion man spricht und schreibt.

Interessanter und auch näher am Thread wären für mich mal Überlegungen, wie das denn für einen 8-Zöller bei durchaus möglichen 15% oder moderaten 20% Obstruktion aussieht.
Sehen wird da sehr schwer, wie ich durch Beobachtungen an mehreren guten 8“ Newtons (auch an meinem Ex) feststellen konnte. Lohnt da noch die Rechnerei?
Gibt es eventuell sogar eine Art Grenze die eventuell mit unserem Visus zusammenhängt anhand der sich sinnvoll erklären lässt, warum der Unterschied von z.B. 35% Obstruktion zu 25% so gravierend auffällt, während sich selbst versierte Beobachter bei 15% zu 0% sehr schwer tun?
Wie ist das eigentlich? Wir gehen ja bei solchen theoretischen Erwägungen immer ans Limit, also in den Bereich der maximalen Auflösung. Ich sehe den Unterschied bei der Beobachtung zwischen 35% und 25% Obstruktion bei geringer und mittlerer Vergrößerung ziemlich unkritisch bis kaum vorhanden, er wird erst bei hoher Vergrößerung bedeutsam. Die Erwartung genau dieses Ergebnis zu erreichen wurde durch Beobachtungen und Kurt (an anderer Stelle) genährt, führte zu der Entscheidung einen 6“ (Weitfeld)Spiegel in ein 12“ Teleskop zu integrieren und hat sich in der Beobachtungspraxis voll bestätigt.
Kürzlich beobachtete ich mit Anderen wieder mal, dass schlechtes Seeing sich sowohl am 72er ED also auch am 6“ f/6 Newton und am 10“ F/5 Newton gleichermaßen verheerend auf Jupiter auswirkte. Der kleine Refraktor zeigte nicht mal die Bänder, das konnten die größeren Telskope immerhin. Als das Seeing besser wurde konnte man zwar mit dem 10er und dem 6er immer noch nicht höchste Vergrößerungen anlegen aber auch schon deutlich unterhalb davon zeigte sich der 10-Zöller leicht im Vorteil.
Wenn man die Meinungen in manchen Threads so liest, dürfte man so etwas nicht beobachten.

Mein MTF-Schlüssel für die Praxis ist relativ einfach gestrickt und völlig ausreichend um zu einem guten obstruierten Teleskop für die praktische visuelle Beobachtung zu gelangen:
Obstruktion verursacht die Verkleinerung des zentralen Beugungsscheibchens, was manche Detailerkennung erleichtert.
Obstruktion mindert andererseits den Kontrast auf die volle Öffnung bezogen, was manche Detailerkennung erschwert.
Es gilt, den richtigen Kompromiss zu finden und der liegt bei einer Fangspiegelgröße die ausreichende Ausleuchtung der vollen Öffnung gewährleistet, ein Näherungswert für diese Entscheidung liegt m.E. bei 70/75% am Rand.
Damit kommt man für 2“ Zubehör gerechnet bei kleinen Newtons kaum unter 25%, ab 6“ f/6 aufwärts schon und dann auch sehr schnell auf 20% oder noch deutlich darunter.
Man braucht also eine gute, nicht allzu kleine Optik, eine (justier)stabile Mechanik, einen thermisch beherrschbaren Tubusaufbau mit Auslegung auf geringe Obstruktion (flacher OAZ pp) und passendes Zubehör.
Die optimale Zusammenstellung guter Zutaten ist in jedem Fall wichtig, denn auch so simple MTF-Schlüssel erschließen nicht nur Obstruktionseinflüsse sondern auch grundsätzliche gegebene Optikqualität, Dejustage und Koma, Korrekturzustände und Farbfehler bezüglich ihrer praktischen Auswirkungen bei der Beobachtung.
Es ist fast schon unnötig zu erwähnen, dass Kurt in jahrelanger Arbeit auch hierzu Rechnungen und MTF-Kurven geliefert hat und weiterhin liefert die hervorragend zu diesbezüglichen Beobachtungsergebnissen passen.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo Günther,

also am Mars haben wir keine hochkontrastige Situation zwischen den "Kontinenten" und "Meeren", wie oben dokumentiert sind die Kontraste in der Gegend von 25% und darunter. Dazu genügt es auch sich ein Rohvideo von Youtube anzugucken und einen Screenshot in Photoshop mit der Pipette auszumessen, zB:
http://www.youtube.com/watch?v=FoNOYvU-8o4

