Hallo zusammen,
Deine Motivation den Ursachen für das Rauschmuster auf den Grund zu gehen ist natürlich sehr löblich, ich vermute nur, dass du da nicht weiter kommen wirst als tausende Astrofotografen weltweit vor dir, die seit ca. 15 Jahren immer wieder mit der Problematik konfrontiert werden. Ohne dein Wissen schmälern zu wollen, und dir die Motivation zu rauben, aber da haben sich andere berufene Astrofotografen auch schon dran versucht. Immer mit dem gleichen Ergebnis, nämlich dass das dithern hier Abhilfe schafft. Aber wer weiss...
Was das Flat angeht, bin ich mir ziemlich sicher, dass das nicht das Problem ist. Was die Darks angeht, sehe ich da schon eher einen möglichen Zusammenhang. Denn empirisch bewiesen ist, dass schlechte Darks das Problem eher verschlimmern. Im Umkehrschluss könnte man also denken dass "gute" Darks das Problem verbessern könnten. Nun ist es aber ja bekannt, dass es extrem schwer ist mit einer DSLR reproduzierbare Darks zu erstellen. Auch da haben sich, seit dem DSLRs in der Astrofotografie verwendet werden, tausende Astrofotografen weltweit die Zähne dran ausgebissen. Mit dem Resultat, dass es heute gängige Praxis ist die Darks ganz weg zu lassen. Es gibt hunderte sehr beeindruckende DSLR Aufnahmen die mit diesen beiden Vorgehensweisen erstellt wurden.
Also denke ich im ersten Schritt müsste eine Methode gefunden werden reproduzierbare Darks zu erstellen. Das würde sicherlich sehr viele Astrofotografen interessieren. Darüber hinaus wäre es sehr interessant falls sich da neue Erkenntnisse auftun, was die Ursachen des Rauschens angeht. Lass es uns wissen wenn du eine Alternative gefunden hast.
Das dithern hat übrigens ja noch andere Vorteile. Übrigens wurde es hier im Forum sehr publik gemacht von einem Berufsastronomen. Dieser riet schon vor mehr als 10 Jahren die Aufnahmen zu dithern. Auch bei Astrofotografen die mit gekühlten CCDs arbeiten ist das die gängige Praxis (lese ich oft in Papers bei der Objektrecherche). Die Begründung sind statische Rauschmuster die man durch die Anwendung von Flats und Darks ins Bild introduziert (sog. Kalibrationsrauschen). Ausserdem ist es nötig zu dithern falls man seine Aufnahmen resamplen will (z.Bsp. Drizzling).
Dass du Probleme mit dem dithern hast, tut mir leid zu hören. Bei mir dauert es ca. 10s.bei einer Schrittweite von 5px. Ich finde auch immer einen Leitstern am OAG dank der empfindlichen Lodestar (Mit der ASI120, ALccd 5II oder dem MGEN dürfte es auch keine Probleme geben). Nur bei Kameras wo sich der OAG bzw, der Nachführchip hinter dem Filterrad befindet (z.Bsp. STL11000) kann es problematisch werden, vor allem wenn man mit Schmalbandfiltern arbeitet. Und natürlich bei weniger empfindlichen Nachführkameras.
Der größte Nachteil des dithern liegt m.E. im Beschnitt. Da verliert man am Rand natürlich schon mal ein paar Pixel. Wenn man natürlich so stark dithern will um auch Staubkringel raus zu bekommen, muss man ja schon im Bereich von 100px arbeiten

Da empfiehlt es sich doch eher bessere Flats zu machen

Dass es bei sehr kurzen Belichtungszeiten problematisch ist zu dithern da nicht zielführend, ist ja nachvollziehbar. Das muss jeder für sich entscheiden.
So, das nächste Video muss gemacht werden.
CS Frank