Hallo,
da ich immer noch überlege, mir so ein Seestar anzuschaffen, hatte ich mir hier mehr Infos und Hinweise zum Gebrauch gewünscht. Insofern finde ich die ständigen Debatten über Alternativen, Vergleiche mit herkömmlicher Ausrüstung, Preisvergleichen, Qualitätsvergleichen wenig hilfreich. Ich will auch nicht wissen, welche tolle und teure Ausrüstung jemand neben seinem Seestar hat und wieviel besser ein Foto mit einem 16" Dobson sein kann. Und auch nicht, wie aufwendig der Aufbau und die Ausstattung für eine gute Fotomontierung plus Teleskop ist. Das setze ich einfach als bekannt voraus. Stattdessen ist für mich interesssant, wie man das Seestar optimal bedient und wie man damit zu guten Ergebnissen kommt. Da muß ich nicht dauernd auf die Limitierung eines 50 mm Teleskops hingewiesen werden, vollautomatisiert im Vergleich zu den Alternativen eine preiswerte Ergänzung.
Ich hoffe mal, daß bald im Thread wieder über die Fähigkeiten des Seestar debattiert wird. In diesem Sinne!
CS! Alexander
Hallo Alexander,
das Schöne am Seestar ist, dass es da gar keiner großen und geheimen Tricks bedarf, um gute Ergebnisse zu bekommen. Die Bedienung ist derart einfach, dass es schon langweilig ist.
Einschalten, App auf dem Handy starten und mit dem Seestar verbinden. Das geht ratzfatz, da muss nicht lange ein WLAN-Signal gesucht werden, das liegt sofort an. Nach Starten der App kannst Du ein Ziel aussuchen, entweder aus dem vorgegebenen Katalog, oder Du gibst den Namen des Objektes ein und dann fährt der Seestar das Ziel an. Wenn Du dann entscheidest, das Objekt zu fotografieren, macht der Seestar zunächst mal ein paar Darks, er zeigt das aber nicht an, sondern sagt, er bereitet die Integration vor, was ca. 1 oder 2 Minuten dauert und bittet solange um Geduld. Anschließend startet er den Livestack. Du kannst in den Einstellungen vorgeben, ob er jeden Subframe gesondert speichern soll, was Sinn macht, damit Du anschließend die Bilder noch mal stacken kannst. Nur dann werden die Ergebnisse aus dem Seestar wirklich konkurrenzfähig. Die Livestacks sind nicht wirklich zufriedenstellend, jedenfalls nicht in meiner Bortle 5-Umgebung.
Inzwischen bietet die App nicht nur 10 Sekunden-Einzelbelichtung an, sondern auch 20- bzw. 30 Sekunden, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Die längeren Belichtungszeiten habe ich aber nicht ausprobiert.
Wenn Du genug gesehen hast, beendest Du den Livestack und dann wird das gestackte Bild abgespeichert. Die Einzelframes liegen dann aber auf der Festplatte immer noch vor, wenn Du das vorher so eingestellt hast. Der eingebaute Filter wird vom Seestar automatisch - je nach Ziel - gewählt, du kannst ihn aber auch selbst ein- und ausschalten. Achso, vor dem Livestack macht der Seestar einen Autofokus. Den kannst Du auch jederzeit selbst anstoßen. Du kannst auch manuell fokussieren, was ich aber nie gemacht habe. Macht keinen Sinn, der Seestar fokussiert gut.
Viel falsch machen kann man da halt nicht, aber viel gestalten eben auch nicht. Das geht dann eben bei der Bearbeitung der Subframes über ein Bildbearbeitungsprogramm Deiner Wahl.
LG Olaf