Hier Luminanz 155 am "Kontinent" zu 188 im "Meer" daneben - das ist aber natürlich keine photometrische Messung, obwohl die Kamera in diesem Bereich recht linear aufzeichnen dürfte, sondern kann nur als anschaulicher Richtwert dienen.

Deine Berichte zum visuellen Auflösungsvermögen finde ich alle sehr plausibel!

Am Jupiter haben wir auch keine hochkonrastige Situation, ausgenommen Mondschatten wie du sagst, hier mal ein eigenes Video mit 10" Newton von mir:
http://www.vibes.co.at/images/jup2010_5_sampleDivX.avi

Erst durch Bildbearbeitung wird daraus:
Link zur Grafik: https://lh4.googleusercontent.com/-Vt1AE2xRLxw/TM3AnKGu7mI/AAAAAAAABio/ytZUpLJxMS4/s605/Jupiter_Ganymed_20100922_10N_Registax.jpg

Kurt vertritt hier ja die Meinung, dass mit hoher Obstruktion mehr am Planeten sichtbar ist als mit dem entsprechenden "Kontrastdurchmesser" nach Zmek, eben wegen der höheren Auflösung welche in der MTF bei höheren Ortsfrequenzen sichtbar ist. Das habe ich bei meinen Vergleichen nicht gesehen. Da ich ihn sehr schätze diskutier ich das sehr gerne mit ihm. Und auch mit Gerd den ich auch hoch schätze. Um so bedauerlicher wenn es manchmal nicht recht sachlich zugeht!

lg Tommy
 
Hallo Tommy,

ist ja schon recht, nur lese ich das was Kurt vertritt anders. Er vertritt m.E. dass man diese Faustformel nicht so gesetzmäßig anwenden und hinstellen sollte wie es gerne getan wird.
Gleich gar nicht darf man sie pauschalierend auf Obstruktion anwenden, man muss schon extreme Obstruktionswerte ansetzen, damit es halbwegs hinhaut.
In Deinem Vergleich schreibst Du, dass das Bild im entsprechend kleineren Refraktor dunkler war als im Newton (er immer noch nicht näher spezifiziert ist).
Ich gehe von gleicher Vergrößerung aus.
Warst Du dabei für den Refraktor am Auflösungslimit hätte der Newton noch Auflösungs- und Lichtreserven gehabt.
Warst Du bei keinem Teleskop am Limit hast Du auch nichts bewiesen.
Bist Du bei Beiden ans Limit gegangen hast Du unterschiedliche Vergrößerung, Auflösung und auch unterschiedliche Seeingeinflüsse.

Kurt hat sich durch die ständigen Einsprüche viel zu weit vom Thema und dann auch noch von der Praxisrelevanz der aufgedrängten Diskussion wegtreiben lassen.
Meine Anmerkungen zu Deinen schon gut dokumentierten Ergebnissen, die sich ja nicht groß von meinen Beobachtungen unterscheiden, zeigen ohne Anspruch auf Vollständigkeit auf, wie transparent man solche Aussagen machen muss, wenn man sich damit ans Eingemachte der Theorie zur Beobachtung begibt.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Tommy,
...also am Mars haben wir keine hochkontrastige Situation zwischen den "Kontinenten" und "Meeren", wie oben dokumentiert sind die Kontraste in der Gegend von 25% und darunter. Dazu genügt es auch sich ein Rohvideo von Youtube anzugucken und einen Screenshot in Photoshop mit der Pipette auszumessen, zB:…
...

Da begehst du nach meiner Vorstellung einen Trugschluss. Das prächtige Jupiterbild gibt doch das Ergebnis hinter dem Teleskop wieder und nicht den Objektkontrast der feinen Details! Dazu bräuchte man zum Vergleich schon so etwas wie "normale" Hubble-Fotos vom Planeten sowie solche die mit „Kontrastdurchmesser“ unter exaktgenau gleichen Bedingungen aufgenommen worden sind. Dann hängt es auch noch von der Öffnung ab in welchen normierten Ortsfrequenzbereich diese Details fallen.

Für weniger Sachkundige scheint mir die normierte Darstellung lt. "Aberrator" besonders irreführend zu sein. Ich bin aber meinen meinen Beispielen dabei geblieben weil "Aberrator allgemein bekannt und daher am ehesten nachvollziehbar ist.

Noch etwas zum „duchschnittlichen“ Kontrast des Planeten. Der scheint mir völlig nichtssagend wenn es um die Wahrnehmbarkeit von einzelnen Details geht. Auf Mars gibt es z.B. die jahreszeitliche Erscheinung dass eine der Polkappen in einzelne Inseln zerfällt. Dann hat man garantiert hohen Objektkontrast, den man nach der Zmek-Lehre herausnehmen müsste, oder :cool:
...Kurt vertritt hier ja die Meinung, dass mit hoher Obstruktion mehr am Planeten sichtbar ist als mit dem entsprechenden "Kontrastdurchmesser" nach Zmek, eben wegen der höheren Auflösung welche in der MTF bei höheren Ortsfrequenzen sichtbar ist....
Weil bei hoher Obstruktion der "K-Durchmesser" nach Zmek relativ mickrig ausfällt hat man mit der größeren Öffnung auch noch Kontrastübertragung wo die des "K-Durchmessers" bereits null ist. Die Anhebung durch die Obstruktion ist hier nur eine Zugabe und nicht der Haupteffekt.
...Könnte bitte jemand was zu meiner vorigen Verständnisfrage sagen? ....
Die Frage finde ich interessant. Sie passt wohl besser in
http://forum.astronomie.de/phpapps/...86/Die_Modulationsubertragungsfun#Post1003886
Vielleicht gibt uns dort Peter die Antwort, aber meinetwegen auch hier.

Ich hab hier von diesem Thread eigentlich genug.

Gruß Kurt
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
hallo Kurt,

ok danke lassen wir's hier bei dem bewenden was da steht. Es zerfranst sich - natürlich kann ich nur das messen was hinterm Teleskop zu sehen ist, sonst müsste ich ja hinfliegen und vor Ort messen. Auch Hubble hat ne Optik die irgendwas mit dem Kontrast anstellt. Ich stiime zu: Eine Faustformel ist eine Faustformel und kein Naturgesetz, und es ist gut die Grenzen der Faustformel zu kennen.

K-Durchmesser zeigt Null und die obstruierte Optik immer noch was: Ich hab ein 250mm RC mit 115mm Obstruktion, das werd ich auf deine Anregung hin nun ein paar Mal gegen meinen 130mm Apo antreten lassen welcher mehr am Planeten zeigt. Da müsste es ja ganz deutlich sein. Obwohl diesbezüglich skeptisch, ich will doch nichts verpassen, wenn du auf etwas aufmerksam machst! :cool:

Wie gesagt, es kommt darauf an wieviel Licht vorhanden ist - dass mein C5 den 90/600 Apo bei Tagbeobachtung sonnenbeschienener rissiger Lackflecken gnadenlos versemmelt das weiss ich. Am Planeten ist das aber nicht so.

Günther, der Newt steht eh schon da mit 150 f/6 und 33mm FS.
Ich habe alles probiert um beim jeweiligen Instrument die besten Details rauszukitzeln, unterschiedliche Vergrösserung, gleiche Vergrösserung, alle möglichen Varianten. Drum hab ich ganz allgemein geschrieben "man sieht gleich viele Details", weil ich keine Möglichkeit gefunden habe mehr Details rauszukitzeln. Sonst hätt ich das ja sagen müssen.

Die Verständnisfrage stell ich dann drüben.

lg Tommy
 
Hallo Leute!

Mensch Leute! Eine Faustformel ist eine Faustformel! Sie dient dem groben Überschlag, sodass man eine ungefähre Orientierung hat. Niemand behauptet sie wäre ein Naturgesetz. Es besteht also kein Grund sich daran hochzuziehen, sie also zu widerlegen zu versuchen oder sie über zu bewerten!



CS,
Christian
 
Hallo Christian,

ich möchte Dir da widersprechen. Eine Faustformel wird man anwenden, wenn man eine grobe Einschätzung haben möchte, ohne dass man den Aufwand für eine genaue Einschätzung betreiben will. Ich will es mal drastisch ausdrücken, also auf die Hühneraugen treten: Wenn man außer der Faustformel weder Wissen noch Erfahrung hat, um diese einschätzen zu können, dann wendet man sie also dumm an und ist somit vor dummen Fehlern nicht gefeit.
Es kann also nichts weiter als hilfreich sein, das Kurt (ohne dass dies angezweifelt wird) darauf hinweist, dass die Faustformel in einigen wesentlichen Teilen sichtbar falsch liegt. Er hat hier sehr gut dargelegt, warum zur Faustformel Kontrastdurchmesser immer der Hinweis gehört, dass Details mit großem Kontrast immer von der größeren Öffnung profitieren. Außerdem sollte man sich auch unbedingt vor Augen führen, dass Beispielrechnungen gerne von sehr starker Obstruktion ausgehen. Ich verweise mal auf die 40%. Diese 40% betreffen nur sehr spezielle Teleskope, eben die kompakten SCs oder aber z.B. einen 200/800 Foto-Newton. Das sind keine Planetenteleskope!!! Schon mein 300/1200 Newton kommt mit fotografischem Fangspiegel auf 27% Obstruktion, würde also visuell ausgelegt noch unter 25% liegen. Die Einschätzung, dass 15% und weniger Obstruktion selbst im direkten Vergleich kaum erkennbar werden, stellt da sozusagen die Untergrenze dar.

Somit will ich Deiner Aussage mal was entgegensetzen: Was hilft mir eine Faustformel, die für nur einige wenige ganz spezielle Teleskopbauarten wirklich taugt??? Und die dann noch auf ganz schwache Kontraste ausgelegt ist, die also bei harten Kontrasten definitiv völlig versagt???

Sie hat zur Zeit ihrer Publizierung einen hohen Stellenwert gehabt, da seinerzeit SCs deutlich populärer, ja in manchen Situationen alternativlos waren. Insofern hat ihre Publizierung ihre Berechtigung gehabt. Aber so wie sie heute gerne pauschal angewandt wird, braucht man sie nicht zu widerlegen, weil Zmek selber sie offensichtlich niemals als dafür passend ausgegeben hat. Und hier bin ich wieder bei den Hühneraugen: Die Formel wird eben gern von Leuten angewandt, die ihren Geltungsbereich nicht kennen. Ich finde das konnte der Thread gut beleuchten.
Wer den Thread verfolgt hat, sollte nicht mehr auf den Gedanken kommen, einen 20% obstruierten Newton mit ihrer Hilfe auf einen bunten Achromaten zu reduzieren.

Clear Skies
Sven
 
hallo Sven,

da in dieser Diskussion die Rolle der vorhandenen Lichtmenge keine Rolle spielt, meine ich dass wahrscheinlich Wesentliches hier gar nicht diskutiert wurde. Guck mal in "Telescope Optics" Fig. 18.8 bezüglich harter und weicher Kontraste und dann diskutieren wir das in Ruhe aus. Ich mach meine Vergleiche zwischen 250mm RC 46% Obstruktion und 130mm Apo am Planeten und Mond. Schaun wir mal wie das aussieht.

SCs und Maks sind sehr verbreitete Teleskope die gern und viel zur Planetenbeobachtung eingetzt werden.

Ich hatte letztens Gelegenheit die Farbenpracht eines 150mm f/8 Achros zu dokumentieren. Nie würde ich das für Planeten empfehlen!

lg Tommy
 

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